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Corona: Extra-Abstand für Trompeter

Der Radeberger Spielmannszug musste wochenlang pausieren. Jetzt beginnt das Training wieder: mit extra Übungsleitern und unter freiem Himmel.

Die Radeberger Spielleute gehören zu den besten Ensembles in Sachsen und darüber hinaus. Erst im vergangenen Sommer holten sie zum fünften Mal in Folge den sächsischen Meistertitel.
Die Radeberger Spielleute gehören zu den besten Ensembles in Sachsen und darüber hinaus. Erst im vergangenen Sommer holten sie zum fünften Mal in Folge den sächsischen Meistertitel. © Spielmannszug Radeberg

Radeberg. Die Corona- Pandemie hat das Vereinsleben des Radeberger Spielmannzuges mächtig durcheinandergewirbelt. Nach einem fast neunwöchigen Stillstand will die bekannte Formation jetzt aber wieder für einen Teil ihrer Mitglieder ein Training ermöglichen, allerdings unter ganz besonderen Bedingungen. 

„Als sächsische Spielleute sind wir im Landessportbund organisiert, aber eben auch Musiker. Das macht es besonders knifflig, für alles die passenden Regeln zu finden“, sagt der Leiter des Spielmannszuges, Jens Burkon, mit Blick auf das ausgearbeitete Hygienekonzept. Das orientiert sich nun sowohl an den Regeln für Sportvereine als auch an Empfehlungen für Musikgruppen aus diversen Studien. 

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An erster Stelle stehen darin natürlich die landesweit gültigen Kontakt- und Abstandsregeln. So findet das Training in getrennten Kleingruppen statt, außerdem muss zwischen jedem Musiker ein Abstand von mindestens 1,5 Metern gewahrt werden. „Bei den Blasinstrumenten wird der Abstand sogar erhöht“, sagt Jens Burkon. 

Und auch der Ort des Trainings ist ungewohnt: Anstatt in der Grundschule Süd in Radeberg, die für schulfremde Personen noch gesperrt bleibt, finden die Übungsstunden unter freiem Himmel im Radeberger Vorwärtsstadion statt. „Voraussetzung dafür ist natürlich gutes Wetter.“ Dass all diese Maßnahmen nur wenig mit einer gewohnten Probe eines Spielmannszuges zu tun haben, weiß auch Jens Burkon. „Doch für uns steht die Gesundheit der Mitglieder und Übungsleiter an erster Stelle“, sagt er. 

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Deswegen wird der Weg zur Normalität nur in kleinen Schritten erfolgen können. So kommen am Freitag zunächst die jüngsten Spielleute ins Stadion, um nach der wochenlangen Pause wieder gemeinsam zu musizieren. Besonders für die Musiker, die neu am Instrument sind, ist das angeleitete Training wichtig. Nach und nach soll dann der ganze Nachwuchszug wieder wöchentlich trainieren können. 

Dafür wurde das Übungsleiter-Team extra aufgestockt und mit den speziellen Hygieneregeln vertraut gemacht. Versetzte Übungs- und Pausenzeiten gehören genauso dazu wie das kontaktlose Bereitstellen der Instrumente oder konstante Übungsgruppen. Wann der ganze Verein wieder mit den gewohnten Abläufen trainieren kann, steht noch nicht fest. Hier habe man die Entwicklungen auf allen Entscheidungsebenen stets fest im Blick, bis die Regeln einen geordneten Start hergäben. 

Immerhin stehen neben dem Nachwuchszug auch noch mehr als 60 Spielleute des Erwachsenenzuges in den Startlöchern. Wie hier ein Neustart aussehen kann, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Und auch auf einige Jahreshöhepunkte mussten die Radeberger bereits verzichten. So wurden neben dem Himmelfahrts-Trainingslager der Erwachsenen auch die Sächsischen Landesmeisterschaften und einige große Auftritte abgesagt. 

Schon deswegen sind alle froh, ab dieser Woche zumindest mit einem kleinen Teil wieder musizieren zu können. Über alle aktuellen Entwicklungen informiert der Verein auf seiner Homepage. Eltern können dort auch nachlesen, zu welcher Uhrzeit die Übungsstunde für ihr Kind an diesem Freitag beginnt.“ (SZ/td)

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