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Döbeln

Corona: Leere Ausflugsziele und Parks

Die Stadtoberhäupter in der Region Döbeln sind zufrieden mit den Bürgern. Dennoch kontrolliert die Polizei und versucht sich selbst vor Covid-19 zu schützen.

Leere Parkplätze an der Talsperre Kriebstein. Das Ausflugsziel besuchte am sonnigen Sonntag so gut wie kein Besucher. Nur vereinzelt waren Bürger am Gewässer spazieren.
Leere Parkplätze an der Talsperre Kriebstein. Das Ausflugsziel besuchte am sonnigen Sonntag so gut wie kein Besucher. Nur vereinzelt waren Bürger am Gewässer spazieren. © Thomas Kube

Region Döbeln. Seit dem 22. März gilt im Freistaat eine Allgemeinverfügung, die besagt, dass die Sachsen nicht mehr vor die Haustür treten dürfen, ohne einen "triftigen Grund" vorzuweisen. Damit verbunden, wurden auch alle Spielplätze und zahlreiche Ausflugsziele komplett geschlossen. Bürger dürfen beispielsweise nur noch in der Umgebung ihrer Wohnung einen Spaziergang mit maximal einer anderen Person beziehungsweise mit Angehörigen des gleichen Haushalts machen. Wer dagegen verstößt, muss seit vergangener Woche mit erheblichen Bußgeldern rechnen.

Aufgrund Letzterem halten sich anscheinend die meisten Bürger auch in der Region Döbeln an diese Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. An vielen typischen Ausflugszielen für ein sonniges Frühlingswochenende waren am vergangenen Sonntag keine Menschen zu sehen. 

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So war die Talsperre Kriebstein wie leer gefegt, auch in den Stadtparks in Hartha oder in Döbeln waren kaum Besucher unterwegs. Nur vereinzelt spazierten Familien, Paare oder Hundebesitzer in der Natur.

Zur Freude der Bürgermeister. So sind beispielsweise Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) sowie Ostraus Gemeindeoberhaupt Dirk Schilling (CDU) positiv von den Anwohnern überrascht. "Noch vor zwei Wochen waren viele Menschen unterwegs, vor allem auch ältere", berichtet Kunze. "Aber mittlerweile konnten wir auch diese sensibilisieren. Die Straßen sind mittlerweile deutlich leerer." 

Dirk Schilling aus Ostrau, der oft mit seinem Hund unterwegs ist, beschreibt eine ähnliche Situation: "Man merkt, dass die Menschen mehr Verständnis zeigen. Viele sonst belebte Plätze sind nun eher verwaist."

Polizei meldet mehr als 300 Fälle

Insbesondere seit dem Erlass der Allgemeinverfügung vom 22. März hat die Polizeidirektion Chemnitz täglich eine Vielzahl an Bürgerhinweisen registriert. "Unsere Kollegen im gesamten Zuständigkeitsbereich haben seit 17. März mehr als 310 Sachverhalte geprüft oder bearbeitet, die im Zusammenhang mit den Allgemeinverfügungen und der Rechtsverordnung standen", so Polizeisprecherin Jana Ulbricht. " Diese Sachverhalte resultierten aus Bürgerhinweisen und Feststellungen im Rahmen der Streifentätigkeiten."

Nach ihren Angaben erfolgen die Prüfungen durch die Einsatzkräfte der Polizeireviere, der Einsatzzüge oder auch durch Unterstützungskräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei. 

Im Fokus der polizeilichen Maßnahmen stünden in erster Linie verbotene Menschenansammlungen, "die unbestritten ein besonders hohes Infektionsrisiko in sich bergen."

Wie Ulbricht erklärt, müssen Straftaten grundsätzlich verfolgt werden. Da gebe es für die Polizei keinen Ermessensspielraum. Anders sei es bei einer Ordnungswidrigkeit. Dort wird zwischen Verwarn- und Bußgeld unterschieden. 

„Dies hängt jedoch auch vom einzelnen Verstoß ab“, meint die Pressesprecherin. „Die Polizisten werden immer das Gespräch mit den Betroffenen suchen, um für die Situation zu sensibilisieren und auf die erforderlichen Verhaltensweisen hinweisen.“

Auch Polizei schützt sich vor Corona

Seitens der sächsischen Polizei wurden zum Schutz vor dem Covid-19-Virus landesweit gültige Regelungen getroffen. So sei die Entwicklung bereits seit Januar 2020 aufmerksam verfolgt worden, berichtet Jana Ulbricht. "Seitdem sind durch den Polizeiärztlichen Dienst entsprechende Hinweise an die Bediensteten ergangen, welche Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung einer Infektion eingehalten werden sollten", erklärt sie. 

"Diese Hinweise orientieren sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts." Insbesondere auf die dringliche Einhaltung allgemeiner Hygienemaßnahmen wie Händehygiene, Husten- und Niesetikette und Abstand halten sei hingewiesen worden. Hinweise würden auch fortlaufend aktualisiert.

Zudem wurden bei der Polizei spezielle Festlegungen zur Verfahrensweise für Bedienstete getroffen, bei den der Verdacht einer Infektion besteht, die Kontakt zu bestätigten Infektionsfällen beziehungsweise Verdachtsfällen hatten oder die sich einem Risikogebiet aufhielten. "Zum Schutz der Einsatzkräfte werden für Einsatzlagen sogenannte FFP-2-Atemschutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel sowie einfacher Mund-Nasenschutz für offensichtlich Infizierte bereitgestellt", berichtet Ulbricht. 

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Eine Pflicht zur Verwendung der Utensilien gebe es jedoch bisher nicht. Soweit es in der polizeilichen Einsatzsituation möglich ist, seien die Polizisten ebenfalls angewiesen worden, einen entsprechenden Abstand von ein bis zwei Metern einzuhalten.

Die Polizeisprecherin verdeutlich jedoch abschließend auch nochmals: "Die Polizeireviere der Polizeidirektion Chemnitz sind wie immer 24 Stunden am Tag erreichbar und besetzt."

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