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Warum ich als Tierparkkuh jetzt Diät halte

Der Görlitzer Zoo ist seit Wochen geschlossen. Niemand darf Gretel und ihre Freunde besuchen. Was macht man da? Das rote Höhenvieh berichtet selbst.

Steffi Späthe füttert die Kühe Heidi (vorn) und Gretel im Tierpark in Görlitz. Beide Vertreter bedrohter Haustierrassen bekommen derzeit weniger Futter: Sie sind auf Diät gesetzt.
Steffi Späthe füttert die Kühe Heidi (vorn) und Gretel im Tierpark in Görlitz. Beide Vertreter bedrohter Haustierrassen bekommen derzeit weniger Futter: Sie sind auf Diät gesetzt. © André Schulze

Der Görlitzer Zoo ist seit Wochen geschlossen. Trotzdem sind die Tiere nicht sich selbst überlassen. Sie haben sogar mehr Freiheiten als sonst. Welche das sind, erzählt die Kuh Gretel, ein Rotes Höhenvieh, das zu den bedrohten Haustierrassen gehört und auf dem Tierpark-Bauernhof lebt:

"Es ist sehr ruhig. Niemand darf uns besuchen. Nur die Tierpfleger, die bekomme ich regelmäßig zu Gesicht. Sie haben es nicht leicht. Andere Arbeits- und Pausenzeiten, viel weniger Kontakt untereinander. Die Pfleger beginnen ihren Dienst zeitversetzt. Und dann müssen sie noch alles mit den Familien unter einen Hut bekommen, weil die Kinder wegen geschlossener Schulen und Kitas zu Hause sind. In zwei Gruppen arbeiten die Pfleger jetzt. Nach fünf Arbeitstagen wechselt die Gruppe. Das alles ist zum Eigenschutz der Zweibeiner notwendig, damit für den Fall einer Infizierung eines Pflegers mit dem neuartigen Corona-Virus nicht das ganze Team ausfällt, weil es in Quarantäne muss.

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Na gut, für mich und meine Freundin Heidi, ein schwarzbuntes Niederungsrind, wäre das vielleicht nicht ganz so fatal. Denn wir beide stehen sowieso auf Diät. Wir sind zu dick. Schuld sind die Kinder. Wenn sie da sind, füttern sie uns mit Gras oder Heu, je nach Jahreszeit. Und wir fressen, was sie uns geben.

Andere Parkbewohner haben jetzt mehr Auslauf als sonst

Damit uns nicht so langweilig ist, dürfen wir jetzt ab und zu auf die Koppel. Die Tierpfleger haben für uns ein Stück Wiese eingezäunt und führen uns an der Leine hin. Esel und Kamele sind auch manchmal dort. Andere Tierparkbewohner haben jetzt mehr Auslauf als sonst. Es muss niemand befürchten, dass Besucher umgerannt werden - sind ja keine da.

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Wir freuen uns schon sehr, wenn der Zoo wieder öffnen darf. Die Zoo-Handwerker reparieren und schaffen Neues. Was, das will ich nicht verraten. Aber kein Geheimnis ist es, dass im Frühling viel Nachwuchs angekommen ist, darunter bei Schafen, Ziegen, Kamelen und Stachelschweinen. Auch ein Geierküken ist da. Andere Vögel brüten noch. Fast alle der Neuankömmlinge werden staunen, wenn der Zoo wieder öffnet: Denn sie haben noch nie in ihrem Leben Tierparkbesucher gesehen."

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