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Meißen

Corona: So helfen die Meißner Pfadfinder

Menschen der Risikogruppe sollen zu Hause bleiben. Doch wer kauft für sie im Supermarkt ein?

Die Pfadfinder Lea Hübschmann (Mitte) und Sebastian Schmidt helfen Gundula Nauman beim Einkauf. Denn sie zählt zur Risikogruppe.
Die Pfadfinder Lea Hübschmann (Mitte) und Sebastian Schmidt helfen Gundula Nauman beim Einkauf. Denn sie zählt zur Risikogruppe. © Claudia Hübschmann

Gundula Naumann braucht Hilfe. Pfadfinderin Lea Hübschmann will die Seniorin unterstützen. Dafür geht die 13-Jährige einkaufen, um Gundula Naumann vor Corona zu schützen. Denn gerade im Supermarkt treffen vielen Menschen zusammen, das Infektionsrisiko ist groß. Die 77-Jährige begegnet der Pfadfinderin deshalb vor ihrer Haustür mit ausgestreckten Armen und bedankt sich mehrmals. "Mache aber nur so viel, wie du kannst", gibt sie Lea Hübschmann mit auf den Weg. Doch sie tut das Gegenteil.

Dafür sind die Pfadfinder da

Mitte März hat Sebastian Schmidt, Stammesführer der Meißner Pfadfinder, einen Aufruf gestartet. Mittlerweile sind schon ein paar Anfragen eingetroffen. Denn die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands in Meißen bietet Hilfe an, und zwar für Menschen, die zur Risikogruppe zählen. So wie Gundula Naumann.

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Der 77-Jährigen wiederum merkt man das nicht an. Sie spaziert jeden Tag und ist fit. Erst seit einem Jahr wohnt sie in einer Seniorenwohnanlage der Volkssolidarität. Sonst geht sie selbst einkaufen, aufgrund ihres Alters zählt Gundula Naumann aber zur Risikogruppe. "Meine drei Söhne haben mir deswegen geraten, Hilfe in Anspruch zu nehmen." Sie leben in Dresden, Leipzig oder der Schweiz und können deshalb nicht regelmäßig für ihre Mutter in den Supermarkt gehen.

Dafür sind aber jetzt die Pfadfinder da. Natürlich auf Abstand zu Gundula Nauman. Sie betont, dass sie sich regelmäßig desinfiziert sowie Handschuhe trägt. Sebastian Schmidt meint jedoch, dass die Pfadfinder vor allem aufpassen müssen, das Coronavirus nicht an die Risikogruppe zu verbreiten. Dafür stehe er im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt.

Abstand halten? Geht nicht immer

Im Kaufland auf der Schützestraße leitet er dann Lea Hübschmann an. Zunächst erscheint der Einkaufszettel Gundula Naumanns riesig. Schnell stellt sich heraus, dass die Seniorin alles so aufgeschrieben hat, dass es Lea Hübschmann im Supermarkt findet. Das erspart ihr trotzdem nicht, wie wild durch die Gänge zu flitzen. "Wo ist denn der Brie, weißt du das?", fragt sie den Stammesführer. Der 26-Jährige lächelt und nickt.

Währenddessen kommen ständig Menschen mit Einkaufswagen und blockieren sich gegenseitig. Jeder versucht aber, Abstand zu halten – auch wenn das nicht immer möglich ist. Am Eingang bekommen Kunden einen desinfizierten Einkaufswagen – ohne darf niemand mehr ins Kaufland. Daran gewöhnt man sich mittlerweile. Trotzdem ist es merkwürdig, wenn über die Marktlautsprecher ertönt, dass jemand bitte zur Desinfektionsstation kommen soll.

Lea Hübschmann überprüft den Einkaufszettel – damit sie nichts vergisst.
Lea Hübschmann überprüft den Einkaufszettel – damit sie nichts vergisst. © Claudia Hübschmann

Doch Lea Hübschmann bringt dies nicht aus der Ruhe. Gewissenhaft arbeitet sie den Einkaufzettel ab. Nur vor einem Regal ist mal wieder Leerstand: Das Klopapier fehlt auch im Kaufland. Dafür gibt es überall Osterhasen oder Eier aus Schokolade. Schließlich bekam Lea Hübschmann alles, was Gundula Naumann wollte. Das honoriert Sebastian Schmidt. Denn der 26-Jährige meint: "Das lief doch super. Beim nächsten Mal kann ich dich allein losschicken."

Wieder bei Gundula Naumann. Nachdem Lea Hübschmann alles zur 77-Jährigen gebracht hat, kommt sie freudestrahlend aus dem Hauseingang. Für die gute Tat durfte sie sich quasi selbst belohnen. Während des Einkaufs hat sie eine Packung mit Ostereiern besorgt, die ihr Gundula Naumann am Ende schenkte. Die Seniorin will in Zukunft mehr Leute von dem Angebot der Pfadfinder überzeugen und nimmt Flyer der Pfadfinder entgegen.

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Meißner können sich ab sofort bei ihnen melden, wenn sie zur Risikogruppe gehören.

Wer also bei seinen alltäglichen Einkäufen Unterstützung benötigt, der meldet sich wie folgt bei den Pfadfindern: per Telefon unter 03521 4068119, per E-Mail oder über die Facebook-Seite.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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