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Corona: Wann kommt nächster Lockdown?

Mit der Regel von höchstens 50 Infizierten von 100.000 umzugehen, fällt den Verantwortlichen in Dresden nicht leicht. Wie funktionieren lokale Einschränkungen?

Wenn die Corona-Zahl die neue Infektionsgrenze überschreitet, muss die Stadtverwaltung entscheiden.
Wenn die Corona-Zahl die neue Infektionsgrenze überschreitet, muss die Stadtverwaltung entscheiden. ©  Archiv/René Meinig

Dresden. Corona bleibt, auch wenn vielleicht die schlimmste Zeit vorbei ist. Davon gehen die Fachleute aus, deren Prognosen bis auf Weiteres auch für Dresden gelten. Das heißt: Werden innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 50 neu infizierte Corona-Patienten in der Stadt registriert, gibt es wieder harte Einschränkungen. Sie können von der Schließung einzelner Einrichtungen und Firmen bis zu drastischen Ausgehbeschränkungen reichen.

Es stimmt: Die Zahl, die der Freistaat jetzt für neue Corona-Einschränkungen in Dresden festgelegt hat, ist auch in der schlimmsten Infektionszeit nie erreicht worden. Maximal 56 waren es innerhalb von sieben Tagen in ganz Dresden. Jetzt gilt: Bleibt es jederzeit bei weniger als 250 neuen Infektionen in sieben Tagen, sind für die Gesamtstadt voraussichtlich keine neuen Einschränkungen wie der mehrwöchige Lockdown nötig.

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Doch mit der neuen Regel umzugehen, fällt den Verantwortlichen nicht leicht. Rathaussprecher Kai Schulz berichtet, das hätten die Bürgermeister und Landräte dem Freistaat auch mitgeteilt. "Gibt es einen Hotspot und ist der Infektionsraum beschränkt, bleibt alles, wie es ist", sagt Schulz. Das heißt, dann würden neue, aber lokal begrenzte Einschränkungen reichen. Unvorstellbar seien aber etwa Einschränkungen in einem Stadtteil oder einer Stadt, während im benachbarten Kiez oder Landkreis alles weiter läuft, als sei nichts passiert.

Wie neue Einschränkungen künftig definiert werden können, solle bei Bedarf eine Arbeitsgruppe im sächsischen Sozialministerium mitbestimmen. Wird ein neuer Infektions-Schwerpunkt ausgemacht, sollen die Fachleute aus dem Ressort von Petra Köpping (SPD) gemeinsam mit Vertretern der Stadt entscheiden, ob und wie die neuen Corona-Regeln angewendet werden müssen, sagt Schulz.

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Und er nennt ein Beispiel: Handelt es sich zum Beispiel um eine Schule, in der die Infektionsketten vom Gesundheitsamt der Stadt nicht mehr nachvollzogen werden können, dann müsste diese Schule vielleicht wieder geschlossen werden. Können die Mitarbeiter des städtischen Gesundheitsamtes dagegen klären, wer der Auslöser der Infektionskette war und welche Kontakte er hatte, könne es dagegen bei Quarantäne für diese Personengruppe bleiben. "So ähnlich funktioniert das auch, wenn zum Beispiel in einer Einrichtung das Norovirus nachgewiesen wird", sagt der Rathaussprecher.

Dass jetzt die 50-pro-100.000-Regel gilt, findet Kai Schulz nachvollziehbar und erklärt es so: Hätte es keine Kontaktsperre und keine Ausgangsbeschränkungen gegeben und wären Läden, Restaurants, Hotels und Dienstleister nicht geschlossen worden, "hätten Ostern die ITS-Betten in Dresden nicht mehr ausgereicht". Das heißt, dann hätte es in Dresden so viele schwer kranke Corona-Patienten gegeben, dass die Krankenhäuser der Stadt mit der Zahl der Intensiv-Patienten überfordert gewesen wären. 

Das könne man einfach nachrechnen, wenn man die Zahl der Infektionen aus der Anfangszeit ohne Lockdown weitermultipliziert bis zum Osterwochenende. "Wir sind sozusagen Opfer des eigenen Erfolgs", sagt Schulz. Nur, weil es diesen Anstieg dank der drastischen Einschränkungen nicht gab, sei es jetzt so schwer, die neue Zahlenregel zu erklären.

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