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Meißen

Auftragsrückgänge bei jedem zweiten Handwerker

Der Kammerpräsident fordert mehr Zuschüsse vom Freistaat. Jetzt gibt es wieder einen Anstieg der Corona-Fälle im Landkreis Meißen.

Schilder mit Corona-Informationen an einer Baustelle. Das Bauhandwerk scheint die Krise ganz gut zu überstehen. Anderen Handwerksbetrieben geht es auch im Landkreis Meißen schlechter.
Schilder mit Corona-Informationen an einer Baustelle. Das Bauhandwerk scheint die Krise ganz gut zu überstehen. Anderen Handwerksbetrieben geht es auch im Landkreis Meißen schlechter. © Foto: Sven Hoppe/dpa

Meißen. Es gibt am Mittwoch 224 positive Corona-Testergebnisse im Landkreis Meißen, drei mehr als am Vortag. 191 der Infizierten konnten die Quarantäne beenden, sieben Patienten werden nach wie vor stationär behandelt, zwei davon intensivmedizinisch. Die Zahl der an bzw. mit Covid-19 Verstorbenen liegt weiter bei 17. Es befinden sich aktuell 76 Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Das teilte das Landratsamt am Mittwoch mit.

Auch die deutschlandweite Corona-Statistik lässt auf weitere Lockerungen hoffen. Heftige Kritik kommt aus den Reihen der sächsischen Handwerkskammer an den Wirtschaftshilfen auch des Freistaates. Der Präsident der Handwerkskammer Dresden Jörg Dittrich fordert: „Der Freistaat hat bei den Zuschüssen gespart. Das eingesparte Geld muss nun bei den Konjunkturmaßnahmen obendrauf.“

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63 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Dresden, wozu auch der Landkreis Meißen zählt, berichten von Umsatzrückgängen. Mehr als jedes zweite Unternehmen registriert Auftragsstornierungen. 35 Prozent der Betriebe müssen krisenbedingt auf Personal verzichten, zwei von zehn Firmen beklagen Materialmangel und fehlende Vorprodukte. Nach den Erwartungen für die Zukunft befragt, berichten drei von zehn Handwerksbetrieben - das sind im Kammerbezirk 28 Prozent – dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf das wirtschaftliche Handeln zugenommen haben.

Landrat Arndt Steinbach hatte schon vor Wochen dazu aufgefordert, Handwerksleistungen nicht in jedem Fall zu stornieren, sondern genau zu prüfen, ob der Auftrag nicht doch risikolos erfüllt werden kann: „Unternehmen und wir Kunden brauchen klare Perspektiven.“ Angesichts der stetig rückläufigen Infektionszahlen erwartet auch der Landrat mehr Lockerungen im Alltag. 

Kammerpräsident Jörg Dittrich fordert Staatsregierung und Kommunen auf, die „Verwaltung handlungs- und leistungsfähig auszugestalten“. Angekündigte Haushaltssperren sieht er sehr kritisch, denn damit würde sich die Krise noch länger in die Zukunft ziehen.

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