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Bautzen

Weniger Teilnehmer bei Corona-Protest

In Bautzen, Kamenz und Bischofswerda versammelten sich etwa 300 Menschen, weniger als in den Wochen zuvor.

Etwa 50 Teilnehmer kamen am Sonnabend zu einer Kundgebung der AfD auf dem Hauptmarkt in Bautzen, als Redner im Vordergrund der Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse.
Etwa 50 Teilnehmer kamen am Sonnabend zu einer Kundgebung der AfD auf dem Hauptmarkt in Bautzen, als Redner im Vordergrund der Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse. © Carmen Schumann

Bautzen. Etwa 300 Menschen haben am Freitagabend und am Sonnabend in Bautzen, Kamenz und Bischofswerda gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Allerdings lässt das Interesse an den Protesten mittlerweile nach. In Bautzen versammelten sich am Sonnabend etwa 100 Menschen am Reichenturm. Kurz nach 12 Uhr zogen sie schweigend über die Reichenstraße zum Hauptmarkt. Einige Teilnehmer hielten demonstrativ das Grundgesetz und die Bibel hoch. Andere führten Deutschland-Fahnen mit, aber auch die Forderung nach einem Deutschland ohne Angst, Hass und Gewalt war zu lesen.

Auf dem Hauptmarkt sangen die Demonstranten verschiedene Lieder, unter anderem „Die Gedanken sind frei“, das DDR-Pionierlied „Unsere Heimat“ und die deutsche Nationalhymne. Vor einer Woche hatten an dem Protestzug noch etwa doppelt so viele Menschen teilgenommen.

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Etwa 100 Menschen zogen am Sonnabend in Bautzen über die Reichenstraße, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu protestieren.
Etwa 100 Menschen zogen am Sonnabend in Bautzen über die Reichenstraße, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu protestieren. © Carmen Schumann

Sehr überschaubar war auch der Zulauf zu einer Kundgebung der AfD, die gleich im Anschluss auf dem Hauptmarkt stattfand. Die Partei versucht bereits seit einigen Wochen, die Corona-Proteste für sich zu nutzen. Neben dem Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse aus Hoyerswerda war erneut der Landesvorsitzende der Partei Jörg Urban vor Ort. Vor etwa 50 Teilnehmern forderte Hilse die Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen, denn diese seien nicht verhältnismäßig. Den anderen Parteien des Bundestages warf er vor, eine „neo-sozialistische“ Einheitsfront zu bilden. Die Corona-Krise werde genutzt, um Freiheitsrechte zu beschneiden. Ziel sei die Umerziehung der Bürger mittels Angstmache.

Jörg Urban erklärte, der Corona-Shutdown richte mehr Schaden an als das Virus selbst. Als Beispiel nannte er die Folgen für die Wirtschaft und die Verschiebung von Operationen in den Krankenhäusern. Der sächsischen Landesregierung warf er eine verfehlte Politik vor: Statt Hilfe für Bürger und Gewerbetreibende zu organisieren, verfolge sie weiter alte politische Ziele: So fließe Geld in die Förderung der E-Mobilität und in Demokratie-Projekte für linke Vereine. Statt Bürokratie abzubauen, werde der weitere Ausbau der Bürokratie vorangetrieben.

Proteste auch in Kamenz und Bischofswerda

Auf Plakaten forderten die Demonstranten „Recht und Freiheit für die Deutschen“, etliche Teilnehmer trugen einen Mundschutz mit dem Aufdruck „Stasi 2.0“ und „Merkels Maulkorb“. Am Rand der Kundgebung entrollte ein Teilnehmer ein islamfeindliches Banner.

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Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gab es am Freitagabend auch in Kamenz und Bischofswerda: In Kamenz versammelten sich bei einer Kundgebung der AfD etwa 70 bis 80 Menschen, auch hier trat Karsten Hilse als Redner auf. Auf Plakaten forderten Teilnehmer unter anderem „Schluss mit dem Corona-Wahnsinn“. In Bischofswerda zogen rund 100 Menschen durch die Innenstadt, dies waren ebenfalls weniger Demonstranten als in der vergangenen Woche.

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