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Corona-Test-Chaos auch in Dresden möglich?

Ein Dresdner Paar wartet nach dem Urlaub eine Woche lang auf sein Testergebnis. Wer für die Tests verantwortlich ist und wo man sich wann testen lassen kann.

Eine Krankenschwester hält am Dresdner Flughafen einen Corona-Abstrich in der Hand. Hier hat sich auch das Dresdner Ehepaar testen lassen.
Eine Krankenschwester hält am Dresdner Flughafen einen Corona-Abstrich in der Hand. Hier hat sich auch das Dresdner Ehepaar testen lassen. © René Meinig

Dresden. Im Kampf gegen das Coronavirus sind ausreichend viele Tests elementar. Denn so kann eventuell verhindert werden, dass Infizierte das Virus unwissend an andere weitergeben. Doch der Fall eines Paares aus Dresden zeigt, dass dabei auch in der Landeshauptstadt offenbar nicht alles rund läuft. Bis sie ihr Testergebnis erhielten, mussten die beiden Dresdner nämlich lange warten.

Seit dem 1. August können sich Reiserückkehrer aus dem Ausland in Deutschland kostenlos testen lassen. Voraussetzung ist, dass sie noch nicht länger als 72 Stunden wieder im Land sind. Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, muss das seit dem 8. August sogar tun. 

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Ein Ehepaar aus Dresden wollte diese Möglichkeit nutzen und sich am Flughafen Klotzsche testen lassen. Sie waren gerade aus Griechenland zurückgekehrt. Ihre Namen möchten die beiden nicht veröffentlichen. An der Teststation sei nicht viel los gewesen, erzählen sie. "Es gab keine langen Schlangen. Nur zwei oder drei Familien standen vor uns." 

Das Paar habe jeweils einen Bogen erhalten, auf dem es seine Handynummern eintragen sollte. "Nur die Nummer - keine weiteren Daten, keinen Namen." Nach der Testung hatte sich die Dresdnerin erkundigt, wie sie ihr Testergebnis erhalten würde. "Es hieß, dass bei einem positiven Test das Gesundheitsamt bei mir anrufen würde. Man würde sich aber in jedem Fall bei uns melden." Dies allerdings sei nicht geschehen.

Bayern-Panne auch in Dresden möglich?

Zwei Tage sollte die Auswertung dauern. Bei dem Paar, das sich am Mittwoch hatte testen lassen, ging auch am Montag immer noch keine Rückmeldung ein. Erst als sie eine Mail an die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) geschrieben hatten, bekamen die beiden einen Tag später einen Anruf vom Gesundheitsamt. "Man hat uns dann die Nummer des Labors gegeben, bei dem wir anrufen sollten."  

Der Anruf dort brachte endlich Erleichterung: Beide Ergebnisse seien negativ. "Das hat doch alles ganz schön lange gedauert. Gerade weil echt nicht viel los war an der Teststation", sagt die Dresdnerin. Am Donnerstag, über eine Woche nach dem Test, kam dann auch die SMS an, in der den Urlaubern mitgeteilt wurde, dass ihre Ergebnisse negativ sind. 

Ist es also möglich, dass auch in Dresden Pannen wie in Bayern passieren? Konkret wollte sich das sächsische Gesundheitsministerium dazu nicht äußern - es ist für die Teststation am Dresdner Flughafen verantwortlich. "Wir verfolgen das Test-Geschehen genau und prüfen regelmäßig Verbesserungsbedarf. Rückkehrer, die sich testen lassen, bekommen vor Ort eine Bestätigung, dass sie getestet wurden. Im Nachgang erhalten sie vom Labor zum Beispiel per SMS und/oder über die Corona-App ihr Ergebnis, wenn sie das wünschen", heißt es aus dem Ministerium. Positive Ergebnisse würden automatisch vom Labor an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet, das sich dann umgehend bei den positiv Getesteten melde. Die Tests am Flughafen würden durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen durchgeführt. Diese allerdings erklärt auf Anfrage, anders als das Ministerium, dass die Getesteten sich selbst informieren müssten. 

Ergebnisse per Corona-Warn-App

Sprecherin Katharina Bachmann-Bux sagt, vorrangig erfolge die Information über die Corona-Warn-App. "Außerdem kann das Ergebnis über Online-Angebote der Labore beziehungsweise über die angegebene Telefonnummer des beauftragen Labors abgerufen werden; in der Regel innerhalb von 24 Stunden." Jedoch sagt auch sie, dass sich das Gesundheitsamt bei einem positiven Test selbständig melde.

Wer nach einem Test also ganz sicher gehen will, sollte wohl am besten auf die Corona-Warn-App zurückgreifen. In ihr kann das eigene Testergebnis mit Hilfe eines QR-Codes eingesehen werden, laut Kassenärztlicher Vereinigung ebenfalls innerhalb eines Tages. Auf diese Möglichkeit sei man allerdings nicht hingewiesen worden, so das Paar.  "Als wir uns haben testen lassen, bestand das Angebot zudem noch keine Woche." Es ist also möglich, dass der Fall des Ehepaares einfach Startschwierigkeiten geschuldet war. 

Wo und wann können sich Dresdner testen lassen?

Doch wo kann man sich eigentlich wann testen lassen? Was sind die Voraussetzungen für einen Test? Das kommt ganz darauf an, warum man sich testen lassen will. Wer Symptome hat, der kann sich entweder beim Arzt oder in der Uniklinik testen lassen. Wichtig ist, vorher beim Hausarzt anzurufen und mit ihm abzusprechen, ob ein Test nötig ist. Er schreibt dann eine Überweisung, die mit in die Uniklinik gebracht werden sollte. Personen ohne Symptome können in der Station an der Uniklinik nicht getestet werden. Es sei denn, der Test wird für einen geplanten Auslandsaufenthalt benötigt. In diesem Fall müssen die Kosten von 150 Euro selbst übernommen werden. Das Ergebnis erhält man hier per SMS.

Wer sich testen lassen möchte oder muss, weil er aus dem Ausland zurückgekehrt ist, kann dies entweder am Flughafen, an der Autobahn oder beim Hausarzt tun. Die Testung muss innerhalb von 72 Stunden erfolgen. In Sachsen befinden sich die Autobahn-Testcenter an der A 4 bei Görlitz (Fahrtrichtung Dresden, Parkplatz "An der Neiße") und an der A 17 bei Bad Gottleuba (Fahrtrichtung Dresden, Parkplatz "Am Heidenholz"). 

Was Risiko-Reisende beachten müssen

Im Falle der Einreise aus einem Risikogebiet gibt es weitere Vorgaben. "Reisende, die aus Risikogebieten einreisen, sind gemäß der Sächsischen Quarantäneverordnung verpflichtet, sich unverzüglich bei ihrem Gesundheitsamt zu melden. Dies gilt auch bei negativem Testergebnis. Die Vorgaben des Bundes sehen vor, dass Reisende bei Einreise mit dem Flugzeug, Schiff, Zug oder Bus sogenannte Aussteigekarten ausfüllen müssen. Diese werden von den Verkehrsunternehmen an die örtlichen Gesundheitsämter weitergeleitet. Damit kann das Gesundheitsamt abgleichen, ob die Meldung beim Gesundheitsamt und die Vorlage des negativen Testergebnisses erfolgt sind. Sie führen zudem Stichprobenkontrollen zur Überwachung der Quarantäne durch", so das Ministerium. 

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