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Zittau

Corona: Illegale Treffen hören nicht auf

Die Polizei hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Verstöße gegen die aktuellen Regelungen festgestellt. Eine ganze Reihe davon auch in Zittau.

Abstand hält diese Gruppe lediglich vom Supermarkt, untereinander stehen sie eng nebeneinander. So wie diese Gruppe muss die Polizei immer wieder Verstöße feststellen.
Abstand hält diese Gruppe lediglich vom Supermarkt, untereinander stehen sie eng nebeneinander. So wie diese Gruppe muss die Polizei immer wieder Verstöße feststellen. ©  Matthias Weber

Abstand haben sie gehalten - wenn auch nicht untereinander, sondern nur zum Kaufland-Markt. Statt sich wie sonst direkt vor dem Eingang des Zittauer Supermarktes oder in einer Ecke des weitläufigen Parkplatzes zu treffen, standen die vier Männer im Alter zwischen 46 und 70 Jahren zusammen mit einer 60-Jährigen gut 200 Meter Luftlinie entfernt, neben den Garagen an der Robert-Koch-Straße und tranken hier ihren Alkohol. Ein eindeutiger Verstoß gegen das derzeit bestehende Kontaktverbot. Der Verstoß blieb der Polizei nicht verborgen. Sie rückte an, belehrte die kleine Gruppe, fertigte Anzeigen an und verwies die fünf Personen des Platzes.

Es ist nur einer von mehreren Fällen der vergangenen Tage, bei denen gegen die Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot verstoßen wurde. Allein am Mittwoch, dem Tag, an dem die Polizisten auch das verbotene Treffen am Zittauer Garagenkomplex aufgelöst haben, sind nach Polizeiangaben in den beiden Landkreisen Görlitz und Bautzen über 40 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung erstattet worden.

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Mehr als die Hälfte der Verstöße in Zittau

Im Revierbereich Zittau-Oberland verzeichnete die Polizei, wie Pressesprecherin Katharina Korch auf SZ-Anfrage mitteilt, im gesamten Monat März über 100 Verstöße gegen die Allgemeinverfügung. Mehr als die Hälfte seien dabei auf die Stadt Zittau entfallen.

Ob sich die Verstöße auf bestimmten Zeiten wie beispielsweise die Wochenenden konzentrieren, ist laut Polizei derzeit noch nicht festzustellen, da die Verbote noch nicht lange gelten. Aufgrund des sehr kurzen Betrachtungszeitraums seien auch noch keine Aussagen möglich, wie sich die Anzahl der Verstöße entwickele, so die Polizeisprecherin.

Von einer Abnahme kann angesichts der festgestellten Verstöße kaum die Rede sein. Am vergangenen Sonntag erstattete sie in den Landkreisen Görlitz und Bautzen insgesamt 14 Strafanzeigen, am Montag waren es 52, Dienstag 43 und Mittwoch 41. So haben sich zum Beispiel am Montag ein 18-Jähriger und ein 15-Jähriger an einer Haltestelle an der Bahnhofstraße in Löbau getroffen - ohne triftigen Grund. Auch in diesem Fall gab es Strafanzeigen und einen Platzverweis. 

Während die Polizei in den vergangenen Tagen zahlreiche Verstöße feststellte, haben die Ordnungshüter der Stadt Zittau bisher keine Strafen oder Verwarnungen ausgesprochen, wie Zittaus Pressesprecher Kai Grebasch informiert. Die städtischen Vollzugsbediensteten kontrollieren seit dem 19. März die Einhaltung der Allgemeinverfügung. Maßgeblich wurden Gaststätten und Verkaufseinrichtungen zur bestehenden Rechtslage informiert und ersucht, die Vorschriften unverzüglich umzusetzen, teilt Grebasch weiter mit.

Ein Schwätzchen ohne großen Abstand

Gleichzeitig wurden die 25 Spielplätze der Stadt Zittau mit Hinweisen versehen, dass sie derzeit nicht betreten werden dürfen. Diese Hinweise werden, wie mehrere Stichproben der SZ unter anderem in der Weinau oder in den Wohngebieten in Zittau-Ost und Zittau-Süd zeigen, weitgehend eingehalten.

Während sich die Kleinen an die geltenden Regelungen zu halten scheinen, ist das bei den älteren Generationen nicht unbedingt so. Gassigeher unterhielten sich miteinander - ohne großen Abstand. Spaziergänger nahmen nebeneinander auf den Sitzbänken am Weinauteich Platz.

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Wie Zittaus Pressesprecher Kai Grebasch erklärt, hätten betroffene Bürger, Einzelhändler und Gastronomen mit großem Verständnis auf Hinweise der städtischen Ordnungshüter reagiert. Verstöße fußten demnach fast ausschließlich auf Missverständnissen und kaum auf Vorsatz. "Dafür möchten wir uns bei der breiten Öffentlichkeit herzlich bedanken", so Grebasch.

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