SZ + Löbau
Merken

Corona: Wreesmann macht Online Schluss

Der Sonderpostenmarkt mit Filialen im Landkreis Görlitz wollte seine Waren über das Internet verkaufen. Doch davon ist das Unternehmen wieder abgerückt.

Von Constanze Junghanß
 3 Min.
Teilen
Folgen
Der Wreesmann Sonderpostenmarkt in Löbau war vorige Woche noch geöffnet.
Der Wreesmann Sonderpostenmarkt in Löbau war vorige Woche noch geöffnet. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Von der Internetseite des Einkaufsmarktes Wreesmann sind alle Online-Angebote wieder verschwunden. Da konnte man bis gestern noch allerlei Dinge - von Limonade über Haushaltswaren bis hin zu Hygieneartikeln – problemlos bestellen. Auch eine Telefonnummer für Bestellungen gab es da. Eigentlich plante der Nahversorgungs-Discounter, der unter anderem Filialen in Löbau, Oderwitz, Reichenbach, Rothenburg und Görlitz betreibt, ein Abholsystem einzurichten. Denn die fünf Wreesmann-Läden im Landkreis mussten auf Anordnung der Behörden peu à peu in der vorigen Woche schließen. Bis Donnerstag hatten die Filialen in Oderwitz, Löbau und Rothenburg noch offen, während die Filialen Görlitz und Reichenbach bereits zwei Tage zuvor vorläufig dicht machen mussten.

Nach Angaben von Markus Drexler, dem Regionalleiter für Wreesmann Ostdeutschland, habe das Unternehmen in den letzten Tagen versucht, eine Lösung zu finden, wie die Artikel doch noch an Frau und Mann gebracht werden könnten. Über die Internetseite von Wreesmann sollten Kunden bestellen und dann die Waren in fertig gepackten Einkaufskörben abholen und bezahlen. So wäre der Kontakt zwischen Kundschaft und Verkäufern geringer gewesen, als bei einem Besuch des Discounters. Das war auch etwa zwei Tage lang so möglich gewesen. Doch damit ist nun kurzerhand wieder Schluss, wie Markus Drexler auf Nachfrage bestätigt. Der "Testlauf" habe sich nicht rentiert, die Kunden hätten das Angebot nicht angenommen. Gerade in der ländlichen Region würde ein solches Angebot kaum genutzt, weil die ältere Kundschaft weniger über das Internet bestelle. 

Abhol- und Lieferservice darf angeboten werden

Ob auch die Märkte im Landkreis Görlitz am Online-Test teilnahmen, kann Markus Drexler nicht sagen und auch nicht, wie viele Leute von dem Abholsystem überhaupt etwas wussten. Denn ob sich das in der kurzen Zeit überhaupt herumgesprochen hatte, bleibt wohl eher fraglich. Durch die neue Allgemeinverfügung in Sachsen sehe das Unternehmen keine Chance, den Verkauf jetzt und aktuell wieder zu starten. Die neue Corona-Schutz-Verordnung hat der Freistaat am Dienstag bekannt gegeben. "Ziel der neuen Rechtsverordnung ist es, weiterhin den physischen sozialen Kontakt zwischen den Menschen auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren, um weitere Ansteckungen zu verhindern", heißt es in einer Mitteilung vom Sozialministerium. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass unter anderem Wege zum Einkaufen weiter erlaubt bleiben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Meyer aus Oderwitz bestätigte auf Nachfrage, dass Einzelhändler Abhol- und Lieferservice anbieten dürfen. Dazu zählten seiner Ansicht nach auch Baumärkte oder Mischmärkte wie Wreesmann.

Noch ist das Licht in der Reichenbacher und auch in anderen Wreesmann-Filialen an, rein kommt man aber nicht. "Unsere Mitarbeiter räumen in den Märkten noch", sagt Markus Drexler. Wer am Dienstag noch über das Online-System bestellt hatte, habe seine Bestellung abholen können, so der Gebietsleiter. Das seien jedoch nur sehr wenige Kunden gewesen. Aktuell sei absolut unklar, ob eine Lösung in der jetzigen Situation für ein Bestellsystem überhaupt weiter verfolgt werde.

Mehr Nachrichten aus Görlitz und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.