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Dresden: Das sollten Kita-Eltern jetzt wissen

Ab Montag werden alle Kinder wieder in den Einrichtungen betreut. Wie diese die Vorschriften umsetzen und was Eltern täglich unterschreiben sollen.

Abstand halten - das fällt kleinen Kindern schwer. Deshalb setzen auch die Dresdner Kitas lieber auf die strikte Trennung der Gruppe.
Abstand halten - das fällt kleinen Kindern schwer. Deshalb setzen auch die Dresdner Kitas lieber auf die strikte Trennung der Gruppe. © Symbolbild: Bernd Thissen/dpa

Dresden. Nicht nur die Dresdner Schulen, auch die Kitas werden am Montag wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Soweit das mit den strengen Vorschriften überhaupt möglich ist. Denn auch für die Kleinsten gilt: Eine rasche Ausbreitung des Coronavirus soll vermieden werden. Weil Kindern schlecht zu vermitteln ist, dass sie Abstand voneinander halten sollen, geht Sachsen den Weg der strikten Trennung einzelner Gruppen. Dadurch sollen mögliche Infektionsketten schnell aufgedeckt werden.

Wie setzen die Kitas die Regeln um?

Awo-Sprecherin Ulrike Novy erklärt, in den Dresdner Awo-Kitas wird die Betreuung in geschlossenen Gruppen stattfinden. Sowohl in den Gebäuden wie auch auf den Freiflächen soll der Kontakt zwischen den einzelnen Gruppen strikt vermieden werden.

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"So müssen die Eltern mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass ihre Kinder keine Krankheitssymptome aufweisen und eine Mund-Nasen-Bedeckung beim Bringen und Abholen ihrer Kinder tragen", so Novy. Es werden die tagesaktuellen Zusammensetzungen der Gruppen und Betreuer dokumentiert, um die Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Änderung gibt es auch bei den Öffnungszeiten : "Durch den erheblichen Mehraufwand zur Umsetzung der Schutzbestimmungen und den damit verbundenen gestiegenen Personalaufwand werden die meisten unserer Einrichtungen verkürzt öffnen", sagt Ulrike Novy. In welchem Umfang, entscheidet die jeweilige Einrichtung.

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Die Awo begrüßt ausdrücklich die Rückkehr in den Normalbetrieb. "Die Entlastung der Familien in dieser schwierigen Zeit ist dringend notwendig. Inwiefern die nun beschlossenen Regelungen den Praxistest standhalten oder ab Nachbesserungen notwendig sind, werden die nächsten Wochen zeigen", so Novy.

In der städtischen Kita auf der Sternstraße in Mickten dürfen die Eltern die Kita nur noch mit Mund-Nasenschutz betreten und sollen möglichst in einem Empfangsbereich die Kinder abgeben und abholen, heißt es auf der Website. Aufgrund der Auflagen wird vorerst auch kein Frühstück in der Kita angeboten. Zudem gibt es Änderungen bei der Bezahlung. Eltern, deren Kinder ab 18. Mai neun oder zehn Stunden Betreuungszeit haben, bezahlen automatisch nur noch acht Stunden Betreuungszeit. Geöffnet hat die Kita nur noch von 7.30 bis 15.30 Uhr. 

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Was hat es mit der Unterschriftenliste auf sich?

Kinder, die ab Montag eine Schule oder eine Kita besuchen, müssen sich von ihren Eltern per Unterschrift bescheinigen lassen, dass weder sie noch ein Familienmitglied Krankheitssymptome aufweisen. Außerdem müssen Eltern bestätigen, dass niemand aus der Familie Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. Der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen teilt auf SZ-Anfrage mit, dass die Unterschriftenliste beim Bringen des Kindes kontrolliert wird. 

Auf die Frage, was passiert, wenn die Unterschrift fehlt oder Eltern sich grundsätzlich weigern, sie zu geben, gibt es eine eine klare Antwort vom Eigenbetrieb: "Sind Eltern nicht bereit, die Gesundheitsbestätigung zu unterschreiben, kann die Aufnahme des Kindes in der Kita abgelehnt werden."

Während für die größeren Kinder eine Schulpflicht gilt, kann die Betreuung der Kita-Kinder durch die Einrichtung durchaus abgelehnt werden. 

Eltern zeigten sich zudem besorgt, welche Konsequenzen es hat, wenn die Unterschrift geleistet wird und sich später herausstellt, dass das Kind trotzdem infiziert ist. "Mit dieser Fragestellung haben sich die Kitas noch nicht befasst. Wir gehen davon aus, dass Eltern in Verantwortung für sich und ihre Kinder wahrheitsgemäß antworten", heißt es aus dem Kita-Eigenbetrieb 

Ähnlich äußert sich auch das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub). Für Schüler gilt die tägliche Unterschriftenpflicht der Eltern gleichermaßen. Allerdings positioniert sich Sprecherin Petra Nikolov eindeutiger zu den Konsequenzen: "Die Unterschrift sollte schon mit besten Wissen und Gewissen gegeben werden. Dennoch wird es keinen Konsequenzen für die Familien haben, wenn dann in einer Einrichtung doch Corona auftritt." Alle seine derzeit im Lernprozess und auch am Procedere mit den täglichen Unterschriften könne sich durchaus noch etwas ändern. 

Welche Vorgaben gibt die Stadt noch für die Kitas?

Die Stadt Dresden teilt auf SZ-Anfrage weiter mit, dass separate Hygienekonzepte nicht durch das Rathaus erstellt werden. Der Freistaat Sachsen habe mit seinen Hygienekonzepten für Schulen und Kitas einheitliche Standards geschaffen und daran sollten sich die Einrichtungen orientieren. Hier andere Konzeptionen auf den Weg zu bringen, würde letztlich zu Unsicherheiten führen.

Im Zuge der Öffnungen kommt auch die Diskussion um die Elternbeiträge wieder in Fahrt. Der Bildungserfolg der Kinder und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dürfe nicht vom Einkommen der Eltern abhängig sein, so Dresdens Spd-Chef Albrecht Pallas. „Unser Ziel bleibt, dass Bildung kostenlos sein muss.“ Man müsste deshalb die Elternbeiträge in den Blick nehmen und hier Schritt für Schritt vorangehen, um zu einer Entlastung der Familien zu kommen. 

 

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