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Wo sich die Sachsen während der Corona-Krise aufhalten

Viele Handys schicken ihren Standort automatisch an Google. So kann man sehen, ob jetzt wirklich alle zu Hause bleiben.

Die Menschen sollen möglichst zu Hause bleiben. Doch halten sie sich daran?
Die Menschen sollen möglichst zu Hause bleiben. Doch halten sie sich daran? © dpa/Sebastian Kahnert

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gelten in Sachsen strenge Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte und Restaurants haben außerdem geschlossen und viele Menschen arbeiten im Homeoffice. Weil viele Smartphone-Nutzer automatisch ihre Standortdaten Google zur Verfügung stellen, kann man sehen, wie effizient die Corona-Einschränkungen sind. Die Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten des Internet-Konzerns sind die ersten dazu öffentlichen Zahlen.

Google hat nicht nur die deutschlandweiten Zahlen veröffentlicht, sondern auch die für die einzelnen Bundesländer. Dabei bekommt man nur eine prozentuale Veränderung insgesamt zu sehen, nicht aber die Entwicklung an einzelnen Orten. Die Daten geben auch keinen Aufschluss über die Bewegung einzelner Personen, betont Google. Die Angaben sind zwei bis drei Tage alt, weil der Konzern Zeit braucht, die Daten aufzubereiten. 

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Als Vergleichswert dient der Durchschnitt der ersten fünf Wochen dieses Jahres.  

1. Parks:

In Parks sind jetzt nur noch rund halb so viele Menschen unterwegs wie damals. Allerdings zeigt die am Freitag veröffentlichte Google-Grafik auch einen sprunghaften Anstieg der Parkbesucher-Zahl von 80 Prozent mit dem warmen Wetter Mitte März. 

Bei schönem Wetter sind die Parks in Sachsen voll. Daran ändert die Corona-Pandemie nichts.
Bei schönem Wetter sind die Parks in Sachsen voll. Daran ändert die Corona-Pandemie nichts. © Sven Ellger

2. Geschäfte:

Für die Kategorie der Einkaufszentren, Restaurants, Museen, Kinos und Bibliotheken zeigt Google einen Besucherrückgang von 78 Prozent an - wenig überraschend, da die meisten davon geschlossen sind. 

3. Supermärkte und Apotheken:

In Lebensmittelläden und Apotheken gingen zuletzt rund halb so viele Kunden wie Anfang des Jahres. Das scheint sich mit der Wahrnehmung vieler Menschen nicht zu decken. Allerdings muss man bei der Auswertung der Daten bedenken, dass viele Rentner kein Smartphone besitzen und dementsprechend in der Auswertung nicht bedacht werden. 

Die Grafik zeigt, wie viele Menschen zuletzte Lebensmittelgeschäfte und Apotheken besucht haben. Man erkennt, dass mit der Verschärfung der Corona-Maßnahmen Ende März die Kurve steil nach unten geht.
Die Grafik zeigt, wie viele Menschen zuletzte Lebensmittelgeschäfte und Apotheken besucht haben. Man erkennt, dass mit der Verschärfung der Corona-Maßnahmen Ende März die Kurve steil nach unten geht. © Gstatistic.com

4. Haltestellen:

Gut zwei Drittel weniger Menschen in Sachsen nutzen Bahnen und Busse. Das Menschenaufkommen an Haltstellen ist um 66 Prozent zurückgegangen.

5. Arbeitsplatz:

An Arbeitsplätzen hielten sich den Zahlen zufolge zuletzt rund 34 Prozent weniger Menschen auf. Im Vergleich zum Rest Deutschlands scheinen damit in Sachsen weniger Menschen im Homeoffice zu arbeiten, denn bundesweit ist die Zahl um 40 Prozent zurückgegangen.

6. Wohnsitz:

Und, sind die Menschen in Sachsen nun vermehrt zu Hause, wie die Anordnung der Politik lautet? Kaum, zeigt die Auswertung der Standortdaten. Die am Wohnsitz verbrachte Zeit ist seit Ausbruch der Pandemie um rund 10 Prozent gestiegen. Dieser Wert ist allerdings in den anderen Bundesländern ebenso vergleichsweise niedrig.

© Christin Klose/dpa

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