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Viel Kritik an Corona-Regeln in Kitas und Schulen

Verbände warnen: Belastungen für Kinder, Eltern und Personal sind zu hoch – der Freistaat muss andere Lösungen anbieten.

Schüler sitzen zu Beginn des Unterrichts auf ihren Plätzen.
Schüler sitzen zu Beginn des Unterrichts auf ihren Plätzen. © Symbolbild: Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Die Öffnung der Kindertagesstätten und Schulen in Sachsen sorgt für Unzufriedenheit und Kritik – unter den Eltern aber auch bei den Beschäftigten. Nachdem die Einrichtungen seit diesem Montag die Betreuung bzw. den Unterricht weitgehend wieder aufgenommen haben, sorgen vor allem die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregelungen sowie die Arbeitsbedingungen der Erzieher und Lehrer für Unmut. 

Der Landeselternrat sowie alle 13 Kreiselternräte im Freistaat werfen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) dabei vor, Entscheidungen zur erfolgten Öffnung lediglich am grünen Tisch getroffen und anschließend die Betroffenen nicht oder nur unzureichend informiert zu haben.

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Gleichzeitig wird bemängelt, dass die ergriffenen Maßnahmen „nicht stimmig sind“. So könnten Vorgaben wie zum Sicherheitsabstand praktisch weder auf dem Schulweg, noch in den Schulen selbst eingehalten werden. Kritisiert wird auch der Ton eines Elternbriefes vom 16. Mai, in dem Eltern unter anderem mit dem Ordnungsamt und einer Inobhutnahme ihrer Kinder gedroht wird, wenn es zu schweren Verstößen gegen die coronabedingten Einschränkungen kommen sollte.

Gefordert wird nun ein runder Tisch, an dem Vertreter aller beteiligten Seiten sowie „Experten aus der Praxis“ mit dem Kultusministerium über realistische Konzepte für die Zukunft beraten können. Massive Einwände gibt es auch von den Gewerkschaften und Interessensverbänden. Laut Detlef Heuke von ver.di ist die Öffnung der Einrichtungen zu schnell erfolgt. Der Freistaat müsse dafür sorgen, dass der Gesundheitsschutz auch für die Beschäftigten „nicht auf der Strecke bleibt“.

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