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Corona sorgt für mehr illegale Müllkippen

Weil jetzt Zeit für Garten- und sonstige Arbeiten ist, fällt mehr Abfall an. Dem Landratsamt machen zunehmend wilde Kippen Sorge.

Eine illegale Müllkippe, hier bei Ludwigsdorf in der Nähe des Sportplatzes.
Eine illegale Müllkippe, hier bei Ludwigsdorf in der Nähe des Sportplatzes. © privat

Horst Bernhardt ist empört. "Kann man so eine Sauerei mal in die Zeitung bringen? Einfach abgekippt oberhalb unseres Sportplatzes in den Wald", schreibt er in einer E-Mail an die SZ. Der Grund für den Ärger des Ortschaftsrates in Ludwigsdorf: eine illegale Müllkippe. 

In Corona-Zeiten häufen sich die Fälle von illegalen Müllablagerungen, hat der Kreis-Regiebetrieb für Abfallwirtschaft in Niesky festgestellt. Wahrscheinlich, so die Vermutung dort, haben viele Menschen im Landkreis die vergangenen Wochen, die kontaktarme Zeit dafür genutzt, um zum Beispiel Ordnung in den eigenen Garten zu bringen

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Abfall über den Zaun geworfen

Wenn Sträucher und Bäume geschnitten werden, müssen die Abfälle entsorgt werden. Aber wo? "Einige Mitbürger werden bei dieser Fragestellung sehr kreativ", heißt es von der Abfallwirtschaft. Das zeige die steigende Zahl von Fällen wilder Müllablagerungen in den Wäldern des Kreises. Ein Entsorger musste zudem die Erfahrung machen, dass außerhalb der Öffnungszeiten Abfälle einfach über den Zaun geworfen wurden, eine nicht geringe Menge. In solchen Fällen werden Ermittlungen aufgenommen. Wer erwischt wird muss Bußgelder zahlen. Es kann zudem zur Anzeige bei der Polizei kommen.  

Ein großes Problem bei wilden Müllkippen: Sie sehen nicht nur unschön aus, sondern laden Nachahmer ein. "Innerhalb kürzester Zeit befinden sich kleine Deponien im Wald oder auf Grünflächen", heißt es aus dem Landratsamt. Wenn sie beräumt werden müssen und kein Verursacher ermittelt werden kann, muss der Abfallgebührenzahler einspringen. 

Exotische Pflanzen können einheimische verdrängen

Dabei gibt es gerade für den so genannten Grünschnitt ausreichend und relativ günstige Entsorgungsmöglichkeiten. Kleinkram, feiner Schnitt kommt in die Biotonne oder auf den eigenen Komposthaufen. Großes Material, wie etwa Äste und ausgegrabene Wurzeln nehmen Entsorgungsunternehmen ab. Wie viel das genau kostet, hängt vom Material ab. Feiner Rasen- und Heckenschnitt wird beispielsweise bei der Niederschlesischen  Entsorgungsgesellschaft für rund 45 Euro pro Tonne abgenommen, grober Strauch- und Baumschnitt kostet 70 Euro pro Tonne.

Es sei nicht nachvollziehbar, warum bei diesen Preisen Grün- und Gartenabfall auf Wiesen und Wäldern landet, heißt es aus dem Landratsamt. Neben dem finanziellen Aufwand zur Entsorgung macht die Behörde auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Wald- und Grünflächen bilden eigene kleine Ökosysteme. Gelangen dort nicht einheimische Pflanzenteile hinein, können die auf lange Sicht geschädigt werden, exotische Gartenpflanzen können austreiben und heimische Arten verdrängen.

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