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Die Feier-Hotspots von Niesky

Lange durften wegen Corona keine größeren Feste begangen werden. Doch das ist vorbei. Und mancher Saal ist noch immer ein Geheimtipp.

Samuel Meier leitet die Caféteria und die Küche im Emmaus Krankenhaus. Hier kann wieder gefeiert werden.
Samuel Meier leitet die Caféteria und die Küche im Emmaus Krankenhaus. Hier kann wieder gefeiert werden. © André Schulze

Sachsen hat seine Corona-Einschränkungen weiter gelockert. Statt nur 50 Personen dürfen seit dem 27. Juni Familienfeiern außerhalb des privaten Bereiches - zum Beispiel  in Gaststätten und Mehrzweckräumen - mit bis zu 100 Personen stattfinden. Also, wohin mit der eigenen Familie oder der lieben Verwandschaft, wenn es etwas zu feiern gibt?  

Bürgerhaus fehlen die Abschlussfeiern

Erste Adresse in der Stadt Niesky ist das Bürgerhaus. Mit seinen vier kleinen Räumen, die jeweils von zehn bis 60 Personen Platz bieten, bis hin zum Lausitzsaal mit Sitzplätzen bis zu 500 Personen können hier auch Großfamilien ihre Feiern durchführen. Jörg Kalbas als Geschäftsführer der Bürgerhaus GmbH, zu der auch das nebenstehende Hotel gehört, ist froh, dass den Menschen wieder zum Feiern zumute ist. "Wir haben eine steigende Nachfrage besonders für Familienfeiern, ganz gleich ob Hochzeit oder Geburtstag. Was uns verloren gegangen sind, das sind die Abschlussbälle der Schule. Sie werden in dem sonst üblichen Rahmen dieses Jahr nicht stattfinden", erklärt der Geschäftsführer. So wird das Schleiermacher-Gymnasium nur die Zeugnisübergabe am Freitagnachmittag im Großen Saal stattfinden lassen. Auch deshalb, weil hier der Mindestabstand besser einzuhalten ist als in der Aula des Gymnasiums. 

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Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Niesky, der das Bürgerhaus als Tochtergesellschaft untersteht, hat in ihrem Verwaltungssitz an der Horkaer Straße auch  einen Raum, den nicht nur die Mieter, sondern auch die Öffentlichkeit nutzen kann.  Bis vor einiger Zeit. Denn schlechte Erfahrungen mit einigen Gästen führten dazu, hier keine Feiern mehr stattfinden zu lassen. "Wir verweisen seitdem auf das Bürgerhaus und die dort vorhandenen Räume", sagt Jörg Kalbas.    

Familienzentrum ist wieder offen

Das Kinder- und Familienzentrum in Niesky bietet einen Raum für private Feiern. Dazu eine komplett eingerichtete Küche.
Das Kinder- und Familienzentrum in Niesky bietet einen Raum für private Feiern. Dazu eine komplett eingerichtete Küche. © André Schulze

Vor dem Bürgerhaus, stadtauswärts kommend, befindet sich das Kinder- und Familienzentrum. Auch hier ist Platz zum Feiern, der wieder gefragt ist, bestätigt Diana Bernhard als Mitarbeiterin. "Wir haben die zweite Woche wieder offen und hatten schon eine Hochzeitsfeier im Haus. Besonders an den Wochenenden sind die Räume gefragt", sagt die Angestellte. In den Raum passen maximal 40 Leute, 30 sind optimal, da bleibt noch Platz für Buffett und einen DJ, vormals Schallplattenunterhalter.   

Zwei Vorteile dieser Lokalität nennt Frau Bernhard: Den Gästen steht eine komplette Küche zur Verfügung und das Gebäude ist ebenerdig, also ohne Hürden für gehbehinderte Gäste. "Wer einmal bei uns war, kommt gern wieder oder empfiehlt uns im Bekanntenkreis. Diese Mundpropaganda ist für uns die beste Werbung", sagt Diana Bernhard. Wenn sie in ihren Planer schaut, dann stehen sogar schon Buchungstermine für 2022 drin. Und noch etwas wird gern genutzt: die "Kinderecke". "Wir sind nun mal ein Kinder- und Familienzentrum und da ist auch an die kleinen Gäste mit Spielzeug und Sitzgelegenheiten gedacht", so Frau Bernhard. 

