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Corona: Was nun in Dresdner Kitas gilt

Vor knapp zwei Wochen sorgte ein Corona-Fall in einer Dresdner Kita für Aufsehen. Welche Vorgaben jetzt in der Dresdner Kinderbetreuung gelten.

Personalintensive Betreuung: Die Dresdner Kitas kämpfen derzeit mit unterschiedlichen Schwierigkeiten.
Personalintensive Betreuung: Die Dresdner Kitas kämpfen derzeit mit unterschiedlichen Schwierigkeiten. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Seit zwei Wochen haben die Dresdner Kitas nach der Corona-Schließzeit, in der nur Notbetreuung möglich war, wieder für alle Kinder geöffnet. In die Freude bei den Eltern mischen sich aber noch immer die Furcht vorm Anstecken ihrer Kinder mit dem Virus und die Sorgen um die Öffnungszeiten. Sie könnten viel zu kurz sein, befürchten viele. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema. 

Öffnen die Kitas weiter verkürzt?

Ja, weiterhin gibt es sowohl bei den städtischen als auch bei den Kitas der Freien Träger verkürzte Öffnungszeiten. Manche öffnen um 7 statt um 6 Uhr oder schließen schon 15.30 Uhr. Der Grund: Nach wie vor gilt, dass die Kinder in festen Gruppen von möglichst den gleichen Fachkräften in fest zugewiesenen Räumen betreut werden. "Diese Art der Betreuung ist weiterhin sehr personalintensiv. Zusätzlich sind gruppenübergreifende Früh- und Spätdienste nicht erlaubt, weshalb Einschränkungen der Öffnungszeiten am Morgen und am Nachmittag weiterhin erforderlich sind", so die Stadt. 

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So ist das auch bei den Kitas des Deutschen Roten Kreuzes in Dresden. "Solange die jetzigen Auflagen gelten, können wir die Öffnungszeiten nicht ausweiten. Im Gegenteil, auf Grund der beginnenden Urlaubszeit ist die personelle Situation noch angespannter und eine Kürzung der Öffnungszeiten kann nicht ausgeschlossen werden", sagt Sprecherin Ulrike Peter.

"Schulen und Kitas sind noch weit weg von jeglicher Form der Normalität. Der Gesundheitsschutz von Älteren und Risikogruppen ist nach wie vor zentral und wichtig - Normalität für alle anderen darf nicht durch deren Isolation erkauft werden", so SPD-Bildungsexpertin Dana Frohwieser. Das völlig ausgezehrte Bildungssystem könne die Zusatzbelastungen durch Corona einfach nicht kompensieren. "Zweitklässler, die jetzt nicht Schwimmen lernen, Vorschulkinder, denen die wichtige Schulvorbereitungszeit fehlt: Wir brauchen dringend langfristige und vor allem umfangreiche Rettungsschirme für Kitas."

Wie viele Kinder werden derzeit in den Kitas betreut?

In den kommunalen Kitas und Horten werden zurzeit insgesamt 27.674 Kinder betreut. 21.369 von ihnen besuchen die städtischen Einrichtungen. Das ist der Ergebnis einer Abfrage am 27. Mai. 

Bei den Kitas des Roten Kreuzes nutzen derzeit  85 bis 95 Prozent der Eltern die Einrichtung, teils auch nur tageweise. Die anderen Eltern ziehen es laut Auskunft von DRK-Sprecherin Ulrike Peter vor, ihre Kinder zu Hause zu lassen. 

Sind die Elternbeiträge weiter ausgesetzt?

Nein, mit der Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebes in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen haben alle Eltern einen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder in Kita, Hort oder Kindertagespflege. Dementsprechend ist ab diesem Zeitpunkt auch der reguläre Elternbeitrag zu zahlen. Dies gilt unabhängig davon, ob das Betreuungsangebot tatsächlich in Anspruch genommen wird.

Da die Kindertagespflegestellen, Horte und Kitas zu unterschiedlichen Zeitpunkten den eingeschränkten Regelbetrieb aufgenommen haben, ergibt sich folgendes Bild: Für die Kinderbetreuung bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater werden seit dem 4. Mai wieder Elternbeiträge erhoben. Für die Betreuung von Viertklässlern im Hort ist seit dem 6. Mai ein Elternbeitrag zu zahlen. Für die Betreuung aller anderen Kinder in Kitas und Horten ist mit der Wiederaufnahme des eingeschränkten Regelbetriebes ab dem 18. Mai ein Elternbeitrag zu zahlen.

Wie funktioniert es mit den Gesundheitszetteln?

Die städtischen Kitas lassen sich weiter von den Eltern bestätigen, dass ihre Kinder und sie selbst keine Krankheitssymptome aufweisen. Die Mehrheit der Kitas lässt sich beim Bringen der Kinder die Gesundheitsbestätigung von den Eltern unterschreiben. Dadurch soll vermieden werden, dass die unterschriebene Gesundheitsbestätigung zu Hause vergessen wird. 

Die Zettel werden oftmals in Gruppenmappen, alphabetisch sortiert, aufbewahrt. Die Eltern unterschreiben mit eigenem Stift und nach der Händedesinfektion. Für die Hortkinder bekommen die pädagogischen Fachkräfte eine Information der Schule. Bei Kindern, die die Bescheinigung vergessen haben, wird seitens der Grundschulen telefonischer Kontakt zu den Eltern aufgenommen und die Information ausnahmsweise auf diesem Weg eingeholt.

Was passiert bei fehlender Gesundheitsbescheinigung?

Die Einrichtungen sind verpflichtet, jeden Tag, an dem die Kinder in die Kitas gebracht werden, die Bestätigung einzufordern. "Bisher sind uns gleichwohl keine Fälle bekannt, dass Kinder nicht aufgenommen werden konnten", so die Stadtverwaltung.

Werden die Erzieher regelmäßig auf Corona getestet ?

Nein, die Erzieher der städtischen Kitas nicht. "Vom Sozialministerium werden keine flächendeckenden Testungen empfohlen, da die Tests lediglich eine Momentaufnahme darstellen", so die Stadt. Beschäftigte und Arbeitgeber würden in falscher Sicherheit gewogen, da sich die Testperson direkt nach bereits erfolgter Negativ-Testung unwissentlich bei einer anderen Person anstecken könnte. Wenn in einer Kindertageseinrichtung ein Fall von Covid-19 auftreten sollte, dann würden die unmittelbaren Kontaktpersonen direkt vom Gesundheitsamt getestet.

Auch bei der DRK werden die Erzieher nicht getestet. "Wir als DRK messen Antikörpertests eine größere Bedeutung zu. Derzeit wird abgeklärt, wer die nicht unerheblichen Kosten für diese Antikörpertests übernimmt", so Sprecherin Ulrike Peter.

Gab es weitere Corona-Fälle in Dresdner Kitas?

Nein, bisher ist es bei einem Fall geblieben, in dem sich ein Kind, das in der Notbetreuung in einer Dresdner Kita war, infiziert hatte. Die Symptome äußerten sich in Husten und Schnupfen. 

Alle Kontaktpersonen waren bis zum 29. Mai in Quarantäne. Es handelte sich um 20 Erwachsene, Erzieher und Mitarbeiter der Kita, Eltern des erkrankten Kindes und Eltern, die Quarantäne-Kinder betreuen. Dazu wurden 19 Kinder isoliert.

Die Kita blieb aber weiter geöffnet, da alle Kontaktpersonen ermittelt werden konnten. 

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