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Wie lange gibt es noch Tafel-Lebensmittel?

Die Oberlausitzer Tafel öffnet ihre vier Ausgabestellen ab Montag verkürzt. Aber nicht nur das ändert sich in Zeiten von Corona.

Chef Frank Grübe sorgt sich, ob die Oberlausitzer Tafel in den nächsten Wochen genügend Waren für Bedürftige anbieten kann.
Chef Frank Grübe sorgt sich, ob die Oberlausitzer Tafel in den nächsten Wochen genügend Waren für Bedürftige anbieten kann. © Archivfoto: Matthias Weber

Die Lage rund um das Coronavirus ändert sich ständig. Noch vor wenigen Tagen zeigte sich Frank Grübe, Chef der Oberlausitzer Tafeln, ausgesprochen optimistisch: Da waren die Regale gut bestückt und von einem Warenengpass konnte nicht die Rede sein. Grübe konnte sich Anfang der vergangenen Woche nur schwer vorstellen, dass aufgrund der aktuellen Lage das Spendenaufkommen extrem knapp werden könnte. Doch mittlerweile hat aus eben diesem Grund die Görlitzer Tafel diese Woche dicht gemacht.

Bei der Oberlausitzer Tafel ist das noch nicht so weit, obwohl die Warenbestände etwas zurück gegangen seien. "Wir erwarten jedoch einen größeren Warentransport aus Dresden", sagt er. Auf alle Fälle verkürzt die Tafel an ihren Standorten nun die Öffnungszeiten. Das gilt ab der kommenden Woche für alle vier Einrichtungen, wie Frank Grübe sagt. Das sind die Tafeln in Löbau, Niesky, Zittau und Ebersbach-Neugersdorf. "Wir haben die Zahl der Mitarbeiter drastisch reduziert", so der Chef. Die etwa 40 Ehrenamtlichen sollen zu Hause bleiben. Viele von ihnen gehören altersbedingt zur Risikogruppe. Ab dem 23. März werden die Ausgabestellen im Zweischichtsystem nur noch von drei Mitarbeitern – Bundesfreiwilligendienstler und Ein-Euro Jobber sowie Fahrer und Büro-Mitarbeiter – besetzt sein. 

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Mundschutz kann getragen werden

"Wir stellen unseren Leuten frei, einen Mundschutz bei der Arbeit zu tragen", sagt Frank Grübe. Damit so wenig wie möglich Kontakte zwischen den Menschen entstehen, wird einiges geändert. Einerseits setzt die Tafel die Anmeldeformalitäten aus, damit Nutzer nicht noch extra zu den Behörden müssen. Hartz-IV-Bezieher und Bezieher kleiner Renten brauchen das Formular im Moment nicht vorzulegen. Das soll allerdings nach dem Ende der Krise nachgeholt werden. Andererseits verringert sich auch die Zahl der Personen, die die Räume betreten dürfen. "Nur noch maximal fünf Personen dürfen jetzt in den Ausgaberaum", sagt der Geschäftsführer. Die Vorräume bleiben geschlossen, damit da nicht größere Menschengruppen auflaufen. In den Ausgaberäumen werden Tische zwischen Kunden und Mitarbeitern im zwei-Meter-Abstand aufgestellt.

Käme doch eine Schließung der Oberlausitzer Tafeln in Betracht, bedeute das für die Kunden, sie müssen ihre Lebensmittel dann im Supermarkt kaufen. Angesichts der Situation, dass vor allem preiswerte Waren in Massen gehamstert wurden, sei das sicher für den einen oder anderen nicht so einfach. "Wobei die Tafel ein Zusatzangebot ist", merkt Frank Grübe an. Schwer werde es dann, wenn Menschen mit geringem Einkommen auf teure Nudeln und Konserven in den Einkaufsmärkten zurück greifen müssten.

130 Einrichtungen haben geschlossen

Der Dachverband der Tafeln Deutschland informiert derweil, dass die Bundesregierung  Läden mit Ausnahme von Supermärkten und anderen geschlossen werden. "Nach Rücksprache mit dem Bundesministerium für Gesundheit ist es Auslegungssache, ob Tafeln als Supermärkte bewertet werden oder nicht", heißt es in dem Informationsschreiben auf der Internetseite. Grundsätzlich sei es also denkbar, dass Tafeln geöffnet bleiben. Allerdings werden Zusammenkünfte in Vereinen untersagt. Der Dachverband empfiehlt den Tafeln eine Rücksprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt. 

"Bis jetzt haben sich etwa 130 Tafeln entschlossen, ihren Betrieb und die Lebensmittelausgabe vorübergehend einzustellen, da sie sonst den Schutz ihrer Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden sowie Kunden nicht gewährleisten können", heißt es weiter. Andere Tafeln haben den Betrieb so umgestellt, dass Sie weiterhin mit so wenig Sozialkontakten wie möglich teilweise oder vollständig Lebensmittel ausgeben. So versucht das auch die Oberlausitzer Tafel die nächste Zeit zu bewerkstelligen und damit den Betrieb aufrecht zu erhalten. Wie lange das so klappt, kann Frank Grübe aktuell auch noch nicht sagen, hofft aber, dass eine Versorgung der Bedürftigen weiter möglich bleibt.

Neue Öffnungszeiten ab 23. März:

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  • Zittau: Dienstag bis Samstag, 13.30 bis 14.30 Uhr
  • Löbau: Montag bis Samstag, 13.30 bis 14.30 Uhr
  • Ebersbach-Neugersdorf: Dienstag bis Samstag, 13.30 bis 14.30 Uhr
  • Niesky: Montag bis Freitag, 14.30 bis 15.30 Uhr, Samstag, 13:30 bis 14.30 Uhr

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