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Corona: Pirna startet Hilfe-Netzwerk

Ein gegenseitiger Austausch ist derzeit nur eingeschränkt möglich. Eine neue Plattform bietet nun Raum für Fragen, Antworten und Hilfsangebote.

Neue Internetseite "Pirna hilft": Mehr Austausch, mehr Miteinander
Neue Internetseite "Pirna hilft": Mehr Austausch, mehr Miteinander © Screenshot: SZ

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben auch Pirna und die Einwohner schwer getroffen. Der Umstand, dass das öffentliche Leben nahezu stillsteht, stellt die Stadt auf eine harte Probe - egal, ob in Gesellschaft, Wirtschaft oder Vereinsleben.

Hinzu kommt: Es gibt unzählige Verfügungen, Hilfsangebote und viele offene Fragen. Alles auf einen Blick ließ sich bislang nur schwer finden. Pirna hat daher jetzt ein neues Netzwerk initiiert, um Informationen zu bündeln, Fragen zu beantworten, Hilfeleistende zusammenzubringen. Sächsische.de stellt das Projekt vor.

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Wir wollen herausfinden, wie die Sachsen in der Krise einkaufen und wie wichtig lokale Hilfsprojekte wie #ddvlokalhilft bei der Unterstützung des Handels sind.

Wie heißt das neue Netzwerk?

Das neue Netzwerk heißt "Pirna hilft". Eigens dafür gibt es eine neue Internetseite, die seit Anfang April online ist. 

Wer hat das Projekt initiiert?

Ins Leben gerufen wurde das digitale Netzwerk von der Stadt, dem Stadtmarketing und regionalen Partnern. Technisch umgesetzt wurde das Projekt von Jörg Riedel von der Firma "PirnaPC". "Wir haben eine Woche lang fast Tag und Nacht daran gearbeitet, damit es so schnell wie möglich starten kann", sagt Robert Böhme, Projektleiter Stadtmarketing bei der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP). 

Wozu dient diese Plattform?

Es gibt derzeit eine Fülle an Info-Material, Hilfsangeboten und Förderprogrammen. Ein einheitlicher Überblick darüber fehlte bislang. "Auf der Plattform wollen wir das nun alles bündeln", sagt Pirnas Stadtsprecher Thomas Gockel.

Darüber hinaus bietet das digitale Portal die Möglichkeit, dass sich alle - egal, ob Großunternehmen, Mittelstandsbetrieb, Händler, Gastronom, Dienstleister, Handwerker, Einzelunternehmer, Freiberufler, Kreativ- oder Kunstschaffender - in der kontaktlosen Zeit untereinander austauschen können. 

Unterteilt ist die Plattform in drei Untergruppen: Bürger, Wirtschaft, Vereine. "Dieses neue Instrument eignet sich auch dafür, dass jeder von der Erfahrungen anderer profitieren kann", sagt Böhme.

So kann man beispielsweise in verschiedenen Foren nachrecherchieren: Gab es mein Problem schon einmal? Gibt es dafür eine Lösung? Wenn nicht, an wen kann ich mich wenden? Die Foren stehen allen offen, thematisch wird nichts eingegrenzt. Zudem sollen die Foren moderiert werden, Experten und Sachverständige wollen Fragen beantworten. 

Hinweise zu Unterstützungs- und Hilfsprogrammen finden sich auch auf dem Portal, sie hat Pirna auf die städtische Internetseite verlinkt, um nicht alles doppelt zu posten. Ebenso gibt es Links auf den Pirnaer Formular-Server, wichtige Anträge sind dort als PDF-Dokument hinterlegt und können ausgedruckt werden.

Wer hat schon seine Mitarbeit zugesagt?

Die Initiatoren haben bereits einige Mitstreiter für das Projekt gewonnen, die Fragen beantworten und Tipps zu ganz verschiedenen Themenbereichen geben wollen. Dazu zählen beispielsweise: Dietmar Wagner, Geschäftsführer des Kreissportbundes, der Unternehmer und Stadtrat Ralf Böhmer, der Arzt und Stadtrat Dr. Stefan Thiel, Sven Vater, Geschäftsführer der Geva-Unternehmensgruppe, Ralf Thiele, Vereinschef der Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital sowie Christian Flörke, Chef der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna. Weitere Mitstreiter, die die Foren mit moderieren oder Fragen beantworten wollen, sind jederzeit willkommen. 

Was bietet die Plattform für Bürger?

Auf der Seite sind wichtige Infos und Aktionen hinterlegt, beispielsweise Hinweise auf Hilfsangebote des "Team Sachsen", der Caritas und der Facebook-Gruppe "Corona-Hilfe Pirna". Jeder kann dort auch eigene Aktionen starten und publik machen, dafür gibt es ein entsprechendes Kontaktformular.

Was bietet die Plattform für Vereine?

Hier sind wichtige Ansprechpartner aufgelistet, die Angebote werden ständig ergänzt. Sobald es staatliche Hilfsangebote für Vereine gibt, sollen sie auch auf dieser Seite veröffentlicht werden. "Nach unserer Idee soll sich hier ein richtiges Vereinsforum entwickeln, das davon lebt, dass möglichst viele mitmachen", sagt Gockel.

Was bietet die Plattform für die Wirtschaft?

Hier findet sich eine Übersicht der bislang beschlossenen staatlichen Hilfen, andere Hilfsangebote und wichtige Ansprechpartner. Ebenso können hier Formulare, beispielsweise um Steuern stunden zu lassen, heruntergeladen werden. Aus Sicht von Gockel wäre es prima, wenn sich diese Plattform als eine Art virtueller Unternehmer-Stammtisch etabliert.

Wie kann man auf der Plattform agieren?

Wer eigene Aktionen vorstellen, mitdiskutieren oder Fragen stellen will, muss sich lediglich mit einer Mailadresse anmelden. Auf diese Weise soll ausgeschlossen werden, dass sich irgendwelche Trolle auf der Seite tummeln. "Wir wollen, dass die Menschen ehrlich miteinander umgehen", sagt Gockel. 

Welchem Zweck dient die Plattform noch?

Sie soll den Zusammenhalt und das Miteinander stärken. „Pirna hält auch in schweren Stunden zusammen. Wir haben bewiesen, dass uns größere Schadensereignisse nur noch mehr zusammenschweißen. Mit dieser Plattform schaffen wir die Möglichkeit, uns gegenseitig intensiv zu unterstützen und auszutauschen und dennoch den nötigen körperlichen Abstand zu wahren", sagt Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos).

Um das Ganze rankt sich auch die Kampagne "Pirna hält zusammen". Die Initiatoren sammeln dafür kurze Videos, die auf der Plattform zu sehen sind, einige sind schon online. Wer immer auch mag, kann seinen Kurzfilm per Mail zuschicken.

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