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Die neuen Corona-Infizierten sind jung

Das macht die Nachverfolgung schwieriger. Aktuell gibt es immer noch 258 Fälle im Landkreis Meißen. Die Einschulungsfeiern könnten ein Risiko darstellen.

Am Montag ist in Sachsen Schulstart unter Corona-Auflagen. Aber vorher sind am Samstag überall die Schuleinführungsfeiern. Auch der Meißner Krisenstab ist darüber etwas besorgt.
Am Montag ist in Sachsen Schulstart unter Corona-Auflagen. Aber vorher sind am Samstag überall die Schuleinführungsfeiern. Auch der Meißner Krisenstab ist darüber etwas besorgt. © dpa

Meißen. Das Virus pausiert noch immer.  Im Landkreis Meißen sind bislang und damit unverändert zu den Vortagen 258 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landratsamt am Dienstag mit. Neun Personen befinden sich aktuell in behördlich angeordneter Quarantäne. Zudem sind 45 Kontaktpersonen von positiven Fällen identifiziert worden.

Die in den vergangenen Tagen positiv getesteten Personen weisen entweder gar keine Symptome oder nur einen milden Krankheitsverlauf auf. So werden gegenwärtig keine Personen stationär behandelt. 20 Personen sind insgesamt verstorben.

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Auch wenn das Virus pausiert, trat am Dienstag  erstmals seit dem 23. Juni wieder der Infektions-Krisenstab im Landratsamt Meißen zusammen. Trotz der moderaten Fallzahlen  gab es Abstimmungsbedarf. Zudem nahm letztmalig Landrat Arndt Steinbach an der Sitzung teil. Er dankte den Krisenstabsmitgliedern. „Wenn die Zusammenarbeit weiter so gut funktioniert, ist mir nicht bange“, so der scheidende Landrat.

Amtsärztin Petra Albrecht berichtete, dass die Nachverfolgung von Kontaktpersonen im Gesundheitsamt in der vergangenen Woche wieder intensiver aufgenommen wurde. Sie gestaltet sich schwieriger als zu Beginn der Corona-Krise, da die Infizierten mehrheitlich jung und sehr aktiv sind und damit mehr Kontakte aufweisen. Trotz des eher jüngeren Alters und des milden Verlaufes der Infektion bleibt die Sorge, dass auch wieder verstärkt ältere Menschen oder Personen aus Risikogruppen infiziert werden.

„Hygiene-Empfehlungen wie Abstand halten und eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, werden leider zunehmend weniger ernst genommen“, sagte Petra Albrecht. Sie sprach sich für mehr Mundschutz-Pflichten im öffentlichen Leben aus.

Flach Kurven, die es nach oben zieht. 
Flach Kurven, die es nach oben zieht.  © Gesundheitsamt Meißen
Kein Anstieg zum Vortag.
Kein Anstieg zum Vortag. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen

Der Vertreter der Städte und Gemeinden im Krisenstab, Ralf Hänsel, blickt gespannt auf den bevorstehenden Schulstart und die Einschulungsfeiern der Erstklässler. „Es bleibt zu hoffen, dass es auf den Feierlichkeiten nicht zu größeren Ausbrüchen kommt“, so der Zeithainer Bürgermeister. Einige Schulen stehen in Kontakt zum Gesundheitsamt, um Hygienemaßnahmen für das neue Schuljahr abzustimmen. Petra Albrecht: „Unser Ziel ist es weiterhin, die Schulen offen zu halten." Das geschehe durch konsequente Einzelfallverfolgung und schnelle Isolation von Infizierten und Kontaktpersonen.

Entspannt präsentiert sich derzeit die Lage im Rettungsdienst. Dr. Oliver Hensel zeigte sich mit dem schnellen und umfassenden Informationsfluss zu den Rettungskräften im Hilfsfall für Corona-Infizierte zufrieden. Bedenken äußerte er – ebenso wie der Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen Ronald Voigt – zu den anstehenden dezentralen Festen. „Auch bei einem örtlich breiter verteilten Festgelände sollten Rettungssanitäter an zentralen Punkten vor Ort sein, um schnell Hilfe leisten zu können“, so Ronald Voigt. Auch die mögliche Erhöhung der Obergrenze für Teilnehmerzahlen von über 1.000 Personen an Veranstaltungen sieht er kritisch.

Die Elblandkliniken führen an ihrer Infektionsambulanz am Standort Meißen wochentags Testungen durch. „Wir sind vorbereitet“, so Vorstand Frank Ohi in der Krisenstabssitzung. Er regte zudem ein weiteres Abstimmungsgespräch zwischen den Kliniken und dem Gesundheitsamt an. „Mit der beginnenden Erkältungszeit und den typischen Symptomen wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit könnte eine Handlungsempfehlung zu einem vernünftigen Umgang mit Ängsten sinnvoll sein“, so Frank Ohi.

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