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Löbau

100 fehlende Quadratmeter zum Glück

Peter Schulz vom Löbauer Schlafstudio kann aufatmen. Nach fünf Wochen Corona-Ungewissheit kann der Unternehmer sein Geschäft wieder öffnen.

Peter Schulz hat noch mal nachgemessen. Sein Löbauer Schlafstudio hat 682 Quadratmeter.
Peter Schulz hat noch mal nachgemessen. Sein Löbauer Schlafstudio hat 682 Quadratmeter. © Matthias Weber/photoweber.de

Peter Schulz ist wirklich richtig froh. Sein Glück hängt an rund 100 Quadratmetern, die ihm fehlen. Das findet Peter Schulz angesichts der aktuellen Lage ausgesprochen gut so. Denn der Freistaat lockert die Beschränkungen im öffentlichen Leben. Die Lockerung besagt, dass zusätzlich zu den bisher geöffneten Läden unter anderem Autohäuser, KfZ- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen ohne Beschränkungen öffnen können. Und künftig auch alle Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern. Zum Wochenbeginn soll die neue Regelung umgesetzt werden dürfen. Peter Schulzes Löbauer Schlafstudio profitiert davon. Das Schlafstudio auf der Görlitzer Straße 19 liegt unter dem gesetzten Größen-Limit. "Wir haben eine Nettoverkaufsfläche von knapp 700 Quadratmetern", sagt der Unternehmer. Das sei nun ein Vorteil.

Jedenfalls heißt es für ihn und seine vier Mitarbeiter nun: "Am Montag geht es wieder los." Voller Tatendrang und Hoffnung, dass die Leute die Öffnung auch gut annehmen. Umfangreich sei vorgesorgt worden. Im Kassenbereich hat Peter Schulz beispielsweise eine Schutzwand aus Plexiglas errichtet. Um die Kunden weitestgehend zu schützen, bietet das Löbauer Schlafstudio nun die telefonische Reservierung zur Einzelberatung an. „Wir tragen bei der Beratung Schutzmasken“, sagt er. Die Abstandsregeln werden eingehalten – aufgrund der Ladengröße sei das problemlos machbar. Zumal Peter Schulz am Montag mit keinem Riesenansturm inklusive langer Warteschlangen bei seiner Branche rechnet.

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Gefehlt hat die Kundschaft allemal. Die Schließung über fünf Wochen hinweg sei – wie für so viele andere Geschäfte auch – einschneidend gewesen. Der Umsatz brach innerhalb kürzester Zeit völlig weg. Miete, Nebenkosten, Leasingraten – die Kosten liefen und laufen jedoch weiter. Wie lange hält man das als Unternehmer durch, fragte sich der Geschäftsführer immer wieder. Klar sei, dass da die Sorgen wachsen. Seine Mitarbeiter musste der Schlafstudio-Chef in dieser Zeit in Kurzarbeit schicken. Auch, wenn ihm das nicht leicht fiel, wie er sagt. Bei der Sächsischen Aufbaubank beantragte der Kittlitzer das, was schon viele Unternehmen die letzten Tage machten: Finanzielle Unterstützung aus dem Soforthilfe-Programm-Corona vom Freistaat und vom Bund. 9.000 Euro bekam er aus Bundesmitteln. "Einen Kredit habe ich ebenfalls beantragt und bewilligt bekommen", sagt er. Das helfe, die Ausfallzeit zu überbrücken. Däumchen gedreht haben Peter Schulz und sein Team in der erzwungenen Betriebspause aber nicht. Die Zeit sei genutzt worden, das Sortiment weiter zu verbessern, Renovierungsarbeiten zu machen und sich intern zu schulen.

Jetzt allerdings komme es freilich drauf an, "dass die Kunden dem Einzelhandel vor Ort das Vertrauen geben und erkennen, das es für unser Allgemeinwohl und unsere Heimat hier jetzt besonders wichtig ist, die Händler vor Ort zu stärken", betont der Unternehmer. Auch das Löbauer Schlafstudio als Matratzen- und Bettenspezialist sei auf Kunden jetzt besonders angewiesen, damit der Umsatz in der Region getätigt werde und nicht über weit entfernte Internetfirmen ohne Fachberatung abgewickelt wird.

Ein besonderes Schmankerl anlässlich der Wiedereröffnung hat sich Peter Schulz schon überlegt. Jeder Kunde bekommt ein Geschenk, so sein Versprechen. Das sind unter anderem Plüschtiere, eine Flasche Sekt, Bälle, Naschereien oder das Schlafstudio-Maskottchen in Miniformat: Der blaue fünf Meter große Elefant vor dem Eingang ist das, den sich die Kunden nun als Miniaturausgabe mit nach Hause nehmen können.

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