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Bischofswerda

Spezialverfahren gegen Corona-Viren

Zwei Firmen aus Bischofswerda und Bretnig statten Kliniken und Pflegedienste mit Schutzmasken aus. Dafür setzen sie auf ein innovatives Modell.

Karin Haufe, Mitarbeiterin in der Wäscherei Zierenberg, zeigt zwei der Päckchen, in denen die Mund- und Nasenmasken versandt werden. In Bischofswerda werden sie nach einem zertifizierten Verfahren gewaschen und desinfiziert.
Karin Haufe, Mitarbeiterin in der Wäscherei Zierenberg, zeigt zwei der Päckchen, in denen die Mund- und Nasenmasken versandt werden. In Bischofswerda werden sie nach einem zertifizierten Verfahren gewaschen und desinfiziert. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda/Bretnig.  In der Wäscherei Zierenberg in Bischofswerda werden jetzt nicht nur Bett- und Haushaltswäsche, Gardinen und Kleidung gewaschen. Vor einigen Tagen kam ein ganz neues Geschäftsfeld hinzu: Zehntausende Mund- und Nasenschutzmasken werden in einem Spezialverfahren so gereinigt und desinfiziert, dass sie den hohen Anforderungen der Krankenhaushygiene und des Infektionsschutzes entsprechen. Die Bischofswerdaer arbeiten hierfür mit dem Textilunternehmen Flock + Print in Bretnig zusammen. 

Spezialverfahren tötet Viren ab

Die Firma in Bretnig hat innerhalb kurzer Zeit ihre Produktion umgestellt. Auf Grund der hohen Nachfrage stellt sie in ihrer Näherei jetzt dreilagigen Mund- und Nasenschutz aus Baumwolle her, wahlweise mit Bändern oder Gummizug. In Bischofswerda werden die Schutzmasken in einem zertifizierten Chemo-Thermischen Desinfektionswaschverfahren für die Kunden aufbereitet, ehe sie -  zu je 50 Stück in Folie eingeschweißt -  ausgeliefert werden.  "Wir arbeiten nach einem vom Robert-Koch-Institut entwickelten Verfahren, das die Viren abtötet", sagte Wäscherei-Inhaber Volkmar Zierenberg gegenüber Sächsische.de. Die ersten Margen wurden zu Beginn dieser Woche an die Krankenhäuser Bautzen und Bischofswerda sowie an den regionalen Energieversorger Enso ausgeliefert.  

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Doch darauf ist die Leistung nicht begrenzt. Die gebrauchten Mund- und Nasenschutze gehen zurück in die Wäscherei, wo sie erneut gewaschen und desinfiziert werden. "Pro Mitarbeiter rechnet man im Durchschnitt mit drei Masken: eine im Gebrauch, eine in der Wäscherei und eine auf dem Transport", erläutert Volkmar Zierenberg. 

Die Oberlausitz-Kliniken, die die Krankenhäuser in Bautzen und Bischofswerda betreiben, haben das neue Produktionsfeld angestoßen, indem sie anfragten. Die in der Region mit zahlreichen Annahmestellen präsente Wäscherei ist seit vielen Jahren Kooperationspartner der Kliniken. Sie reinigt die Wäsche für die Krankenhäuser bis hin zur Arbeitskleidung der Mitarbeiter. Dafür unterzieht sich der Betrieb regelmäßigen Kontrollen -  in den ersten Jahren durch das Gesundheitsamt, jetzt durch eine von der Behörde beauftragte Firma.     

Kundenakquise in ganz Deutschland

In Zusammenarbeit mit den Partnern aus Bretnig werden weitere Aufträge abgearbeitet, etwa für das Radeberger Krankenhaus, für Kliniken im Kreis Görlitz, für Arztpraxen und Pflegedienste. Angesichts des Bedarfes an Schutzmasken hat das Modell Potenzial, das Geschäftsfeld auf ganz Deutschland auszudehnen, erwartet Volkmar Zierenberg. Die Logistik ist bereits vorhanden. Insbesondere mit der Reinigung von Großzelten ist die Bischofswerdaer Wäscherei schon jetzt bundesweit sowie in Österreich und der Schweiz im Geschäft. Es gibt Speditionen, die den Betrieb anfahren. Auch ein Paketversand des Mund- und Nasenschutzes ist möglich. 

Das neue Aufgabenfeld trägt dazu bei, weggebrochene Aufträge,  vor allem aus den Bereichen Gastronomie und Hotelerie,  wenigstens teilweise  zu kompensieren.  "Mit den waschbaren Mund- und Nasenmasken helfen wir der Region, halten aber auch uns über Wasser", sagt Volkmar Zierenberg. Der Betrieb hat 15 Mitarbeiter, darunter elf Frauen. 

Alle anderen Leistungen des Betriebes werden ohne Einschränkungen weiterhin angeboten,  sowohl für Firmen als auch Privatkunden. Gewaschen werden die Schutzmasken wie die Krankenhauswäsche überhaupt separat von der Wäsche der anderen Kunden, so dass eine mögliche Ansteckungsgefahr ausgeschlossen sei, betont der Unternehmer. 

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