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Keine Corona-Tests im Südkreis

Das Gesundheitsamt hat in den letzten zwei Wochen 48 Personen auf das Corona-Virus getestet – im gesamten Landkreis. Im Raum Löbau-Zittau keinen einzigen davon.

Symbolfoto
Symbolfoto © dpa

Eine positive Nachricht: Seit fast drei Wochen gibt keine Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Kreis Görlitz. Aktuell ist nach offiziellen Angaben niemand infiziert. Zwei Personen befinden sich noch in Quarantäne. Aber wie oft und wer wird überhaupt getestet? SZ fragte beim Landkreis nach. 

Wie viele Corona-Tests hat das Gesundheitsamt vom Landkreis die vergangenen Wochen durchgeführt?

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Die letzten 14 Tage hat das Gesundheitsamt im Süden des Landkreises keinen einzigen Corona-Test durchgeführt. In Löbau und Zittau sowie den umliegenden Orten fanden damit Tests auf das Virus in diesem Zeitraum nicht statt. Das bestätigt Kreissprecherin Julia Bjar auf SZ-Nachfrage. Insgesamt wurden kreisweit vom 11. bis 24. Mai 48 Tests durchgeführt. "Dabei erfolgten Testungen zur Endisolierung bei Infizierten, die in medizinischen Einrichtungen tätig sind. Aber auch Kontaktpersonen mit Symptomen wurden getestet", berichtet Julia Bjar. 

Die meisten Tests der vergangenen beiden Wochen fanden in Niesky statt. Das waren 16. In Kodersdorf und Rothenburg wurden sieben, in Waldhufen fünf, in Görlitz vier und in Rietschen drei Personen getestet. Die anderen sechs Getesteten verteilen sich auf weitere Orte. Bei 268 Menschen wurde das Virus seit März nachgewiesen. 22 Menschen verstarben. 

Wen testet das Gesundheitsamt eigentlich?

Die Behörde testet ausschließlich die Kontaktpersonen von den an Covid-19 Erkrankten. Ob und wie viele Hausärzte außerdem einen solchen Test mit Patienten gemacht haben, ist der Pressestelle nicht bekannt. Und auch nicht, wie viele Corona-Tests im Görlitzer Carolus-Krankenhaus durchgeführt wurden. Im Krankenhaus befindet sich seit Ende März die Anlaufstelle, in der Patienten stationär aufgenommen und auf Covid-19-Symptome geprüft werden. Mitgeteilt wird dem Gesundheitsamt nicht, wenn Testergebnisse negativ ausfallen. Deshalb sind der Kreissprecherin auch keine Zahlen bekannt. 

Das Gesundheitsamt bekommt allerdings von den Hausärzten und dem Carolus-Krankenhaus Informationen, wenn bei den Tests positive Ergebnisse vorliegen. Dann wiederum kommt die Behörde zum Zuge und testet die Kontaktpersonen der oder des Erkrankten. Nachgewiesene Fälle fließen in die Statistik ein.

Wie kommen möglicherweise mit dem Virus Infizierte eigenständig an einen Test?

Beim Vorliegen von sogenannten Testkriterien übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Test. "Betroffene melden sich bitte beim Hausarzt, der entweder selbst den Abstrich macht oder den Betroffenen in die 'Corona-Ambulanz' am Malteser-Krankenhaus in Görlitz überweist", sagt Julia Bjar. Aktuelle Testkriterien nach dem Robert-Koch-Institut sind Menschen mit Symptomen ähnlich einer Erkältung, dem Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sowie diejenigen, die Kontakt zu einem bestätigten Fall bis 14 Tage vor der Erkrankung hatten und wenn es Hinweise auf eine Lungenentzündung gibt. Sollte jemand jedoch unabhängig davon getestet werden wollen, muss der Test nach Angaben der Kreissprecherin aus eigener Tasche bezahlt werden

Lehrer in Sachsen sollen sich freiwillig testen lassen können. Wie wird das in der Region organisiert?

Ab Juni wird es Lehrern möglich sein, sich testen zu lassen. „Nach gegenwärtigem Stand sind die Hausärzte dazu aufgefordert, diese Untersuchungen zu machen“, sagt Julia Bjar. Abschließende Gespräche zwischen dem Kultusministerium und der kassenärztlichen Vereinigung laufen nach Landkreisinformationen jedoch noch. Das heißt, es steht bisher nicht genau fest, wie die Tests ablaufen werden. 

Werden durch den Kreis auch Antikörpertests für bestimmte Berufsgruppen durchgeführt oder ist das in Planung?

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Seitens des Robert-Koch-Institutes wird darauf hingewiesen, dass ein Antikörpertest allein nicht als Kriterium für eine Diagnosestellung ausreicht und keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder einem Immunstatus des Patienten zulässt. „Vom Görlitzer Gesundheitsamt werden momentan noch keine Antikörpertests angeboten“, erklärt die Pressesprecherin. 

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