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Döbeln

Corona-Patient in Leisnig auf Intensivstation

Binnen eines Tages bestätigte sich der Verdacht. Der Senior litt bereits unter Vorerkrankungen. Die Helios-Klinik erhöht vorsorglich die Zahl der Beatmungsplätze.

Symbolfoto von der Helios Klinik in Leisnig
Symbolfoto von der Helios Klinik in Leisnig © Archiv/André Braun

Seit Dienstag wird im Helios-Krankenhaus in Leisnig der erste Corona-Patient behandelt. Das bestätige der ärztliche Direktor der Klinik Dr. René Schwarz Sächsische.de auf Anfrage. Der Patient sei mit dem Rettungsdienst auf Vermittlung seines Hausarztes eingeliefert worden, sagte Schwarz weiter. 

Es handele sich um einen älteren Mann mit Vorerkrankungen. Er komme aus einer Stadt im Altkreis Döbeln. Weil der Patient bereits als Corona-Verdachtsfall angekündigt worden war, sei es möglich gewesen, von Anfang an Schutzvorkehrungen zu treffen: „Wir haben einen Trakt eingerichtet, in dem mögliche Infizierte nicht mit anderen Patienten in Berührung kommen“, so René Schwarz. Dieses Isolierverfahren werden auch bei den nächsten Fällen so beibehalten.

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Noch binnen eines Tages habe sich der am Dienstag eingelieferte Verdachtsfall bestätigt. Bislang dauert es in Deutschland häufig noch 24 bis 48 Stunden, ehe Ergebnisse der Test vorliegen. Danach sei der Patient von der Isolier- auf die Intensivstation verlegt worden. Dort werde er nun behandelt. Wie es ihm augenblicklich geht, dazu wollte sich der ärztliche Direktor nicht näher äußern.

Bei Facebook kursierte am Donnerstagnachmittag ein Gerücht, wonach der Patient verstorben sei. Das bestätigte die Klinik - Stand Donnerstag, 14.45 Uhr - nicht.

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Wie er darstellte, bricht die schon vor Wochen begonnene Umstellung des Klinikbetriebes mit dem Eintreffen des ersten Corona-Patienten nun nicht abrupt ab. Im Gegenteil: Nachdem zu Wochenbeginn auf 14 Beatmungsplätze aufgestockt werden konnte, spricht Dr. René Schwarz nun von 20 bis 29 solcher Plätze, die Helios in Leisnig für von der schweren Lungenkrankheit Betroffene bereitstellen will. 

Die OP-Pläne hat das Haus schon lange über den Haufen geworfen, nur wirklich akute Fällen kommen derzeit noch „unters Messer“.

Schutz für Mitarbeiter ist knapp

Nahezu jeden Tag gebe es Treffen, bei denen die Situation reflektiert werde. Bei einer ersten Auswertungsrunde nach dem Empfang des später stationär aufgenommenen Corona-Patienten sei die Klinikleitung zu dem Schluss gekommen, dass die Vorbereitungen gut und richtig waren. 

„Der gesamte Ablauf wird natürlich immer wieder angepasst“, so René Schwarz. So werde beispielsweise wieder und wieder geschaut, ob alles getan wird, um die Mitarbeiter zu schützen. Am Elbland-Klinikum soll sich Personal infiziert haben. Das ist möglicherweise auch in Leisnig unvermeidlich. 

Trotzdem will die Krankenhausleitung nichts unversucht lassen, dass Ärzte und Schwestern gesund bleiben – auch, damit sie sich um Erkrankte kümmern können.

Klinik-Direktor René Schwarz: "Wir wissen, dass der Schutz überall knapp ist. Deshalb gehen wir sorgsam mit den Ressourcen um."
Klinik-Direktor René Schwarz: "Wir wissen, dass der Schutz überall knapp ist. Deshalb gehen wir sorgsam mit den Ressourcen um." © Helios-Klinik

Um alle Mitarbeiter mit Schutzkleidung auszurüsten, dafür fehlt dem ärztlichen Direktor schlichtweg die Ausstattung. Unter normalen Umständen reichten Mundschutz und Schutzkleidung für drei bis vier Tage. Dann werde aus den großen Lagern der Klinik-Gruppe Nachschub geliefert. 

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Aber: „Wir wissen, dass der Schutz überall knapp ist. Deshalb gehen wir sorgsam mit den Ressourcen um. Wir haben ermittelt, wo die Ansteckungsgefahr am größten ist. Dort wird die Schutzausstattung auch zuerst eingesetzt.“ Genau deshalb auch wird nicht jeder Mitarbeiter Mundschutz tragen können.   

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