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Pirna

Corona: Wie sich die Kliniken rüsten

Mehr Intensivbetten, mehr Beatmungsgeräte, Isolierstationen: Die Krankenhäuser im Landkreis bereiten sich auf zusätzliche Patienten vor.

Intensivstation im Klinikum Pirna: auf den Ernstfall vorbereitet.
Intensivstation im Klinikum Pirna: auf den Ernstfall vorbereitet. © Klinikum Pirna

Kommt nun eine Corona-Welle oder nicht? Die Kliniken im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereiten sich zumindest seit Tagen auf eine mögliche Pandemie vor. Sie schaffen zusätzliche Kapazitäten, um Patienten mit schwer verlaufenden Covid-19-Erkrankungen zu versorgen. Zudem treffen die Krankenhäuser vermehrt Schutzvorkehrungen - sowohl für Patienten als auch fürs Personal. Sächsische.de gibt einen Überblick über einzelne Kliniken.

Helios Klinikum Pirna

Im Klinikum auf dem Sonnenstein gibt es 14 Intensivbetten. "Bei Bedarf sind wir in der Lage, sechs weitere Beatmungsplätze zu schaffen und personell auszustatten, dass wir für den Ernstfall 20 Intensivbetten vorhalten können", sagt Kliniksprecherin Kristin Wollbrandt. Die Belegung der Intensivbetten wechselt im Normalbetrieb unter Umständen täglich. Bei einer drohenden Pandemie können aber alle Intensivbetten für Corona-Patienten genutzt werden. Darüber hinaus kann die Klinik die Betten der Überwachungsstation als zusätzliche Intensivbetten aufstocken.

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Im Klinikum stehen 20 Beatmungsgeräte für den Notfall zur Verfügung. Die Bundesregierung hat angesichts einer drohenden Corona-Welle zusätzliche Technik bestellt. Das Krankenhaus wird voraussichtlich zwei weitere Beatmungsgeräte erhalten. Wann sie eintreffen, ist aber noch offen.

Für Corona-Patienten hat die Klinik eine Isolierstation eingerichtet. Schon Patienten, bei denen der Verdacht einer Corona-Erkrankung besteht, werden in diesen isolierten Bereich gebracht. "Diese Patienten werden dabei an dem Geschehen in der Klinik vorbeigeschleust, damit sich kein weiterer anstecken kann, " sagt Kristin Wollbrandt.

Um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern, wird schon im Vorfeld vorgesorgt: Es gibt einen separaten Warte-, Abstrich- und Behandlungsbereich für Patienten, die sich mit Grippe-Symptomen vorstellen.

Das Personal muss bei Verdachtsfällen vor einem Patientenkontakt eine vorgeschriebene Schutzkleidung anlegen, Händedesinfektion ist ein Muss. 

Sächsische-Schweiz-Klinik Sebnitz

Die Sebnitzer Klinik verfügt aktuell über sechs Intensivbetten sowie über drei Betten auf der Überwachungsstation, die ebenfalls als Intensivbetten genutzt werden können. Derzeit sind nicht alle dieser Betten belegt, das kann sich aber - je nach Notfall - täglich ändern. Sollte das eintreten, sei die Klinik in der Lage, diese Kapazitäten auszubauen. "Da aktuell völlig unklar ist, wie sich die Zahl der Patienten konkret entwickeln wird, lässt sich das noch nicht konkret beziffern", sagt Eva Weber von der Agentur "Oberüber Karger", zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Asklepios-Klinik in Sebnitz. 

Die derzeit vorhandenen Kapazitäten werden nicht vorsorglich für Corona-Patienten reserviert. Die Klinik sei für alle Menschen vorbereitet, die intensiv-medizinische Hilfe benötigen.

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Die Klinik hat allerdings die Möglichkeit, die Beatmungskapazitäten auszubauen und weitere Intensivbetten bereitzustellen. So kommen unter anderem alle verfügbaren Ersatzgeräte aus den Asklepios-Beständen zum Einsatz. Zudem hat der Konzern 300 neue Beatmungsgeräte bestellt.

Hochinfektiöse Patienten versorgt die Sebnitzer Klinik in Isolierzimmern. Dort dürfen sie generell keinen Besuch empfangen und werden von Personal betreut, das ausschließlich in diesen Räumen arbeitet.

Das Personal schützt sich mit spezieller Schutzkleidung, in der Cafeteria wird nicht mehr gegessen, auch die Kollegen müssen einen Mindestabstand von zwei Meter einhalten.

Klinik Bavaria Kreischa/Zscheckwitz

Die Klinik verfügt über mehr als 100 Intensivbehandlungsplätze, auch solche, die für schwere Corona-Fälle gebraucht werden. Allerdings sind die meisten davon belegt. "Die Auslastung liegt in der Regel bis 80 bis 90 Prozent", sagt Klinik-Sprecherin Kathleen Balle. Gebraucht werden sie für Patienten mit Herzinfarkten, Schlaganfällen oder für Unfallopfer - also nicht planbare Krankheiten.

Um dennoch Kapazitäten für eventuelle Covid-19-Erkrankte zu schaffen, wurden und werden alle Patienten nach Hause geschickt, die noch mobil sind. Patienten und Angehörige wurden bereits aufgefordert, schnellstmöglich die Abreise sicherzustellen. Auch eine Anreise von Patienten zur Reha findet ab sofort grundsätzlich nicht mehr statt. Hiervon nicht betroffen sind jedoch Patienten, die direkt von einem Krankenhaus zur weiteren stationären Behandlung nach Kreischa verlegt werden. 

"Dadurch", sagt Kathleen Balle, "werden personelle Kapazitäten bei den Pflegekräften und Ärzten frei." Diese werden benötigt, um Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt und beatmet werden müssen, aufzunehmen. 

Weißeritztal-Kliniken Freital und Dippoldiswalde

Die Weißeritztal-Kliniken Freital und Dippoldiswalde gehören ebenso wie das Pirnaer Klinikum zum Helios-Konzern. Wie die Freitaler Klinik-Sprecherin Heike Klameth mitteilt, bereite Helios seit Tagen seine insgesamt 86 Kliniken darauf vor, zusätzliche Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten zu schaffen, in Form zusätzlicher Intensivbetten und Beatmungsgeräte. Oberste Priorität sei es, sicherzustellen, dass ein Bett, das für die Versorgung von Corona-Patienten gebraucht wird, nicht blockiert ist von anderen Patienten, die nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt hätten versorgt werden müssen. 

Insgesamt, so Heike Klameth, verfüge Helios aktuell über 900 Intensivbetten, die im Notfall auf 1.500 aufgestockt werden können. 

Für Corona-Verdachtsfälle gelten die selben Isolier- und Schutzvorschriften wie im Pirnaer Klinikum.

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