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Döbeln

Corona: Polizei schließt Markt in Hartha

Die neuen Regelungen zur Ausgangssperre wegen der Corona-Ausbreitung werden streng kontrolliert. Missverständnisse gibt es noch im Handel.

In Hartha ist von Polizeibeamten am Montag der Wreesmann-Markt an der Dresdener Straße geschlossen worden.
In Hartha ist von Polizeibeamten am Montag der Wreesmann-Markt an der Dresdener Straße geschlossen worden. © Dietmar Thomas

Ganz klar scheint die Auslegung der seit Sonntag geltenden Allgemeinverfügung des Freistaats noch nicht zu sein. Zum Beispiel im Falle eines Sonderpostenmarktes. Die Harthaer Filiale des Unternehmens Wreesmann an der Dresdener Straße hatte so am Montagmorgen noch geöffnet – doch nicht ganz rechtmäßig.

Da sich das Sortiment nicht auf Lebensmittel beschränkt, sondern auch ganz andere Produkte beinhaltet, musste das Geschäft geschlossen werden. Wie Anwohner berichten, seien am Montagvormittag Polizeibeamte gekommen, die sich um die Durchsetzung der Übergangsregeln kümmerten. Auf Anfrage wollte sich das Unternehmen am Montagnachmittag nicht äußern. Eine Mitarbeiterin sagte jedoch, die Leitung sei „derzeit im Krisenstab“.

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Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) kann die Situation bestätigen. Nach Inkrafttreten der Verfügung sei „noch nicht immer die Auslegung endgültig geklärt“. Doch im Allgemeinen sei das Verständnis der Bürger und Unternehmer größer, als noch in der letzten Woche, meint das Stadtoberhaupt. 

Auch das Kontaktverbot beziehungsweise die Ausgangseinschränkung, die seit Montag, 0 Uhr, im Freistaat gilt, habe bei den Bürgern eine überwiegende Zustimmung. „Man hat zu Wochenbeginn einen deutlichen Unterschied gesehen. Wir konnten die Menschen für das Thema sensibilisieren“, sagt Ronald Kunze. „Vereinzelt gab es Personen, die gegen das Kontaktverbot verstoßen haben. Aber mit denen konnte das Problem sachlich geklärt werden.“

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Aufgefallen ist dem Bürgermeister auch, dass selbst im Gespräch mit den Bürgern automatisch ein „gewisser Abstand“ existiere, um sich gegenseitig zu schützen. „Letztendlich wollen wir alle den bestmöglichen Schutz“, so Kunze.

In der Gemeinde Ostrau seien die neuen Regelungen positiv angenommen worden, wie Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) berichtet. Bereits am Wochenende habe er bei seinen Spaziergängen an der frischen Luft bemerkt, dass viel weniger Menschen unterwegs sind. „Bisher sind mir keine Probleme im Gemeindegebiet bekannt“, erzählt Schilling. Die Verwaltung habe in den letzten Tagen viel mehr Anrufe als üblich erhalten, in denen es vor allem um die Auslegung der sächsischen Verfügung gehe. „Meine Mitarbeiter sind gut beschäftigt“, sagt der Bürgermeister.

Ähnlich wie sein Amtskollege in Hartha ist der Ostrauer dabei Hilfsnetzwerke zu unterstützen. „Es gibt erste Überlegungen für die älteren Anwohner eine Möglichkeit zu schaffen, dass sie nicht mehr persönlich einkaufen gehen müssen“, erklärt Dirk Schilling. Harthas Stadtchef spreche derzeit bereits mit der Diakonie, um eine professionelle Lösung zu schaffen.

Die Mitarbeiter des Döbelner Ordnungsamtes sind in der Zeit von 7 bis 19 Uhr unterwegs, um das Einhalten der Ausgangsbeschränkung zu kontrollieren. Bisher seien noch keine wesentlichen Verstöße festgestellt worden, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher.

Tag 1 der Ausgangsbeschränkungen ist in Leisnig ohne große Vorkommnisse verlaufen, wie Uwe Dietrich vom Ordnungsamt sagt. „Wir werden das Einhalten der Bestimmungen des Freistaates Sachen kontrollieren, haben dafür allerdings sehr begrenzte, personelle Möglichkeiten“, begründet Dietrich. „Es gab letzte Woche nur vereinzelt Verstöße, die Öffnungs- beziehungsweise Schließzeiten von Gastronomie und Handel betroffen haben“, so der Mann vom Ordnungsamt. Seien die Mitarbeiter der Stadt nicht weitergekommen, wären auch Polizeibeamte hinzugezogen worden.

Von „sehr disziplinierten Einwohnern“ spricht Roßweins Bürgermeister Veit Lindner. Die Kommune hatte am vergangenen Donnerstag ein Aufenthaltsverbot für öffentliche Plätze wie den Markt ausgesprochen (wir berichteten). „Und die Einhaltung auch übers Wochenende kontrolliert“, so der Rathauschef. In der Bahnhofstraße seien zwei kleine Verstöße von Jugendlichen festgestellt und die Gruppen aufgelöst worden. Neue, der Kommune bisher unbekannte Treffpunkte von jungen Leuten seien den Mitarbeitern bei den Rundgängen nicht aufgefallen, sagt der Bürgermeister auf Anfrage.

Die Stadt Waldheim hat einen Krisenstab gebildet. Dort laufen alle Informationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise zusammen (wir berichteten). Die Ausgangsbeschränkungen werden von den Waldheimern offenbar gut eingehalten, wie Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) auf Anfrage berichtet. „Es herrscht generell wenig Verkehr, größere Gruppen habe ich bisher nicht gesehen“, so das Stadtoberhaupt.

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