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Was ist jetzt in den Nachbarländern los?

Nach Tschechien hat auch Polen die Corona-Regeln gelockert, die Grenzen wieder für Deutsche geöffnet. Was in den Ländern geht – die SZ gibt einen Überblick.

Die Altstadt von Breslau (u. l.), die Burg Czocha (M.) und Schloss Lomnitz (o. l.) in Polen, der Kristýna-See (o. r.) sowie Straßenmärkte in Tschechien mit ihren bunten Garten-Figuren warten wieder auf die Oberlausitzer Ausflügler und Urlauber.
Die Altstadt von Breslau (u. l.), die Burg Czocha (M.) und Schloss Lomnitz (o. l.) in Polen, der Kristýna-See (o. r.) sowie Straßenmärkte in Tschechien mit ihren bunten Garten-Figuren warten wieder auf die Oberlausitzer Ausflügler und Urlauber. © Wolfgang Wittchen (3), SZ/Uwe Söder, Vít Štrupl

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Polen: Abstand halten und teilweise gilt die Maskenpflicht

Sachsen sind willkommen, doch Menschen, die nicht in einem Haushalt leben, müssen zwei Meter Abstand halten. Wenn das nicht geht, gilt eine Maskenpflicht. Außerdem muss der Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen, Geschäften und Kirchen getragen werden. Ausgenommen sind Kinder bis vier Jahre. In Restaurants oder Cafés darf die Maske erst am Tisch abgenommen werden. Neben Museen, Hotels und Restaurants sind Kinos, Theater und Konzerthäuser – bei reduziertem Platzangebot und Maskenpflicht – wieder zugänglich. Open-Air-Veranstaltungen mit maximal 150 Teilnehmenden sind erlaubt. Schwimmhallen sowie medizinische Rehabilitationseinrichtungen dürfen mit Auflagen betrieben werden. Konrad Guldon, Leiter des polnischen Fremdenverkehrsamtes, ist optimistisch, dass die Buchungszahlen aus Deutschland rasch nach oben gehen. Polnische Hotels verzeichnen seit der Verkündung der Grenzöffnung eine steigende Nachfrage.

Breslau: Musik von den Dächern und viele Herzchen

Lachende gelbe Gesichter, viele Herzchen, winkende Hände: Im Breslauer Zoo ist die Freude riesengroß. Zum 21. Juni durfte die Einrichtung nach wochenlanger coronabedingter Schließung wieder öffnen. Von 9 bis 18 Uhr können Gäste unter anderem viele Tierbabys bestaunen, die im Frühling geboren wurden. Auch Hotels erwarten Gäste. Das Nationalmuseum und viele andere Museen sind offen. Wer Breslau vorerst lieber von zu Hause erleben möchte, kann sich die Online-Konzertreihe „Die Dächer Wroc³aws“ anschauen. Dafür wurden Chöre, Instrumentalgruppen und Bands auf den Dächern der Stadt aufgenommen. Die Auftritte stehen im Internet. Mit der Bahn geht es wieder ab 1. Juli von Dresden über Görlitz nach Breslau. Auch die anderen grenzüberschreitenden Verbindungen nach Polen starten wohl zu diesem Termin.web www.wroclaw.pl

Hirschberger Tal: Hotels locken mit Sonderangeboten

Sonderangebote – die hat unter anderem das Team des Lomnitzer Schlosshotels für Gäste zusammengestellt, die nach Corona wieder sehnsüchtig erwartet werden. Auch andere Übernachtungsbetriebe im Hirschberger Tal im Raum Jelenia Góra hoffen darauf, dass der Tourismus wieder anläuft. „Einige deutsche Gäste, die ihre Reise verschieben mussten, haben in den vergangenen Tagen neue Termine vereinbart“, sagt Wac³aw Dzida vom Schlosshotel in Staniszów (Stonsdorf). Für die Zeit der Sommerferien habe er im Moment noch genügend freie Plätze, betont der Hotelier. In Jelenia Góra gibt es am 27. Juni vor dem Rathaus ein Oben-Air-Konzert mit der Folkband Tulia ab 20 Uhr. Im Riesengebirge wird derzeit eher vor Wetterkapriolen gewarnt, als vor dem Coronavirus. Der Vierer-Sessellift in Richtung Schneekoppe in Karpacz ist, wenn der Wind es zulässt, geöffnet.

