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Weinfeste bleiben, Literaturfest verschoben

Der Gewerbeverein zögert mit der Absage großer Veranstaltungen. Die Taktik hat sich bewährt.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Der volle Meißner Marktplatz während des Weinfestes im vergangenen Jahr.
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Der volle Meißner Marktplatz während des Weinfestes im vergangenen Jahr. © Anne Hübschmann

Meißen/Radebeul. Ein voller Meißner Markt, Drängeln auf dem Kötzschenbrodaer Anger. Menschen dicht an dicht gedrängt. Ob es das dieses Jahr zu den Weinfesten vom 25. September bis 29. September in Meißen und Radebeul geben wird? Das Literaturfest wurde dieser Tage bereits abgesagt.

Der Meißner Gewerbevereinschef Uwe Reichel hat sich über diese Frage bereits intensiv Gedanken gemacht. Er plädiert dafür, zunächst abzuwarten und eventuell von den Erfahrungen anderer Städte zu lernen. Diese Taktik habe sich bewährt, argumentiert der Unternehmer. Unnötiger Ärger mit Aufsichtsbehörden lasse sich auf diese Weise vermeiden. So habe er angestoßen, den ersten Meißner Grünmarkt in der Coronakrise stattfinden zu lassen, nachdem in Dresden der Wochenmarkt auf der Lingnerallee öffnen durfte. 

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Verträge werden angepasst

Ein Blick auf den Veranstaltungskalender des Meißner Gewerbevereins zeigt: Bislang ist die Porzellanstadt von schlimmeren Absagen wegen der Coronakrise weitgehend verschont geblieben. Kneipennacht, Ostermarkt und verkaufsoffener Sonntag gehören bislang zu den Opfern. Der Töpfermarkt dürfte ebenfalls auf der Kippe stehen.

Am für die Stadt so wichtigen Weinfest allerdings möchte der Gewerbeverein festhalten. "Wir haben uns dazu mit den Kollegen in Radebeul abgesprochen und entschieden abzuwarten", sagt Reichel. Die Verträge mit den Stand-Betreibern und Schaustellern würden so angepasst, dass sie einen Passus zu staatlichen Vorgaben enthielten. Wenn Stadt, Kreis, Land oder Bund solche Großveranstaltungen untersagten, gelte dies als für alle verbindlich. Schadenersatz könne vom Gewerbeverein, der das Fest für die Stadt Meißen organisiert, nicht gefordert werden. Auch organisatorisch werde auf Flexibilität geachtet, so der Vereinschef.

Viel lieber als über Absagen grübelt Reichel über zusätzliche Angebote nach, die weitere Kaufkraft in die Stadt ziehen könnten. Vorstellbar wären eine zusätzliche Sommer-Kneipennacht, zu der vielleicht auch die Geschäften öffnen könnten, und ein weiterer verkaufsoffener Sonntag. 

Jeder plant Finanzen individuell

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Kein Töpfermarkt an diesem Wochenende. Der Gewerbeverein will es aber nicht bei der Absage belassen. Die SZ sprach mit Vereinschef Uwe Reichel.

Der Gewerbeverein selbst hilft vor allem, indem er seine Mitglieder mit Informationen über die vielfältigen Hilfsangebote versorgt. Viel mehr Unterstützung sei kaum zu leisten, da jedes Geschäft, jeder Gastronom ihre individuellen finanziellen Pläne hätten, so der Vereinschef. Allerdings würden als Geste an die betroffenen Meißner Kleinunternehmer im ersten Halbjahr kein Mitgliedsbeitrag und keine Werbe-Umlage kassiert. Insgesamt handelt es sich dabei um 110 Euro. 

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