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Das sind die neuen Corona-Regeln in Sachsen

Die Maskenpflicht bleibt den Sachsen erhalten. Die Sozialministerin denkt aber über Lockerungen nach. Andere Corona-Regeln werden dafür bald gestrichen.

Die Maskenpflicht bleibt in Sachsen auch weiterhin bestehen.
Die Maskenpflicht bleibt in Sachsen auch weiterhin bestehen. © Robert Michael/dpa

In der Debatte um die Maskenpflicht hat sich Sachsen gegen eine Lockerung ausgesprochen. Das teilte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in Dresden mit. Sie signalisierte zwar Verständnis für den Wunsch vor allem aus dem Handel. "Es gibt aber ein Für und Wider", sagte Köpping. Aus ihrer Sicht sei eine bundeseinheitliche Regelung notwendig. Köpping verwies darauf, dass ein solcher Schritt bei einer Schaltkonferenz der Gesundheitsminister am Vortag  nicht gemacht worden sei. Deshalb bleibe es bei der Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen.

Corona-Regeln in Sachsen: Diese Beschränkungen werden aufgehoben

Die Staatsregierung will Corona-Beschränkungen ab Mitte Juli allerdings an anderen Stellen teilweise zurücknehmen. Das betrifft unter anderem den Breitensport sowie Theater und Opern. So plant das Kabinett nach Köppings Angaben, bei kleineren Theatern den geforderten Mindestabstand der Zuschauer auf einen Meter zu verringern. Wichtig sei aber, dass im Falle einer Infektion Kontakte nachverfolgt werden können,  fügte die Sozialdemokratin hinzu. Zuschauer müssten Adressen hinterlassen.

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Breiten- und Vereinssport soll wieder mit Publikum möglich sein. Allerdings ist auch dazu ein Hygienekonzept erforderlich, wie Köpping sagte. Unter anderem soll "Rufen, Singen und Schreien" so weit wie möglich unterbunden werden. Dies betreffe zunächst nicht den Profisport. Großversanstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern sollen ab 1. September wieder erlaubt sein. Auch hierfür verlangt das Land Hygienekonzepte.

RB Leipzig hofft auf 20.000 Zuschauer im Stadion

Für den Profifußball gilt, dass die Länder das nicht alleine regeln. Dort sitzt die Deutsche Fußballliga mit im Boot. Aber auch Vereine und lokale Gesundheitsbehörden sind gefragt. Erstligist RB Leipzig hofft etwa darauf, dass sein Konzept mit einem etwa zur Hälfte gefüllten Stadion mit 20.000 Zuschauern Chancen auf Umsetzung hat.

Köpping hatte am Dienstag in Aussicht gestellt, dass vom 1. September an wieder Zuschauer in Sachsens Fußballstadien und Hallen zugelassen werden könnten, wenn Hygieneregeln und Kontaktverfolgung gewährleistet seien. "Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist", sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist der Plan noch nicht.

Die von Köpping genannten Regelungen sollen großteils in einer Verordnung fixiert werden, die vom 18. Juli bis Ende August gilt. Der Ministerin zufolge bleiben Kontaktbeschränkungen bestehen. So dürfen sich in der Öffentlichkeit bis zu zwei Haushalte oder zehn Personen treffen. Lockerungen soll es aber für Ferienlager, Betriebs- und Vereinsfeste geben. In diesem Rahmen sollen sich bis zu 50 Personen treffen dürfen. Bislang gilt das nur für Familienfeiern.

Volksfeste sollen erlaubt werden

Weitere Lockerungen soll es im Freizeit- und Veranstaltungsbereich geben. "Was wir künftig erlauben wollen, das sind Jahrmärkte und Volksfeste mit einem Hygienekonzept", sagte Köpping. Dieses müsse nicht nur vorgelegt, sondern auch behördlich genehmigt werden. Es gehe beispielsweise um das Einzäunen des Veranstaltungsgeländes. So solle der Überblick über die Anzahl der Menschen auf dem Areal leichter werden. Mehr zu diesem Thema: Finden Dresdner Feste doch statt?

Untersagt bleiben nach Angaben der Ministerin der Betrieb vom Dampfbädern und Dampfsaunen, sowie Prostitution. Zu diesem Bereich wollen Gesundheitsminister von Bund und Ländern eine Arbeitsgruppe gründen, wie Köpping sagte.

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Seit dem ersten Coronafall Anfang März sind in Sachsen bis Dienstag, 12.30 Uhr, nach Angaben des Sozialministeriums 5.460 Menschen positiv getestet worden. Rund 5.200 sind nach vom Ministerium veröffentlichten Schätzungen genesen. Köpping sprach davon, dass lediglich aus zwei Kreisen - der Sächsischen Schweiz und Leipzig  - neue Infektionen gemeldet worden seien. In Leipzig betreffe das Rückkehrer aus Neuseeland sowie den Besitzer und die Besitzerin einer kleinen Kneipe.

So berichten wir über die Corona-Krise:

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