Tschechien: Mundschutz in Bus und Bahn, sonst wenig Einschränkungen

Im Freien ist die Maske auch dann nicht mehr vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Pflicht ist sie in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden, in Konzert- und Kinosälen, nicht nötig in Hallen- und Freibädern. Biergärten können wieder länger öffnen, wenn dies kommunale Bestimmungen erlauben. Kinos, Theater und Konzertsäle dürfen alle Plätze besetzen, Kultureinrichtungen Imbiss anbieten. Veranstaltungen mit bis zu 2.500 Besuchern sind möglich, wenn diese in Gruppen von maximal 500 Menschen eingeteilt werden können. Die Bus- und Bahnverbindungen normalisieren sich; das Euro-Neiße-Ticket für grenzüberschreitende Touren gilt nach wie vor. Seit 15. Juni kann man wieder mit dem Zug von Dresden nach Liberec fahren. Die Tschechische Eisenbahn hat die Zahl der Eurocity-Verbindungen auf Normalbetrieb aufgestockt. Züge zwischen Prag und Dresden fahren im Zweistundentakt.

Liberec: Attraktionen geöffnet, Glasfirmen wollen profitieren

Vor Corona kam jeder fünfte Besucher des Liberecer Wissenszentrums iQLandia aus Deutschland oder Polen. „Zu uns fuhren Schulklassen sogar aus Dresden“, sagt Direktor Pavel Coufal. Der iQPark für ganz junge Besucher ist wieder täglich geöffnet, das iQLandia zurzeit nur Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr. Erst während der Ferienmonate soll der Normalbetrieb starten. Es gibt Hygienemaßnahmen: Neben den Exponaten stehen Ständer mit Desinfektionsmitteln, desinfiziert werden regelmäßig alle Räume. Riskante Exponate, zum Beispiel für den Körperabdruck, die einen direkten Kontakt mit dem Gesicht oder Atemwegen verlangen, wurden vorübergehend entfernt, Abstände zwischen Objekten vergrößert. „Wir haben dafür gesorgt, dass niemand Angst vor Infektionen haben muss“, betont Coufal. Aktuell gebe es aber keine deutschsprachigen Führungen an. 

Für die Programme des iQ-Planetariums können die Besucher eine deutsche Übersetzung über Kopfhörer nutzen. Während der Corona-Krise wurden Neuheiten aufgebaut. Besucher können ein Kalorienmessgerät oder einen Klang-Turm ausprobieren. Auf der Solarterrasse des Zentrums kann man riesige Musikinstrumente, eine Trommel oder Xylofone, testen. Ein Ticket sollte man vorher im Internet kaufen. Im Liberecer Zoo herrscht wieder normaler Betrieb. Aber: „Wir haben keine deutschsprachigen Führer“, bedauert die Sprecherin des Tiergartens, Barbora Tesaøová. Der Zoo musste nach drei Jahren den Eintritt um 30 Kronen erhöhen. Erwachsene zahlen nun 160 Kronen, Kinder und Senioren 120 Kronen. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt 490 Kronen (19 Euro). Der Zoo bevorzugt noch die vor dem Besuch gekauften elektronischen Eintrittskarten, obwohl die Kasse geöffnet ist. „Wir bieten dafür zehn Kronen Ermäßigung an“, sagt Tesaøová.

Zoo und iQLandia gehören zu den beliebtesten Ausflugszielen in Tschechien. „Beide sind großartige Attraktionen für unsere Region. Wir bemühen uns aber sehr, die Touristen für andere Ziele zu begeistern, die weniger bekannt und nicht so überlastet sind“, sagte Kvìta Vinklátová, Ratsherrin für Kultur und Tourismus der Region Liberec. Für die Ausflügler sind neu zum Beispiel 27 Glas- und Bijouteriefirmen zugänglich. Bis 15. September kann man mit einer Wochenkarte für 250 Kronen für Erwachsene oder 480 Kronen für die Familienkarte sieben Tage hintereinander diese Hersteller besuchen. „Die Tickets können im Voraus gekauft werden. Ihre Gültigkeit beginnt mit dem Besuch der ersten Einrichtung“, erklärt Sprecher der Region, Jan Mikulička.

Schlösser und Kristyna-See: Normaler Betrieb und viel Nachfrage

Normalbetrieb herrscht auf allen Schlössern und Burgen in der Region – also in Frýdlant, Grabštejn, Sychrov und Lemberk. „Alle Räume, aber auch Klinken, werden oft desinfiziert“, sagt Miloš Kadlec, Direktor des Nationalen Denkmalinstituts in Liberec. Über wenig Auslastung kann das Erholungsgebiet am Kristýna-See in Hrádek (Grottau) mit 70 Hütten und 500 Zeltplätzen nicht klagen. Schon jetzt reservieren die Gäste Unterkünfte für September.

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