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Corona: Hier gibt es praktische Hilfe für Bäcker und Co.

Einigen Arbeitgebern fehlt jetzt das Personal. Ein Deutsch-Paulsdorfer will Hilfe unbürokratisch organisieren.

Hans Ulrich Hinner will ein Netzwerk aufbauen, um Personalengpässe zu lösen und Hilfe anzubieten.
Hans Ulrich Hinner will ein Netzwerk aufbauen, um Personalengpässe zu lösen und Hilfe anzubieten. © Constanze Junghanß

Für die Betriebe und Unternehmer, die selbstständig arbeiten, richtet Hans Ulrich Hinner seit Dienstagfrüh eine Art Hilfskette ein. Der Deutsch-Paulsdorfer Unternehmensberater hat mehrfache Rückmeldungen aus dem Gebiet der Oberlausitz erhalten, dass aufgrund der aktuellen Personalprobleme einige regionale Firmen ins Rudern kommen. Unter anderem seien darunter Bäcker und Fleischer oder Fuhrunternehmen.

„Das hängt mit der Kinderbetreuung zusammen“, sagt er. Horteinrichtungen und Kindergärten haben eine Notbetreuung für sogenannte Berufe der „kritischen Infrastruktur“ eingerichtet. Dazu gibt es eine Liste, die das sächsische Staatsministerium für Soziales herausgegeben hat. Sie ist im Internet abrufbar. Zwar stehen da auch die Sektoren Lebensmittelhandel- und Ernährung auf der Liste. „Wenn aber zum Beispiel der Partner in einem Beruf arbeitet, der nicht auf der Liste aufgeführt ist und dieser ebenfalls weiter arbeitet, sieht es mit der Kinderbetreuung schlecht aus“, sagt Ulrich Hinner.

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Aufruf bei Facebook gestartet

Denn dann werden die Kinder nicht in den Einrichtungen aufgenommen. „Eltern bleiben zu Hause und dem Arbeitgeber fehlt das dringend notwendige Personal“, weiß der Berater. Das habe bei einigen Betrieben zu akuten Problemen geführt.

Deshalb hat er Mittwochfrüh einen Aufruf bei Facebook gestartet. „Sie wohnen in der Oberlausitz, Sie müssen wegen Corona zu Hause bleiben, Sie wollen helfen? Wir brauchen dringend und schnell Unterstützung in den Bereichen Handel, Transport, Handwerk. Wenn Sie helfen wollen, melden Sie sich bitte und wir melden uns umgehend. Lassen Sie uns wie bei den Hochwasserkatastrophen zusammenstehen und helfen“, ist da zu lesen. Wenige Stunden später sind bereits mehr als 20 Meldungen bei ihm eingegangen, wie er erzählt. Menschen, deren Betrieb oder Geschäft aufgrund der Lage vorerst schließen wird oder geschlossen hat und die freie Kapazitäten anbieten können, haben sich gemeldet. Darunter Leute, die Lkw fahren können oder im Verkauf arbeiten wollen.

Auch Ehrenamtler wollen helfen

Ein erster Bäcker habe dadurch bereits dringend benötigtes Verkaufspersonal vermittelt bekommen. Wichtig sei, dem eigentlichen Arbeitgeber eine Meldung über diese Form der Aushilfe zu machen und sich da auch die Genehmigung einzuholen. Denn dabei handele es sich in der Regel um einen Verdienst. Doch auch Ehrenamtliche wollen nach Angaben von Ulrich Hinner das Netzwerk unterstützen.

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Zum Beispiel, um notwendige Einkaufshilfen für Risikogruppen zu bündeln und anzubieten. Die Helfer kämen aus dem ganzen Landkreis. Auch das Soziale Netzwerk Lausitz mit Sitz in Weißwasser hat einen Aufruf auf Facebook gestartet. Darin heißt es: „Wie ihr vielleicht wisst, sind vor allem ältere Menschen eine Risikogruppe für das Corona-Virus. Falls ihr etwas freie Zeit habt, bietet den Menschen in eurem Netzwerk oder eurer Nachbarschaft doch ein bisschen Hilfe an, ihre notwendigen Wege zum Supermarkt oder zur Apotheke zu erledigen, damit sie sich nicht dem Risiko aussetzen müssen. Das wäre eine großartige Geste, die uns allen hilft! Danke und bleibt gesund.“

Kontakt über https://www.facebook.com/hansullrich.hinner

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