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Corona mit vielen offenen Langzeitfolgen

Im Landkreis Meißen gibt es aber keinen neuen Anstieg von Covid-19-Fällen. Frühere Erkältungskrankheiten beeinflussen die Schwere der Infektion, sagen Wissenschaftler.

Husten, Schnupfen, Bauchschmerzen? Normale, schon lange überstandene Erkältungskrankheiten können Einfluss auf die Schwere einer Corona-Infektion haben.
Husten, Schnupfen, Bauchschmerzen? Normale, schon lange überstandene Erkältungskrankheiten können Einfluss auf die Schwere einer Corona-Infektion haben. © Christin Klose/dpa

Meißen. Das Virus pausiert im Landkreis Meißen. Oder liegt es nur an den geringeren Testkapazitäten am Wochenende? Das Meißner Landratsamt meldet am Montag insgesamt 258 positive Corona-Fälle. Das bedeutet keine Veränderung zum Freitag. Zehn Personen befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. 50 Kontaktpersonen wurden identifiziert.

Aktuell ist keine Person in stationärer Behandlung. Es bleibt bei nach wie vor bei 20 Todesfällen.

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Die Kurven streben schon wieder leicht nach oben.
Die Kurven streben schon wieder leicht nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Kein Anstieg zum Freitag.
Kein Anstieg zum Freitag. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen

Sars-CoV-2 scheine eine doppelte Natur zu haben: bei einigen Personen tragisch tödlich und bei anderen überraschend mild, schreiben US-Forscher im Journal Annals of Internal Medicine. Menschen ohne Symptome scheinen demnach ungefähr 40 bis 45 Prozent der Infektionen auszumachen. Das Fehlen von Symptomen müsse aber nicht unbedingt bedeuten, dass kein Schaden vorliege. Warum sich die Verläufe so stark unterscheiden, ist bisher nicht klar. Studien geben Hinweise, dass die Blutgruppe ein Faktor sein könnte. Auch wird erforscht, ob frühere Erkältungen, ausgelöst von altbekannten Coronaviren, die Schwere einer Infektion mit Sars-CoV-2 beeinflussen könnten. 

Viele Wissenschaftler hoffen, dass man nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 zumindest eine Zeit lang dagegen immun ist. Aber ob es so ist, steht nicht fest. Viele Studien weisen vielmehr darauf hin, dass gerade bei Menschen, die nur wenige oder gar keine Symptome hatten, schon bald nach einer Infektion keine Antikörper im Blut mehr nachweisbar sind. Diese Beobachtungen wecken Zweifel an der Aussagekraft von Antikörper-Tests und an immer wieder einmal diskutierten Immunitätspässen.

Aufgrund der Neuartigkeit des Krankheitsbildes ließen sich keine zuverlässigen Aussagen treffen zu Langzeitauswirkungen und Folgeschäden durch Covid-19 beziehungsweise durch deren Behandlung, etwa eine Langzeitbeatmung, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in einem Online-Steckbrief. Es existieren aber Berichte über Patienten, die eher leichter erkrankt waren, aber noch über Wochen und Monate von Folgen betroffen sind, etwa Luftnot bei Anstrengung. Klar ist inzwischen: Covid-19 betrifft nicht nur die Lunge, sondern das Virus kann sich - ebenso wie zum Beispiel Grippeviren - auch auf andere Organe auswirken. (mit dpa)

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