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So fährt Sachsen den Schulbetrieb wieder hoch

Die Abschlussklassen können ab nächste Woche wieder in die Schule. Aber regulärer Unterricht findet nicht statt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Vier Wochen lang waren die Schulen in Sachsen geschlossen.
Vier Wochen lang waren die Schulen in Sachsen geschlossen. © dpa/Marijan Murat (Symbolfoto)

Dresden. Sachsen lockert die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Nach den Osterferien sollen die Schulen nach vier Wochen Schließzeit langsam wieder öffnen. 

Welche Schüler dürfen wieder in die Schule?

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Zunächst werden die Schulen ab 20. April für das Personal geöffnet. Ab Mittwoch beginnt dann die Prüfungsvorbereitung für die Abschlussklassen an Oberschulen, Berufsschulen und Förderschulen. Ab Mittwoch gilt dann auch wieder die Schulbesuchspflicht, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU)

Wie soll die Abiturvorbereitung ablaufen?

Abiturienten können schon am Montag wieder für Konsultationen in ihre Schule gehen. Diese sind kein Regelunterricht im Kursverband und werden in Kleingruppen organisiert, in denen die Mindestabstände gewahrt werden können. Die Prüfungen finden wie geplant statt. Sie beginnen nach den Osterferien am 22. April mit den schriftlichen Prüfungen in Evangelischer und Katholischer Religion, am 23. April folgen die Prüfungen zum Graecum, am 24. April die in Physik. Die Abiturienten können aber auch den zweiten Prüfungstermin wählen – ab 13. Mai. Wer sich noch nicht ausreichend auf die Abiturprüfung vorbereitet sieht, kann die zusätzliche Zeit für Konsultationen mit den Fachlehrern nutzen.

Findet für die Abschlussklassen Unterricht statt?

Nein. Im Vordergrund stehen die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen. „Bedingt durch die Ausfallzeiten können nicht mehr alle Lernbereiche vollständig unterrichtet werden“, schreibt Piwarz in einem Brief an die Schulleiter. Inhaltliche Vollständigkeit sei daher nicht mehr "handlungsleitend". Die Schüler sollen gezielt und individuell auf die Prüfungen vorbereitet werden. Die Lehrer arbeiten dafür einen Sonderstundenplan aus. Die Schüler können sich auf die persönlichen schriftlichen und mündlichen Prüfungsfächer konzentrieren und müssen an den anderen Unterrichtsstunden nicht teilnehmen – außer das ist zur Bildung der Jahresnote nötig.

Wie sollen die Schüler vor einer Infektion geschützt werden?

Für die Prüfungen und die Prüfungsvorbereitungen gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln für Lehrkräfte und Schüler. Nur Schülerinnen und Schüler ohne Erkältungssymptome dürfen die Schule betreten, teilte das Ministerium mit. „Der Zugang wird kontrolliert.“ Im Schulgebäude muss sich jeder Schüler die Hände waschen bzw. desinfizieren. Aushänge im Schulgebäude informieren über Händehygiene, Abstand halten und Husten- und Schnupfenhygiene. Außerdem werden Laufwege und Wartebereiche für die Toilettenbenutzung festgelegt, damit sich die Schüler nicht begegnen. Die Toilettenräume und Klassenzimmer werden vor und nach jeder Prüfung eingehend gereinigt. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass ausreichend Seife und Papierhandtücher vorhanden sind. Außerdem will der Freistaat Schutzmasken und Desinfektionsmittel stellen.

Werden die Schüler in ihren Klassen zusammenkommen?

Nein, die Zahl Schüler pro Raum muss reduziert werden. Dazu müssen vor allem in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch die Klassen geteilt werden, heißt es vom Kultusministerium. Das Lernen kann damit nur in Gruppen erfolgen. Die Schulen sollen vorwiegend große Räume nutzen, um die nötigen Abstände zwischen den Schülern und ihren Arbeitsplätzen sicherzustellen. Auch in den Pausen sollen sich keine Gruppen bilden. Das werde durch Aufsichten sichergestellt.

Wie werden Lehrkräfte geschützt, die selbst zu den Risikogruppen zählen?

Lehrerinnen und Lehrer, die selbst ein erhöhtes Risiko für eine Infektion tragen, sollen möglichst nicht zum Einsatz kommen. Wenn das nicht vermieden werden kann, ist ihre Anwesenheit in der Schule nur unter strengster Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen möglich. 

Werden ab 4. Mai die Schulen für weitere Klassen geöffnet?

Sachsen will das in den nächsten Tagen entscheiden. „Wir haben hier die Grundschulen und die Schüler im Blick, die nächstes Jahr ihren Abschluss machen“, sagte Susann Meerheim, die Sprecherin des Kultusministeriums. Es gehe um die 8. und 9. Klassen an den Oberschulen, die 11. Klassen an Gymnasien und die Viertklässler an den Grundschulen.

Kann in diesem Schuljahr noch regulärer Unterricht stattfinden?

„In großen Klassen werden wir auch in den nächsten Wochen nicht unterrichten können“, sagte Piwarz. „Wir müssen kreativ sein, um Stück für Stück schulischen Alltag zu ermöglichen.“ Damit wieder mehr Schüler in die Schule gehen können, brauchen die Schulen ein Konzept. Das soll die Kultusministerkonferenz bis zum 29. April vorlegen. Nur unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen können die Kinder wieder in die Schule gehen. Dabei geht es um reduzierte Lerngruppengrößen, das Pausengeschehen und den Schulbusbetrieb. Jede Schule muss einen eigenen Hygieneplan erarbeiten.

Wann werden die Kitas wieder öffnen?

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