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Ein neuer Corona-Fall im Landkreis Meißen

Nach einer neuen Studie führte der Stress des Lockdowns nicht zu einem Anstieg von Diabetes bei Kindern. Dennoch ist die Krankheit im Vormarsch.

Leckere süße Backwaren. Für Diabetiker ist das nichts. Corona führte wohl nicht zu einem zusätzlichen Anstieg der Krankheit, dennoch gibt es deutschlandweit jeden Tag fast 500 Neuerkrankungen.
Leckere süße Backwaren. Für Diabetiker ist das nichts. Corona führte wohl nicht zu einem zusätzlichen Anstieg der Krankheit, dennoch gibt es deutschlandweit jeden Tag fast 500 Neuerkrankungen. © Sebastian Schultz

Meißen. Ein ganz leichter Anstieg. Im Vergleich zum Vortag ist eine positiv auf Corona  getestete Person hinzugekommen. Im Landkreis Meißen gibt es damit 259 Fälle, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Neun Personen befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. Es sind 43 Kontaktpersonen von positiven Fällen identifiziert worden. In stationärer Behandlung ist niemand. Bisher sind 20 Personen verstorben.

Flache Kurven mit Drang nach oben.
Flache Kurven mit Drang nach oben. © Gesundheitsamt Meißen
Ein minimaler Anstieg.
Ein minimaler Anstieg. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen

Nach Krisen und Katastrophen steigt gewöhnlich die Diabetes-Rate, vor allem bei Kindern. Während der Corona-Pandemie waren Kinder und Jugendliche zwei Risikofaktoren ausgesetzt, die einen Diabetes mellitus Typ 1 begünstigen können: psychischem Stress durch den Lockdown und dem potenziellen Infekt mit dem Coronavirus. Gleichzeitig sank aber das allgemeine Infektionsrisiko während der Kontaktbeschränkungen erheblich, da sie eine Übertragung anderer Infekte erschwerten. 

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Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät

Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.

Die Autoren einer Studie vom Institut für Epidemiologie und medizinische Biometrie der Universität Ulm griffen für ihre Untersuchung auf alle Neudiagnosen zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 – der Zeit des Lockdowns – aus 216 Diabeteszentren in Deutschland zurück. Dabei verglichen sie diese Zahl mit den Neuerkrankungsraten jeweils für diese Monate in den Jahren 2011 bis 2019.  Während im März-Mai-Intervall des vergangenen Jahres 503 Neuerkrankungen registriert wurden, belaufen sich diese im gleichen Zeitraum für 2020 auf 531 Fälle. Dies entspricht dem normalen jährlichen Anstieg. Daraus schließen die Autoren, dass der  Corona-Lockdown zu keinem Diabetes-Anstieg führte.  Folge-Studien müssten diesen Effekt bestätigen, um mittel- und langfristige Effekte der Corona-Pandemie auf die Erkrankungsrate besser aufzuzeigen.

Dennoch ist die Krankheit auf dem Vormarsch. In Deutschland gibt es aktuell mehr als 7 Millionen Menschen mit Diabetes. Von diesen 7 Millionen wissen circa 2 Millionen noch gar nicht von ihrer Erkrankung. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes. 300.000 Menschen in Deutschland haben Diabetes Typ 1, davon mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. 

Von noch höheren Zahlen geht der Ende 2019 veröffentlichte Diabetes Atlas der International Diabetes Federation aus. Danach haben 15,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Diabetes (9,5 Millionen) – ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber 2017.

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