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Das Virus macht im Landkreis Meißen eine Pause

Die Hinweise auf die Gefahr von Aerosolen in der Luft verdichten sich. Experten empfehlen stärkeres Lüften, vor allem von Klassenzimmern und Büros.

Weit auf das Fenster: In Corona-Zeiten ist das regelmäßige Lüften der Wohnung sehr wichtig. Ganz besonders trifft das auf Klassenzimmer zu, aber auch auf Räume, in denen Sport getrieben wird.
Weit auf das Fenster: In Corona-Zeiten ist das regelmäßige Lüften der Wohnung sehr wichtig. Ganz besonders trifft das auf Klassenzimmer zu, aber auch auf Räume, in denen Sport getrieben wird. © Christin Klose/dpa Themendienst

Meißen. Nach drei Tagen des Anstieges der Fallzahlen hintereinander legt das Virus jetzt eine Pause ein.  Im Landkreis Meißen gibt es unverändert zum Vortag 249 positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen, von denen sich vier Personen in behördlich angeordneter Quarantäne befinden. Das teilte das Landratsamt am Donnerstag mit.  Zudem sind drei Kontaktpersonen von positiven Fällen identifiziert worden. Unabhängig vom Status der Quarantäne wird aktuell kein Patient stationär behandelt.  20 Personen sind bislang verstorben.

Die Kurven sind immer noch flach.
Die Kurven sind immer noch flach. © Gesundheitsamt Meißen
Das Virus pausiert erst einmal. 
Das Virus pausiert erst einmal.  © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am meisten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am meisten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass von Corona-Infizierten ausgestoßene Aerosole intakte Viruspartikel enthalten können. Das sei eine Bestätigung dafür, dass Sars-CoV-2 wahrscheinlich auch über die winzigen, lange in der Luft verbleibenden Schwebeteilchen übertragen werden kann. In Räumen eineinhalb oder auch zwei Meter Sicherheitsabstand zu wahren, könne ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, heißt es in einer neuen US-Studie. Generell gilt das Risiko in Innenräumen als wesentlich höher als draußen, wo sich Partikel rascher verflüchtigen.

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Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät

Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.

Die Forscher um John Lednicky von der University of Florida in Gainesville untersuchten Proben der Raumluft aus der Umgebung zweier Covid-19-Patienten in einem Klinikzimmer. Selbst aus Proben, die in fast fünf Metern Abstand zu den Patienten genommen worden waren, seien noch aktive Sars-CoV-2-Partikel isoliert worden, berichten die Forscher. 

Nach jedem Husten sofort lüften

Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Innenräumen zu vermeiden, sollte Experten des Umweltbundesamts zufolge nach jedem Niesen oder Husten sofort stoßgelüftet werden. Die Kommission Innenraumlufthygiene am UBA empfiehlt weiter, in Schulen in jeder Pause intensiv bei weit geöffneten Fenstern zu lüften, spätestens nach 45 Minuten Unterricht. Fenster dauerhaft gekippt zu halten, reiche in stark belegten Räumen nicht aus. Frischluft sei unabhängig von weiteren Schutzmaßnahmen wie Mindestabständen, Hygieneregeln oder Mund-Nase-Masken notwendig.

Das gelte nicht nur für Klassenzimmer, sondern auch Büros und Wohnungen. Räume, in denen Sport getrieben werde, sollten deutlich häufiger gelüftet werden - die Kommission empfiehlt fünfmal pro Stunde oder öfter. Lüftungsanlagen sollten so eingestellt werden, dass sie frische Luft in die Räume bringen und keine Abluft beimengen - von Umluft-Systemen wird also abgeraten. Auch mobile Luftreiniger halten die Experten nicht für einen geeigneten Ersatz fürs Lüften - sie könnten höchstens zusätzlich eingesetzt werden. (mit dpa)

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