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Zittau

Corona: Liberecer Zoo in Schwierigkeiten

Dem ältesten Tierpark in Tschechien fehlen Einnahmen, er ruft zu Spenden auf. Zudem kämpft er darum, schnell wieder öffnen zu dürfen.

So sieht das Gürteltier aus.
So sieht das Gürteltier aus. © Zoo Liberec

Wie jedes Jahr hat der Liberecer Zoo auch für diese Saison eine Neuheit vorbereitet, die die Besucher anlocken soll. Diesmal geht es um eine neue Tiersorte – ein Kugelgürteltier (Tolypeutes matacus), das bis jetzt dort nicht vertreten war. Sein neues Zuhause fand es im Tropenpavillon. "Das Gehege teilt das junge Männchen wie in der freien Natur mit Papageien", sagt Zoologin Dorota Gremlichova. Die erste Begegnung ist ohne Komplikationen verlaufen. "Die Papageien waren besonders vorsichtig und wachsam, gleichzeitig aber sehr neugierig", berichtet sie. In Zukunft möchte der Zoo für das Männchen noch ein Weibchen zulegen und die Aufzucht ausprobieren.

Doch wann Besucher das Gürteltier sehen können, ist unklar. Der Zoo ist seit 13. März geschlossen, die Kosten laufen aber weiter. Acht Prozent der geplanten jährlichen Erlöse - rund 420.000 Euro - fehlen bereits. Während viele Unternehmen ihre Ausgaben senken können, ist das in dem Fall kaum möglich. Die Tiere brauchen Futter und Pflege. "Gemeinsam mit weiteren Zoos versuchen wir bei der Regierung mindestens die Eröffnung der Außenbereiche zu beschleunigen", sagt Sprecherin Barbora Tesarova. Momentan ist die teilweise Öffnung für Besucher nach dem 25. Mai geplant.

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350 Kilo Fleisch pro Woche

"Wir suchen nach einer Lösung“, so die Sprecherin. Zu dem Zoo gehört auch das Kulturzentrum Lidove Sady (Volksgarten), das Ökozentrum Divizna und die Rettungsstation für bedrohte Tiere Arche. Der Zoo sucht Hilfe bei der Stadt Liberec und der Öffentlichkeit. So können die Leute mit Geld- oder Futtergeschenken helfen. Die benötigten Lebensmittel stehen auf der Internetseite des Zoos. Wöchentlich werden 350 Kilogramm Fleisch, ebenso viel Fische, 150 Eier, eine Tonne Karotten und anderes benötigt.

Der Liberecer Tiergarten gehört zu dem meist besuchten touristischen Zielen der Regionen. Im Vorjahr besuchten ihn über 402.000 Gäste. Das war die drittbeste Besucherzahl in der 115-jährigen Geschichte der Anlage. "Im April und Mai kommen durchschnittlich Tausend Menschen täglich“, berichtet Tesarova. Laut ihr wäre das sonnige Wetter gerade sehr günstig. Außerdem könnte die Zahl der Besucher leicht reguliert werden, sodass Abstände eingehalten werden und oder sich diese beispielsweise nicht auf Spielplätzen versammeln können.

Elf tschechische Tierparks arbeiten an einem gemeinsamen Konzept, wie sie schon früher wieder öffnen dürfen - zumindest teilweise. Sie blicken dabei auch über die Grenze. „Zum Beispiel sind ab 3. Mai wieder bedeutende Zoos in Deutschland geöffnet – in Leipzig, Köln oder Dresden", argumentieren sie bei der Regierung.

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