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Sind Corona-Patienten später gar nicht richtig immun?

Neue Studien wecken Zweifel an einer These der Virologen. Die Lage im Landkreis Meißen ist sehr stabil, es gibt keinen neuen Corona-Fall.

Ein Mann zeigt Helfern, wie ein Schutzanzug richtig angezogen wird. In der Kreisfeuerwehrschule für den Kreis Gütersloh werden mobile Test-Teams für den Einsatz gebildet. Womöglich sind positiv Getestete später gar nicht richtig oder nicht lange immun.
Ein Mann zeigt Helfern, wie ein Schutzanzug richtig angezogen wird. In der Kreisfeuerwehrschule für den Kreis Gütersloh werden mobile Test-Teams für den Einsatz gebildet. Womöglich sind positiv Getestete später gar nicht richtig oder nicht lange immun. © David Inderlied/dpa

Meißen. Die Corona-Situation im Landkreis Meißen zeigt sich auch am Dienstag unverändert stabil. Es gibt keinen Anstieg zum Vortag. 240 Personen sind bislang positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Bei 216 von ihnen ist die behördlich angeordnete Quarantäne wieder beendet. Zwei Patienten werden weiter stationär behandelt. Beide liegen nicht auf der Intensivstation. 20 Personen sind insgesamt verstorben. 17 Kontaktpersonen befinden sich derzeit in Quarantäne. Das sind 13 weniger als vor dem Wochenende. Das teilte das Landratsamt mit.

Bisher gingen sowohl Experten - wie der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charite - als auch die Bundesregierung davon aus, dass Menschen mit überstandener Covid-19-Erkrankung eine bestimmte Zeit immun gegenüber dem Virus sind. Doch neue Studien nähren nun Zweifel an dieser Vermutung. So zeigte eine auf dem Preprint-Server medRxiv veröffentlichte Studie der Uni Lübeck kürzlich, dass einige Betroffene offenbar nur eine unbedeutende Anzahl relevanter Antikörper entwickeln.

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Die Lübecker Forscher untersuchten die Antikörperprofile von 110 nachweislich Infizierten mit leichten bis mittelschweren oder gar keinen Covid-19-Symptomen. Dabei konnten sie bei etwa 30 Prozent der Patienten mit leichten bis mittelschweren Symptomen in zwei aufeinander folgenden Antikörper-Tests keine Antikörper nachweisen. Von zehn Patienten ohne Symptome wurden nur vier wiederholt positiv getestet, bei sechs ließen sich keine spezifischen Antikörper finden. Die Schlussfolgerung der Studienautoren: "Negative Antikörper schließen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus."

Zudem gibt es Menschen, die zwar nachweisbare Antikörper entwickeln, bei denen diese aber schon nach wenigen Wochen nicht mehr im Blut auffindbar sind. Darauf zumindest fand eine im Fachjournal "Nature Medicine" veröffentlichte Analyse chinesischer Forscher Hinweise.

Der sächsische Landkreis mit den meisten Corona-Infizierten ist Zwickau (884). Meißen liegt an viertletzter Stelle vor Chemnitz (211), dem Kreis Leipzig (196) und Nordsachsen (143). Weltweit die meisten Corona-Fälle wurden laut der John Hopkins Universität in den USA registriert (rund 2,34 Millionen). Deutschland ist mit 192.000 Zwölfter. Weltweit gibt es rund 9,27 Millionen Fälle mit 477.000 Corona-Toten.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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