merken
PLUS Sachsen

Corona-Regeln: Das ändert sich zum 1. September

Maskenpflicht, Großveranstaltungen, Prostitution: Sachsen plant weitere Lockerungen.

Ab dem 1. September sollen 60 Euro Strafe für Menschen fällig, die gegen die Maskenpflicht verstoßen.
Ab dem 1. September sollen 60 Euro Strafe für Menschen fällig, die gegen die Maskenpflicht verstoßen. © Hendrik Schmidt/dpa

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat am Dienstag Eckpunkte der neuen Corona-Schutzverordnung für den Freistaat ab 1. September 2020 genannt. Das Kabinett will die Verordnung am kommenden Dienstag beschließen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Dienstag 17 Fälle mehr als am Vortag registriert. Die meisten Fälle meldete die Stadt Leipzig. In sieben Landkreisen wurden keine neuen Infektionen registriert. Seit März sind damit 5.746 Infektionen im Freistaat bestätigt. Die wichtigsten Änderungen, die bis 31. Oktober gelten sollen.

Bußgeldkatalog für Maskenverweigerer geplant

Sachsen ist mit Sachsen-Anhalt das letzte Bundesland, in dem es keinen Bußgeldkatalog gibt. Ab 1. September sollen 60 Euro Strafe fällig sein, wenn Menschen gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel verstoßen. Die Pflicht wird vorerst bis 31. Oktober verlängert, sagte Köpping. Der Anteil derjenigen, die keinen Mund-Nase-Schutz tragen, steige. Viele würden sich rüde verhalten und aggressiv reagieren, wenn sie auf die Maskenpflicht hingewiesen werden. Man müsse Solidarität zeigen mit den Menschen, die eine Maske tragen. „Sie wollen wir unterstützen“, sagte Köpping.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

In den kommenden Tagen wird es Beratungen mit den Städten und Gemeinden geben, wie der neue Bußgeldkatalog umgesetzt werden soll. Polizei und Ordnungsamt sind dafür verantwortlich, die Bußgelder einzutreiben. Im Nahverkehr gibt es die Überlegung, die Kompetenzen der Fahrkartenkontrolleure auszuweiten. Die Kontrolleure in Bus und Bahn können bisher schon Bußgelder wegen Schwarzfahrens verhängen.

Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen werden erlaubt

Ab dem 1. September sollen wieder mehr als 1.000 Besucher bei Veranstaltungen möglich sein. Voraussetzung ist, dass die Veranstalter Konzepte erarbeiten, damit die Hygieneregeln eingehalten werden und eine Kontaktnachverfolgung der Teilnehmer möglich ist. Diese Konzepte müssen genehmigt werden. Steigen die Neuinfektionen in einer Region binnen sieben Tagen auf mehr als 20 pro 100.000 Einwohner können Großveranstaltungen nicht stattfinden. Endgültig beschlossen ist das noch nicht. „Es wird keine leichtfertigen Entscheidungen in Sachsen geben“, sagte Köpping. Solange die Infektionszahlen gering sind, müssten bestimmte Dinge aber ermöglicht werden.

Das gelte auch für Volksfeste, Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte. Der Mindestabstand in Theatern, Kinos, Opern, Kongresszentren, Kirchen, Musikclubs und Zirkussen kann auf einen Meter verringert werden, wenn es eine verpflichtende Kontaktverfolgung und ein genehmigtes Hygienekonzept gibt. Damit können mehr Plätze besetzt werden.

Sportwettkämpfe mit Publikum sollen einheitlich geregelt werden

Sachsen wartet vor allem bei Fußballspielen auf Vorgaben vom Bund. Bei anderen Sportveranstaltungen wird geprüft, ob mehr als 1.000 Zuschauer zugelassen werden können. Auch hier sind genehmigte Hygienekonzepte die Voraussetzung.

Erste Lockerungen im Prostitutionsgewerbe

Sachsens Kabinett berät auch über erste Lockerungen für das Prostitutionsgewerbe. „Möglich wäre Stufe 1 des Konzeptes der Gesundheitsminister“, sagte Köpping. Das würde bedeuten, dass sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr erlaubt wären. Einige Bundesländer haben schon angekündigt, das zum 1. September zuzulassen.

Pflegeheime sollen mehr Besuche erlauben

Köpping appellierte an die Betreiber von Pflegeheimen, bei Besuchen mit Augenmaß vorzugehen. Die Regeln müssen den Infektionszahlen angemessen sein, sagte sie. Immer wieder würden sich Angehörige über sehr restriktive Besuchsregeln beschweren, Besuche seien nur kurz und zu vorgegebenen Zeiten möglich. „Die Freiheit des Einzelnen darf nicht unnötig beschnitten werden.“ Die meisten Heime seien aber sehr kreativ mit Besuchen in der Corona-Krise umgegangen.

Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen

Keine Änderungen gibt es für Tanzveranstaltungen in Bars, Clubs und Diskotheken. „Wir wissen, dass das eine Hauptverbreitungsquelle für Infektionen ist“, sagte Köpping. Geschlossen bleiben auch Dampfsaunen und -bäder.

Betriebe müssen Erntehelfer dem Gesundheitsamt melden

Es wird eine neue Regelung für Betriebe geben, die ihre Erntehelfer und Saisonarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen. Wenn es mehr als zehn Beschäftigte sind, muss das den Gesundheitsämtern gemeldet werden.

Mehr zum Thema Sachsen