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So empfinden die Sachsen die Coronakrise

Wie ist die Stimmung im Freistaat? Drei Umfragen geben Einblick in die Gefühlswelt der Sachsen und ihre Meinung zur Corona-Krisenarbeit der Politik.

Ziemlich allein: Zwei Personen spazieren an der Elbe in Dresden. So wie bundesweit gelten auch in Sachsen seit Montag strikte Ausgangsregeln.
Ziemlich allein: Zwei Personen spazieren an der Elbe in Dresden. So wie bundesweit gelten auch in Sachsen seit Montag strikte Ausgangsregeln. © Ronald Bonß

Vor gut einem Monat noch eine abstrakte Gefahr, inzwischen bestimmt es unser Leben, mit allen Risiken und Nebenwirkungen: das Coronavirus. Täglich steigen die Zahlen angesteckter Personen, ebenso die der durch Folgeerkrankungen einer Infektion verstorbener. In Sachsen sind es Stand Dienstag 1.018 Infizierte und sechs Tote.

Von italienischen Verhältnissen, wo am Wochenende an nur einem Tag fast 800 Menschen starben, ist man im Freistaat weit entfernt. Doch auch hier ist die Lage ernst. Seit Montag gelten in Sachsen und allen anderen Bundesländern strenge Kontaktverbote. Es ist Menschen nur noch erlaubt, die eigene Wohnung aus "triftigen Gründen" zu verlassen

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Gemeinsam allem gewachsen

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Treffen mit Familienangehörigen und Freunden oder ein Besuch des Lieblingslokals um die Ecke ist vorerst besser zu unterlassen oder gar nicht erst möglich. Das tut weh, muss aber sein. „Unser oberstes Ziel ist es, die Infektionsketten zu durchbrechen“, erklärte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag bei der Verkündung der nun geltenden Allgemeinverfügung

Sachsen vermissen soziale Kontakte

Wie sich diese strengen Maßnahmen auf die gefühlte Lebensqualität auswirken, zeigt eine repräsentative Umfrage, die Sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey durchgeführt hat. Demnach geben mit 31,7 Prozent die meisten der 5.051 befragten Sachsen an, dass sie das Meiden sozialer Kontakte am gravierendsten empfinden. 

Geschlossene Schulen und Kindergärten (14,9 Prozent), Reisebeschränkungen (10,7 Prozent), geschlossene Restaurants (9,2 Prozent) und Kurzarbeit (5,9) folgen mit Abstand. Arbeiten im Home-Office und die Einschränkungen bei Bus und Bahn scheinen keine so große Rolle zu spielen: nur 2,8 beziehungsweise 1,3 Prozent empfinden das als gravierend.

Und nun das Positive an diesen Zahlen: Die digitale Technik bietet zumindest für die von den Sachsen am gravierendsten empfundenen Einschränkungen einige Lösungen. Statt eines klassischen Anrufs bei Verwandten kann man auch unkompliziert einen Videoanruf starten. Skype, Google Hangout, Facetime und weiteren Chat-Diensten sei dank.

Auch der Weg ins Klassenzimmer kann virtuell erfolgen, so dass sich Lehrer auch in der Corona-Pause mit Schülern austauschen können.  Dafür gibt es verschiedene Online-Tools.

Sachsen akzeptieren Maßnahmen, sehen Krisenarbeit aber kritisch

Die kommenden zwei Wochen bis zum 6. April wird es vorerst bei den aktuellen Maßnahmen mit strikten Ausgangsbeschränkungen bleiben. "Nehmen Sie es ernst", mahnt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Zahlen einer weiteren Civey-Umfrage zufolge machen deutlich: die Menschen im Freistaat tun genau das.

Auf die Frage hin, ob man sich an die Schutzmaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen halte, sagt die deutliche Mehrheit von 90,1 Prozent "Ja". Bei 2,5 Prozent herrscht noch Unentschlossenheit. Bei 7,4 Prozent der Sachsen wirken die Appelle nicht. Sie verweigern sich den Regeln - trotz teils erheblicher Geld- bis hin zu Freiheitsstrafen, die bei Verstößen drohen.  

Schrittweise sind in den vergangenen Tagen die Maßnahmen immer drastischer geworden. Erst galten Empfehlungen, dann leichte Ausgangsbeschränkungen, nun schließlich Kontaktsperren. Die sächsische Staatsregierung hat stets mit Verweis auf die sich dynamisch entwickelnde Ausbreitung des Coronavirus neue Schritte erklärt. 

Ob das die richtige Strategie ist, darüber herrscht in der sächsischen Bevölkerung keine Einigkeit. Eine dritte Umfrage von Sächsische.de und Civey zu Corona zeigt: 41,9 Prozent der Sachsen sind zufrieden der Strategie des entschlossenen Reagierens der Staatsregierung. 36,9 Prozent sind unzufrieden, 21,2 Prozent sind unentschlossen, ob sie die aktuelle Arbeit der Politik gut oder schlecht findet.   

Information zu dieser Umfrage mit Civey

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In diesem Artikel wurden drei Umfragen ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. An der Umfrage zu den Einschränkungen wurde 11.166 Mal teilgenommen, aus 5.051 Stimmen eine Stichprobe gezogen. An der Umfrage, ob sich die Sachsen an die Corona-Maßnahmen halten, 14.527 Mal teilgenommen, aus 10.026 Stimmen eine Stichprobe gezogen. An der Umfrage zum Krisenmanagement der Regierung wurde 32.866 Mal teilgenommen, aus 10.077 Stimmen eine Stichprobe gezogen. Die Stichproben entsprechen jeweils der Grundgesamtheit der sächsischen Wahlbevölkerung. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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