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Radeberg

So starten die Schulen im Rödertal

Für Hunderte Kinder und Jugendliche hat die Heimarbeit ein Ende. Am Montag wird für sie vieles ungewohnt ablaufen.

Endlich wieder mit den Klassenkameraden zusammen sein. Am Montag beginnt an den Schulen im Rödertal wieder der Unterricht.
Endlich wieder mit den Klassenkameraden zusammen sein. Am Montag beginnt an den Schulen im Rödertal wieder der Unterricht. © Sebastian Kahnert/dpa (Symbolfoto)

Radeberg. Lehrer haben aufreibende Tage hinter sich: Desinfektionsmittel besorgen, Laufwege zu Klassenzimmern einteilen, Eltern informieren. Ab Montag könnte es noch hektischer werden. Dann kommen hunderte Schüler nach Wochen der Heimarbeit wieder in die Klassen. 

Die schwierige Aufgabe der Pädagogen ist, Ansteckungen mit dem Coronavirus in dem Gewimmel so gut es geht zu vermeiden. Besonders turbulent dürfte es in den Grundschulen werden. Alexandra Baumgärtel, Leiterin der Grundschule Liegau-Augustusbad, hat deshalb an ihrer Schule zwei getrennte Empfangszonen und Eingänge eingerichtet. „In der Zone eins nehmen wir die erste und zwei Klasse in Empfang, strikt getrennt und in Zone zwei die Klassen drei und vier. Anschließend begleiten wir die Kinder zum Händewaschen, noch bevor es in die Klassenräume geht“, sagt sie. 

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Die Pausen werden gestaffelt, so dass sich Kinder unterschiedlicher Klassen nicht begegnen. An den Toiletten sind spezielle Hinweisschilder angebracht. Zeigt die Tafel Grün an, kann sie genutzt werden, sonst nicht. Das Prinzip „ein Lehrer, eine Klasse“ lässt sich allerdings nicht durchhalten. „Es kann sein, dass zwei Lehrer Unterrichtsstunden am Tag in einer Klasse halten. Das geht wegen der Fachlehrer nicht anders. Allerdings werden wir das genau dokumentieren. Damit eventuelle Infektionswege nachvollziehbar sind.“ 

Die Schulleiterin ist sich sicher: Die Zahl der Unterrichtsstunden wird dem geforderten Umfang entsprechen. Nach dem Eindruck von Alexandra Baumgärtel sind die Eltern froh, dass die Schule jetzt wieder beginnt. „Sie freuen sich, dass jetzt wieder ein Stück Normalität einkehrt. Wir müssen sagen, dass wir trotz der großen Belastung im Homeoffice plus Kinderbetreuung viele gute Rückmeldungen bekommen haben. Viele Kinder haben die Hausaufgaben wunderbar erledigt.“

Eltern, deren Kinder die Grundschule Ottendorf besuchen, haben am Donnerstag Post bekommen. „In dem Schreiben haben wir alles Wichtige aufgeführt“, sagt Schulleiter Uwe Feierabend. So gelten für die Klassen unterschiedliche Ankunftszeiten und unterschiedliche Eingänge. „Wir haben vereinbart, dass die Eltern die Kinder bis an das Schulgelände und wir sie dann zu ihrem jeweiligen Sammelplatz bringen. Auch in der Schule wird ein Zusammentreffen unterschiedlicher Klassen möglichst vermieden: Unterschiedliche Pausen, jede Klasse hat ihr eigenes WC.

Abschluss-Schüler so gut vorbereitet wie nie

Vor vielleicht noch größeren Herausforderungen stehen Oberschulen und Gymnasien. „Wir haben ja bis nach Pfingsten noch schriftliche Prüfungen im Haus, an den Tagen darf laut Verordnung kein Schüler außer den Prüflingen die Schule betreten. So bleiben für die anderen Kinder und Jugendlichen nur noch die restlichen Tage“, sagt Jana Noltemeier, Leiterin der Oberschule Ottendorf. Sie hat deshalb die Klassen in zwei Gruppen eingeteilt, nur jeweils eine hat in der Schule Unterricht. „Das wird wegen der Feiertage und der bestehenden Prüfungszeit zunächst tageweise erfolgen, dann wochenweise. Das heißt, ein Teil der Schüler hat bei uns eine Woche lang Unterricht, die anderen erledigen Hausaufgaben zu Hause. Dann wird gewechselt. Das wird sich vermutlich bis zu den Sommerferien so hinziehen“, sagt die Schulleiterin.

Trotz der ungewöhnlichen Umstände sieht sie ihre Abschlussschüler bestens vorbereitet. „So gut wie diesmal ist wohl niemand auf die Prüfungen vorbereitet. Die Jugendlichen konnten sich auf die Fächer der schriftlichen Prüfungen konzentrieren. Hier hatten wir eine hohe Zahl an Unterrichtsstunden. Seit dem 22. März fand jeden Tag Unterricht statt. Andere Fächer, wie Sport oder Musik, entfielen wegen der Corona-Pandemie“, sagt die Schulleiterin.

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Mit knapp eintausend Schülern gehört das Humboldt-Gymnasium Radeberg zu den großen Einrichtungen. Hier sind die Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt worden, die in zwei Schichten zum Unterricht kommen. Außerdem gibt es A-Wochen und B-Wochen. „So gewährleisten wir, dass nicht zu viele Schüler gleichzeitig im Haus sind , sagt Schulleiterin Elke Richter. 

Eine Besonderheit sind die zahlreichen Schüler, die mit dem Schulbus zu unterschiedlichen Zeiten ankommen. „Sie können natürlich eher ins Haus. Für sie haben wir eine Sonderbetreuung organisiert.“ Im Gebäude außerhalb der Klassenräume müssen die Mädchen und Jungen Schutzmaske tragen. „Keine Frage, die Herausforderungen am Montag sind für alle groß“, sagt sie.

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