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Mit Mundschutz in der Kirnitzschtalbahn

Wanderausflüge in die Sächsische Schweiz sind auch für Dresdner wieder erlaubt. Wie lief das erste Wochenende ohne corona-bedingte Ausgangsbeschränkung?

Sarah Velharticka und Tochter Anna Marie aus Krippen in der Kirnitzschtalbahn.
Sarah Velharticka und Tochter Anna Marie aus Krippen in der Kirnitzschtalbahn. © Marko Förster

Züge, Busse und auch die Kirnitzschtalbahn fahren wieder im Normalbetrieb. Selbst die allsommerlichen Zusatzbusse an den Wochenenden durch das Kirnitzschtal, die Fahrrad-Busse und die linkselbische Steine-Linie sind wieder unterwegs. Nun ließe sich  annehmen, dass am ersten Wochenende nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen auch die öffentlichen Nahverkehrsmittel wieder voller sind. Doch weit gefehlt. 

Zumindest am Sonnabend sah es in der Sächsischen Schweiz nicht danach aus. Dafür waren aber die Parkplätze im Kirnitzschtal bis auf die letzte Fläche mit Autos und Wohnmobilen gefüllt. Im Tal selbst waren kaum Menschen unterwegs, dafür in den angrenzenden Wandergebieten.

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11.35 Uhr läutet die Glocke der Kirnitzschtalbahn am Lichtenhainer Wasserfall. Endstation. Vier Personen steigen aus, nehmen ihren Mundschutz ab. "Ich finde das zwar doof, in einer leeren Bahn mit Mundschutz und das eine halbe Stunde lang. Aber wenn die Regeln so sind, geht es nicht anders. Und wir wollten eben gern mit der Kirnitzschtalbahn fahren", sagt Viola Schwarz aus Heidenau. 

Am Kurpark in Bad Schandau rollt die nächste Bahn an, mit zwei Fahrgästen. Wenn es bis zum Nachmittag an die 30 gewesen sind, waren es viel, erfährt Sächsische.de. 

Offenbar ist es die Mundschutzpflicht in den öffentlichen Verkehrsmittel, die am Wochenende viele davon abgehalten hat, mit Bus und Bahn ins Elbsandsteingebirge zur fahren. Die meisten Besucher sind lieber mit dem eigenen Auto unterwegs. 

Familie Werner aus Dresden hat am Beuthenfall den letzten freien Platz ergattert. Gegenüber stehen die Fahrzeuge schon fast mitten im Wald. "Wenn wir wieder raus dürfen in die Sächsische Schweiz, dann machen wir das natürlich auch. Aber lieber nur wir als Familie und nicht mit dem Bus, obwohl die Parkplatzsuche schon ziemlich nervig war", sagt Monika Werner. Eigentlich wollten sie mit ihrer Wanderung am Parkplatz Zeughaus/Neumannmühle starten. Doch dort war schon alles belegt.

Parkplatz Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf ,
Domenik und Susanne Zinke sind mit Karina Sturm aus der Oberlausitz wandern und nutzen die Imbissmöglichkeit.
Parkplatz Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf , Domenik und Susanne Zinke sind mit Karina Sturm aus der Oberlausitz wandern und nutzen die Imbissmöglichkeit. © Steffen Unger
 Nancy Bolle (50) aus Dresden war mit ihrem Fahrrad auf der Nationalparkroute unterwegs. Mit dem Zug und Tuch um Mund und Nase ging es zurück nach Dresden.
 Nancy Bolle (50) aus Dresden war mit ihrem Fahrrad auf der Nationalparkroute unterwegs. Mit dem Zug und Tuch um Mund und Nase ging es zurück nach Dresden. © Marko Förster
Wie ausgestorben, der Nationalparkbahnhof in Bad Schandau.
Wie ausgestorben, der Nationalparkbahnhof in Bad Schandau. © Marko Förster
Die Wasserschutzpolizei patroulliert täglich auf der Elbe einschließlich an den Wochenenden und Feiertagen im Zweischichtsystem von 6 Uhr bis 22 Uhr. 
Die Wasserschutzpolizei patroulliert täglich auf der Elbe einschließlich an den Wochenenden und Feiertagen im Zweischichtsystem von 6 Uhr bis 22 Uhr.  © Marko Förster
Auch auf den Fähren müssen Mund und Nase bedeckt sein.
Auch auf den Fähren müssen Mund und Nase bedeckt sein. © Marko Förster

Mittags auf dem Park-&-Ride-Parkplatz am Nationalparkbahnhof Bad Schandau. Nur fünf Fahrzeuge stehen auf dem sonst gut belegten Platz. Der Bus nach Hinterhermsdorf durch das Kirnitzschtal wartet an der Haltestelle. Niemand will dort einsteigen. Dabei sind die Busse auf diese Linie sonst gut besetzt. Auch der nächste Bus hinüber zum Elbeparkplatz in Bad Schandau: leer. 

Wo sollen die Fahrgäste auch herkommen, wenn selbst die S-Bahn aus Dresden nur wenige Personen mitbringt? Annekatrin Münster und ihr Freund schieben sich den Mundschutz auf die Stirn. "Kaum Betrieb im Zug, alles auf Abstand. Ist schon eine komische Situation", sagt die junge Frau. Aber in der Bahn hätten sich zumindest alle an die Mundschutzregel gehalten.

Auf dem Parkplatz rollt inzwischen ein Fahrzeug mit Riesaer Kfz-Kennzeichen an. Das Ehepaar packt den Mundschutz aus. Etwa zum Wandern auch? "Nein, wir fahren mit der S-Bahn bis nach Schöna, gehen dort wandern", sagt Hans-Georg Bitterlich. Dass Busse und Bahnen wieder regelmäßiger fahren, findet er gut. Gerade auch an den Wochenenden sei das praktisch. Man müsste dann nicht überall mit dem Auto hin. Eigentlich hätte das Ehepaar auch mit mehr Verkehr auf den Straßen gerechnet. Doch auch der hielt sich in Grenzen.

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