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Pirna

Corona: Wie der Klinik-Betrieb läuft

Während sich die Krankenhäuser für eine Pandemie rüsten, müssen Patienten weiter behandelt werden. Es gibt allerdings einige Einschränkungen.

Klinikum Pirna auf dem Sonnenstein: Besucher müssen vorerst draußen bleiben.
Klinikum Pirna auf dem Sonnenstein: Besucher müssen vorerst draußen bleiben. © Daniel Förster

Zusätzliche Intensivbetten, mehr Beatmungsgeräte, Isolierstationen, verschärfte Hygieneregeln: Die Kliniken im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereiten sich seit Wochen auf eine mögliche Corona-Welle vor. Währenddessen muss allerdings der normale Krankenhausbetrieb weitergehen, Patienten müssen operiert und anderweitig versorgt werden. Doch wie funktioniert das? Sächsische.de gibt einen Überblick.

Wer wird jetzt noch operiert?

Die Vorsorge für eine Corona-Pandemie verändert die normalen Abläufe in den Kliniken derzeit gravierend. Daher haben die Helios-Kliniken Pirna, Freital und Dippoldiswalde folgendes Prozedere festgelegt: Eingriffe an Patienten werden dann verschoben, wenn nach medizinischer Einschätzung davon auszugehen ist, dass die Erkrankten in den kommenden zwei Monaten ohne diese Versorgung auskommen können. "Alle Patienten, deren Termine verschoben werden, werden von uns kontaktiert", sagt Pirnas Klinik-Sprecherin Kristin Wollbrandt.

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Alle übrigen Eingriffe, die aus medizinischer Sicht keinen Aufschub dulden, werden nun zügig erledigt, um die momentan noch vorhandenen Kapazitäten zu nutzen. Oberste Priorität sei es, sicherzustellen, dass ein Bett, das für die Versorgung eines Corona-Patienten gebraucht wird, nicht blockiert ist von anderen Patienten, die nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt hätten versorgt werden müssen. "Da niemand abschätzen kann, wie lange die derzeitige Situation noch andauert, müssen wir jetzt aber auch im Auge behalten, dass die Zahl der aufgeschobenen Patienten nach Möglichkeit nicht unnötig groß wird", sagt Professor Andreas Meier-Hellmann, Helios-Geschäftsführer Medizin.

In der Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz werden Patienten weiterhin operiert, wenn es nach ärztlichem Ermessen medizinisch notwendig ist. Nicht zwingend erforderliche Operationen sollen hingegen momentan vermieden werden.

Die Bavaria-Klinik Kreischa versorgt im Haus derzeit nur noch Patienten, die stationär behandlungsbedürftig sind.

Gibt es einen generellen Aufnahmestopp?

Nein, in keiner der Kliniken. Wie das Pirnaer Krankenhaus mitteilt, sei eine Notfallversorgung und die Versorgung von Patienten, deren Eingriffe aus medizinischer Sicht keinen Aufschub dulden, weiterhin sichergestellt. Das gilt auch für die anderen Kliniken. 

Gibt es Einschränkungen in der Notaufnahme?

Grundsätzlich nicht. "Notfallpatienten im Sinne von Patienten mit akut bedrohlichen Krankheitszuständen", sagt Kristin Wollbrandt, "werden wie bisher in der Notaufnahme behandelt. Dabei achtet das Personal allerdings darauf, dass alle Patienten bereits bei dem Verdacht auf eine Corona-Infektion in einen isolierten Bereich gebracht werden. Das gilt auch für Freital und Dippoldiswalde.

Wie die Sebnitzer Klinik mitteilt, sei die Notaufnahme weiter rund um die Uhr besetzt und erreichbar und arbeite nach dem gewohnten Prinzip: Verletzte und Erkrankte werden nach der Schwere ihres Zustandes eingeteilt.

Gilt überall ein Besucherstopp?

Ja, in allen Kliniken. Im Pirnaer Klinikum, ebenso in Freital und Dippoldiswalde, gilt der Besucherstopp seit 17. März. "Es handelt sich dabei um eine vorsorgliche Maßnahme", sagt Dr. Katrin Möller, Geschäftsführerin der Pirnaer Klinik. Auf diese Weise soll die Gesundheit der Patienten und Mitarbeiter sowie der potenziellen Besucher geschützt werden. Ausnahmen vom Besucherstopp gelten in Rücksprache mit dem Stationspersonal für Eltern von stationär betreuten Kindern sowie für Angehörige Schwerstkranker.

Die Cafeterias in den Kliniken Pirna, Freital und Dippoldiswalde sind für Besucher geschlossen, die Kliniken haben auch alle Patientenveranstaltungen abgesagt.

Die Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz hat ebenfalls am 17. März einen Besucherstopp erlassen. Patienten können seitdem keine Besuche von Angehörigen oder anderen auf Station empfangen. Auch andere Menschen ohne zwingenden Grund werden gebeten, Haus und Klinikgelände nicht zu betreten. Nur in begründeten Ausnahmefällen - beispielsweise Besuche Schwerstkranker - können Besuche vorher telefonisch auf der jeweiligen Station angefragt und genehmigt werden. Die Ausnahme-Besuche können dann nach Freigabe einzeln stattfinden, sofern die Besucher frei von jeglichen Krankheitssymptomen sind.

Die Cafeteria im Sebnitzer Klinikbereich ist ebenfalls für Patienten und Besucher geschlossen. Mit Rücksicht auf die Gesundheit der anderen Patienten sollten darüber hinaus auch Treffen im Außenbereich der Klinik oder auf Fluren bzw. im Empfangsbereich unterlassen werden.

In der Bavaria-Klinik Kreischa gilt auch ein Besucherstopp. Angehörige oder gerichtlich bestellte Betreuer werden in Absprache mit den Ärzten und unter Beachtung strengster Hygienevorschriften  nur noch zu Palliativpatienten vorgelassen. Darüber hinaus kümmert sich das Angehörigenmanagement der Klinik um Kontakte zwischen Patienten und deren Verwandten. "Es hat wirklich keinen Sinn, auf gut Glück bei uns anzureisen. Wir weisen darauf hin, dass auch keine Wochenendbesuche möglich sind", sagt Klinik-Sprecherin Kathleen Balle.

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