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Corona: Tankstellen verkaufen mehr Sprit

Wegen der geschlossenen Grenzen zu Polen und Tschechien verzeichnen die Tankstellen in der Region Zittau-Löbau mehr Kunden. Die können sogar sparen.

Wegen der geschlossenen Grenzen nach Polen und Tschechien müssen viele Kraftfahrer jetzt bei den deutschen Tankstellen Sprit kaufen.
Wegen der geschlossenen Grenzen nach Polen und Tschechien müssen viele Kraftfahrer jetzt bei den deutschen Tankstellen Sprit kaufen. ©  Rafael Sampedro

Die Preise für Benzin und Diesel sind zuletzt stark gesunken. So günstig wie derzeit ist der Sprit an den deutschen Tankstellen schon lange nicht mehr gewesen. Zittaus Tankstellen verzeichnen höhere Umsätze. Die resultieren aber nicht allein aus den günstigen Spritpreisen. Auch die Schließungen der tschechischen und polnischen Grenzen sorgen für eine größere Nachfrage. 

In den vergangenen Tagen habe er den vierfachen Umsatz gegenüber dem Normalbetrieb gemacht, erklärt Andreas Franke, der Betreiber von Franke Tank an der Leipziger Straße in Zittau. Bisher sei der höhere Umsatz aber nur beim Tanken zu verzeichnen, der Warenabsatz im Shop sei dagegen noch nicht gestiegen.

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Ein deutliches Umsatz-Plus verzeichnete zuletzt auch die Aral-Tankstelle in Ebersbach an der Rumburger Straße, wie Betreiber Ingolf Baatz auf SZ-Nachfrage erklärt. Auch in der Oberlandstadt haben zuvor viele Einwohner den kurzen Weg bis nach Tschechien genutzt, um bei den Nachbarn zu tanken. Das ist vorerst nicht mehr möglich.

An der Aral-Tankstelle am Zittauer Stadtring ist zuletzt ebenfalls mehr Sprit verkauft worden, sagt Betreiber Sebastian Herzog. Die Steigerung sei aber nicht so enorm wie bei den Kollegen von Franke Tank. Immerhin konnten die Verluste der vergangenen Monate etwas ausgeglichen werden, sagt Herzog. Seit Inbetriebnahme der Baustelle auf dem Stadtring seien die Umsätze um 30 bis 35 Prozent gesunken, berichtet der Tankstellen-Chef. Die Zittauer Aral-Tankstelle ist während der Bauzeit nur über die Mandaustraße erreichbar, die direkte Zufahrt vom Stadtring ist nicht mehr möglich.

Arbeitszeiten verlängert

Stoßzeiten sind der frühe Vormittag und der Nachmittag - also wenn die Kunden zur Arbeit fahren oder nach Hause kommen, und dann noch mal schnell tanken wollen, erklärt Sebastian Herzog. Früher sei ganztägig Begängnis an der Aral-Tankstelle gewesen, so der Betreiber. Momentan kommen in der Nacht fast gar keine Kunden tanken, fügt er hinzu.

Bei Franke Tank ist dagegen auch abends mehr los. Aufgrund der deutlich höheren Nachfrage hat Andreas Franke die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter verlängert. Statt 35 sind sie jetzt 40 Stunden in der Woche tätig. "Meine Mitarbeiterinnen haben kaum noch Pausen", so Franke weiter. 

Handschuhe an den Zapfsäulen

Bei Aral sind die Arbeitszeiten bisher noch nicht verlängert worden. Dafür sind aber hier die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden - vor allem wegen der Ausbreitung des Coronavirus. So sind die Kassierer jetzt durch Plexiglasscheiben von den Kunden getrennt. Auch Abstandsmarkierungen wurden in der Tankstelle angebracht. Und die Kunden werden dazu angehalten, mit Karte zu bezahlen. Darüber hinaus sollen sie beim Tanken Handschuhe tragen, die an den Zapfsäulen bereit liegen. "Die Kunden halten sich größtenteils an die neuen Regeln und auch an die Hinweise, Abstand zu halten", sagt Sebastian Herzog.

Auch Andreas Franke will an der Kasse noch einen Spuckschutz anbringen, um seine Mitarbeiter besser zu schützen.

Einschränkungen bei den Serviceleistungen, wie beispielsweise der Waschstraße gebe es nicht, so Franke.

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Die Tankstellen-Betreiber blicken nun gespannt darauf, wie sich die Kundenströme nach der Verschärfung der Ausgangsregeln entwickeln. Denn wenn die Kunden weniger unterwegs sind, könnte das auch bedeuten, dass sie seltener tanken kommen. Aber das werden erst die kommenden Tage und Wochen zeigen. Wie Ingolf Baatz von der Ebersbacher Aral-Tankstelle erklärt, werde bereits jetzt deutlich, dass die höhere Umsätze wieder sinken.

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