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Coronavirus in Radeberger Altenheim nachgewiesen

Bei zwei Bewohnern und einer Mitarbeiterin verliefen die Tests positiv. Jetzt wurden weitreichende Vorkehrungen beschlossen.

Im Alten-und Pflegeheim Radeberg wurden erste Corona-Fälle nachgewiesen.
Im Alten-und Pflegeheim Radeberg wurden erste Corona-Fälle nachgewiesen. © Thorsten Eckert

Radeberg. Im städtischen Alten-und Pflegeheim in Radeberg sind erste Covid-19-Fälle aufgetreten. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Nach Angaben von Rathaussprecher Jürgen Wähnert wurde bei zwei Bewohnern auf einer Station der Virus nachgewiesen. Außerdem verlief bei einer Mitarbeiterin der Test positiv. Sie war allerdings seit etwa zwei Wochen nicht mehr im Haus. 

"Alle drei Personen befinden sich in Quarantäne", teilt Jürgen Wähnert mit. Gesundheitsamt, Heimleitung und Oberbürgermeister haben sich inzwischen auf genaue Ablaufpläne verständigt. Dabei geht es insbesondere um verstärkte Sicherheitsregeln, Hygienevorschriften und die Beschaffung von zusätzlichem Material wie beispielsweise Schutzkleidung.

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Im Haus befinden sich derzeit zwei Teams, die bei Bewohnern und Mitarbeitern die für die Tests erforderlichen Abstriche machen. "Ich bin sehr froh über die gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und die umsichtige und vorausschauende Arbeit unseres Personals", sagt OB Gerhard Lemm (SPD) zu dem Vorfall. 

Nach seinen Worten werden jetzt alle Bewohner und das gesamte Personal getestet, was sonst nicht üblich ist und über die Richtlinien des Robert-Koch-Institutes (RKI) hinausgeht. Das Verfahren kann sich über etwa eine Woche erstrecken. Es gibt regelmäßige Abstimmungen zwischen dem Gesundheitsamt, der Heimleitung und der Stadt. Angehörige werden regelmäßig über die Lage im Heim unterrichtet. Es wird gebeten, von persönlichen Nachfragen abzusehen, da die Personalkapazität im Haus aktuell dafür nicht ausreicht. 

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"Wir stehen vor einer großen Herausforderung", so der OB. "Ich danke besonders unserem Personal für ihre engagierte Arbeit, die wir gerade jetzt besonders nötig haben. Ebenso denke ich an die Bewohner und ihre Angehörigen, die sicher auch große Ängste und Nöte haben. Ich versichere Ihnen, dass die Stadt gemeinsam mit der Heimleitung und dem Gesundheitsamt alles Erdenkliche unternehmen wird, um diese Krise bestmöglich zu überstehen." Aktuell befinden sich in dem Haus 164 Bewohner, 120 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Wo sich die Bewohner und die Mitarbeiterin angesteckt haben könnten ist noch unklar. "Darüber haben wir momentan noch keine Erkenntnisse", sagte Jürgen Wähnert. Frühzeitig waren Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. So war bereits Mitte März eine strikte Besuchersperre verhängt worden. Sollte sich Covid-19 weiter in dem Haus ausbreiten, werde auch darüber nachgedacht, ganze Stationen unter Quarantäne zu stellen, so der Rathaussprecher. 

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Radeberg war zuletzt immer mehr in den Fokus gerückt. So war Anfang der Woche bekannt geworden, dass in der Stadt eine Corona-Ambulanz eröffnet wird. Sie ist für Personen gedacht, die Symptome einer Infektion mit Covid-19 aufweisen und getestet werden müssen. Die Tests nehmen niedergelassene Ärzte vor. 

Dort werden ausschließlich Menschen getestet, die vom Hausarzt überwiesen wurden. Die sogenannten Anlaufpraxen werden durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) betrieben. Wann die Praxis in Radeberg genau öffnet, ist noch unklar. Das hänge unter anderem davon ab, wie schnell bestimmte Geräte beschafft werden können, so eine Sprecherin der KVS.

Im Landkreis Bautzen ist die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten auf 242 gestiegen (Stand Donnerstagnachmittag). Das sind 13 mehr als am Vortag, teilt das Landratsamt mit. 21 weitere Patienten sind wieder gesund. Insgesamt sind damit bislang 100 Corona-Infizierte im Landkreis Bautzen genesen. Die Zahl der aktuell angeordneten Quarantäne steigt auf 417. Insgesamt konnten bislang 1219 Quarantänen aufgehoben werden.

Aktuell werden elf positiv getestete Personen in einer Klinik behandelt. Bei einem Patienten ist ein schwerer Verlauf zu verzeichnen. Drei Patienten sind bisher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Landkreis Bautzen verstorben, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

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