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Görlitz

Corona: Keine neuen Fälle seit einer Woche im Kreis Görlitz

Die Lage im Landkreis entwickelt sich günstig. Epidemologen sehen dafür klare Gründe.

© SZ Grafik

In Landkreisen wie Coesfeld oder Greiz steigen die Neuinfektionen über die Obergrenze von 50 Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Ab da sollen die Lockerungen der Corona-Auflagen überdacht und gegebenenfalls auch wieder zurückgenommen werden.

In Görlitz aber gibt es eine ganz andere Entwicklung. Den siebten Tag in Folge vermeldet das Görlitzer Gesundheitsamt keine Neuinfektion mit dem Coronavirus im Landkreis. Seit 6. Mai sind 268 Infektionen nachgewiesen. Da sich aber mittlerweile 218 Personen von der Infektion erholt haben und leider auch 22 Menschen am und mit dem Virus gestorben sind, gelten nur noch 28 Menschen im Kreis an Covid-19 erkrankt. Sie leben in sieben Gemeinden im Landkreis, die meisten in den Städten Niesky und Görlitz.

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Die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne zu Hause aufhalten müssen, weil sie mit Infizierten in Verbindung standen, gibt das Gesundheitsamt konstant mit 73 an.

Die offizielle Statistik der Behörden zeichnet ein Bild der Lage von vor etwa zehn Tagen. Der Grund dafür: Getestet werden nur Menschen mit Symptomen, also beispielsweise Fieber, und trockener Husten. Nach einer Infektion dauert es aber ein paar Tage, bis sich Symptome einstellen. Und dann liegen auch die Testergebnisse nicht gleich vor. Doch ist damit klar: Die Lockerungen seit 20. April, zum Beispiel im Einzelhandel, haben nicht zu mehr Infektionen im Landkreis Görlitz geführt. Ein gutes Zeichen für die Zeit mit deutlich mehr Lockerungen ab Freitag.

Auch im Vergleich zum benachbarten Landkreis Bautzen, zu Sachsen und Deutschland weist der Landkreis wenige Corona-Infektionen auf. Im Landkreis Görlitz sind es 106 Fälle pro 100.000 Einwohner, in Sachsen nach Angaben des Robert-Koch-Institutes 122 und in Deutschland 206. Der Landkreis Bautzen hat in den vergangenen sieben Tagen 17 neue Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet. Die Fallzahl pro 100.000 Einwohner liegt damit aktuell bei 142.

Die Görlitzer Infektionsepidemiologin Dr. Claudia Friedrichs, die als Fachärztin im Medizinischen Labor Ostsachsen in Görlitz arbeitet, sieht vor allem die "hervorragende Arbeit des Gesundheitsamtes des Landkreises" als Grund für diese positive Entwicklung. "Schon Anfang März 2020  mit dem ersten positiv getesteten Patienten wurden Infektionsketten schnell und wirkungsvoll unterbrochen", sagt sie gegenüber der SZ. Damit  sei der Grundstein für eine stabile Infektionslage geschaffen worden. Ebenso wichtig: die schnelle Etablierung der Corona-Anlaufpraxis im St. Carolus-Krankenhaus und das Handeln der Krankenhäuser im Landkreis. 

Da das Infektionsgeschehen so abgeflaut ist und auch nur wenige schwere Krankheitsverläufe festzustellen sind, ist die Lage in den Kliniken entspannt. Alle Krankenhäuser im Landkreis holen jetzt auch verschobene OPs und Therapien nach und versuchen zu einem neuen Normalbetrieb zurückzukehren. Nur ein Patient wird wegen Corona in einem Krankenhaus im Landkreis behandelt.

Dr. Claudia Friedrichs lobt auch die Bevölkerung. Der überwiegende Teil der Menschen im Landkreis sei sehr verantwortungsvoll mit den beschlossenen Lockerungen umgegangen. Das Abstandsgebot und die Hygieneregeln müssten aber weiterhin konsequent eingehalten werden, "auch wenn uns allen, dies nach den vielen Wochen zunehmend schwer fällt". Denn jeder sollte sich seiner Wirkung auf die Gesamtlage bewusst sein: „Jeder zählt und ist verantwortlich für die weitere Entwicklung in unserer Region und in Sachsen.“

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