Corona hält Kultursaal geschlossen

Die Firma Elektro Koch bietet den ehemaligen Kultursaal der Waggonbauer für private Feiern an. Bis September bleibt das Objekt aus Gründen der Pandemie aber geschlossen.
Die Firma Elektro Koch bietet den ehemaligen Kultursaal der Waggonbauer für private Feiern an. Bis September bleibt das Objekt aus Gründen der Pandemie aber geschlossen. © André Schulze

Wer die Muskauer Straße weiter gen Norden fährt, kommt am Waggonbaugelände und damit bei der Elektrofirma Koch an. Seit 2003 ist der Nieskyer Handwerksbetrieb hier ansässig. Mit der Ansiedlung übernahm Wolfgang Koch auch den ehemaligen Kultursaal der Waggonbauer. Möblierte und stattete ihn neu aus und vermietet ihn an Gesellschaften, Firmen und Familien. Zur kompletten Küche kommt noch ein Biergarten gleich am Haus. Der Saal bietet Platz bis zu 60 Personen.  

Wolfgang Koch würde den Saal gern wieder öffnen, denn "es ist schon unangenehm, den Leuten absagen zu müssen", sagt der Elektromeister. Aber er hat Bedenken, dass, wenn sich seine Gäste nicht an die Abstands- und Hygieneregeln halten und ein Corona-Fall auftritt, er zur Verantwortung gezogen wird. Das muss nicht sein, deshalb bleibt der Saal weiterhin geschlossen. "Erstmal bis September und dann schauen wir, was die Politik entscheidet", sagt der Nieskyer.  

Wobag hat auch eine Gästewohnung

Die Wobag hat in der Bahnhofstraße einen Raum, den man für private Feiern nutzen kann. Dazu gibt es eine Küche und separate Toiletten.
Die Wobag hat in der Bahnhofstraße einen Raum, den man für private Feiern nutzen kann. Dazu gibt es eine Küche und separate Toiletten. © André Schulze

Während die Wohnungsbaugesellschaft ihren Partyraum für die Öffentlichkeit wieder geschlossen hat, hält die Nieskyer Wohnungsbaugenossenschaft ihren Gesellschaftsraum weiter offen. Mit dem Neubau des Betriebssitzes an der Bahnhofstraße vor fünf Jahren wurde zunächst für die Genossenschaftsmitglieder eine Möglichkeit zum geselligen Beisammensein geschaffen. Inzwischen feiern hier nicht nur die Familien, die bei der Wobag wohnen.  

Mit 40 Personen ist der Raum gut ausgelastet. Er bietet eine komplett ausgestattete Küche und separate Toiletten, eine davon ist behindertengerecht ausgestattet. Der Raum befindet sich im Erdgeschoss und ist für Menschen mit Handicap gut zugänglich. Wobag-Vorstand André Müller sagt, dass die Nachfragen wieder im Ansteigen sind und bereits für 2021 feste Termine eingeplant sind. Und wem es nach der Feier zu weit nach Hause ist, der kann sich in der Gästewohnung der Wobag in der Richard-Neumann-Straße einquartieren.      

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Die Caféteria am Nieskyer Krankenhaus Emmaus dient nicht nur der Versorgung von Patienten und Personal, sie lädt ebenso zu privaten Feiern ein. Rund 120 Personen finden hier Platz. Küchenchef Samuel Meier sagt, dass Gäste wieder willkommen sind, Abstands- und Hygieneregeln aber einzuhalten sind. Auch gibt es keine Selbstbedienung mehr. Die Caféteria bietet den Vorteil, dass sich die Gesellschaften nur um ihre Getränke kümmern müssen. Das Buffet wird vom Küchenpersonal nebenan angerichtet und aufgestellt. Gegenwärtig muss die Speisenausgabe vom Personal erfolgen, damit nicht jeder das Schöpfbesteck in die Hand nehmen muss. Deshalb sind die Anfragen für derzeitige Feiern noch verhalten. Längerfristig hat sich aber schon einiges an Terminen angesammelt.  

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