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Pirna

Wandern ja, übernachten nein

Am 3. April startet die Saison am Forststeig Elbsandstein. Wegen des Coronavirus gelten aber nicht nur dort neue Outdoor-Regeln.

Alles dicht: Auch die Haselmausbaude am Forststeig.
Alles dicht: Auch die Haselmausbaude am Forststeig. © Norbert Millauer

Der Coronavirus trifft nun auch Outdoorfreunde: Konkret geht es vor allem um den Forststeig Elbsandstein. Die Trekkingroute, die sich auf rund 110 Kilometern durch die Sächsische und Böhmische Schweiz schlängelt, soll ab 3. April eigentlich wieder für Wanderer geöffnet werden. An dem Saisonstart will der Sachsenforst weiter festhalten. Es gibt dennoch starke Einschränkungen.

"Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, wird die Öffnung der Waldübernachtungsstellen vorerst bis 20. April verschoben", sagt Kerstin Rödiger, Sprecherin beim Forstbezirk Neustadt. Das bedeutet, dass die Trekkinghütten und auch die Biwakplätze geschlossen bleiben. Am Forststeig gibt es insgesamt fünf Forsthütten, in denen Wanderer übernachten können. Je nach Größe, gibt es darin einen Schlafraum für acht bis zwölf Personen. Eng geht es darin zu. Zu eng. Dadurch steigt das Risiko, dass sich Wanderer gegenseitig mit dem Coronavirus anstecken könnten. Außerdem gibt es vier Rastplätze, an denen gezeltet werden darf.  

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Zu eng in Zeiten von Corona: Die Haselmausbaude bei Cunnersdorf hat einen Schlafboden für bis zu acht Personen.
Zu eng in Zeiten von Corona: Die Haselmausbaude bei Cunnersdorf hat einen Schlafboden für bis zu acht Personen. © Norbert Millauer

Die Entscheidung, alle Übernachtungsplätze zu schließen, sei dem Sachsenforst nicht leicht gefallen. "Da wir wissen, dass sich viele auf ein erholsames Trekkingerlebnis gefreut haben", sagt Rödiger. Damit alle gesund bleiben, sei es jedoch die richtige Entscheidung.

Mit Einschränkungen müssen Wanderer auch rechnen, die den Forststeig auf böhmischem Gebiet nutzen wollen. Sie könnten beim Grenzübertritt nach Tschechien Probleme bekommen, sagt Kerstin Rödiger. Denn die Grenzen zum Nachbarland sind mit wenigen Ausnahmen dicht - das gilt auch für die "grüne Grenze".

Abgesagt hat der Sachsenforst zudem den Aktionstag am Forststeig, der am 21. März stattfinden sollte. Am Sonnabend wollten freiwillige Helfer Pfade freischneiden und die Schutzhütten für die ersten Übernachtungsgäste herrichten. Auch die Route sollte neu markiert werden. Das alles ist nun abgesagt. Gleiches gilt für die Försterwanderungen am 4. April. Zum Saisonstart  sollten neun geführte Touren mit den zuständigen Revierförstern organisiert werden. Sie fallen aus. Ob die Touren nach der Corona-Krise nachgeholt werden können, das steht noch nicht fest.

Bergsteigerbund sperrt Hütten

Übernachten können Wanderer und Kletterer derzeit auch an anderer Stelle nicht mehr. Der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) hat die Bielatalhütte und die Saupsdorfer Hütte bis einschließlich 20. April gesperrt. Alle Reservierungen in diesem Zeitraum werden automatisch storniert, teilt der Verein mit. Zudem würden bis zum 1. Mai auf bisherige Buchungen auch keine Stornogebühren entstehen, wenn die Hütten gar nicht genutzt werden. Wann die beiden Häuser wieder empfangsbereit sind und wie es  weitergeht, darüber will der SBB bis Ende März informieren. 

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus musste der Bergsteigerbund bereits alle geplanten Veranstaltungen absagen. Am 4. April wollte der Verein zum Beispiel zusammen mit dem Forstbezirk Neustadt im hinteren Bielatal Weißtannen pflanzen. Insgesamt 2.500 Stück sollten in den Boden gesetzt werden. Wegen der Corona-Krise muss der Termin nun ausfallen. Die Aktion soll nachgeholt werden. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres soll ein neuer Termin stattfinden. Ein konkretes Datum gibt es noch nicht.

Der SBB hatte zudem geplant, Brutplätze der Wanderfalken in der Sächsischen Schweiz zu bewachen. Zwei Brutplätze im Bielatal wurden bereits gesperrt: im Glasergrund und im hinteren Dürrebielegrund. Damit die Tiere nicht gestört werden, sollten Helfer die Nester bewachen. Ob das ebenfalls abgesagt werden muss, ist dagegen noch nicht entschieden.

Abstand halten auf Aussichten und Parkplätzen

Der Nationalpark Sächsische Schweiz hat angesichts der Corona-Situation ebenfalls reagiert und eine Warnung veröffentlicht. Wanderer und Ausflügler sollten auch in der Natur die empfohlenen Abstandsregelungen dringend einhalten, um sich nicht mit dem Erreger anzustecken. Das gelte vor allem auf gut besuchten Aussichten und auch Parkplätzen. Dort sollten Menschen ebenfalls auf Abstand zueinander gehen.

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