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Löbau

Wochenmarkt der Hochrisiko-Gruppe

Hauptsächlich Senioren strömen auf die wieder geöffneten Märkte in Löbau und Zittau - aber Kunden und Händler sind glücklich.

Hauptsächlich Senioren besuchen den Wochenmarkt in Löbau.
Hauptsächlich Senioren besuchen den Wochenmarkt in Löbau. © Matthias Weber/photoweber.de

Alle sollen nach Möglichkeit daheim bleiben, um ältere Menschen und besonders gefährdete Gruppen vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen. Das ist einer der Gründe für die aktuellen Ausgangsbeschränkungen. Daher wurden ab dem 23. März auch Wochenmärkte untersagt. Um die "vulnerablen Gruppen" zu schützen, wie es dazu auch auf der Internetseite der Stadt Löbau steht. Auf Wochenmärkten nämlich stehe zu befürchten, dass die gesteigerten Hygienevorschriften nicht wie etwa in Supermärkten umgesetzt werden könnten.

Das Verbot hielt nicht lange. Nach einer Lockerung der Allgemeinverfügung des Freistaats dürfen Wochenmärkte wieder stattfinden. Zittau startete am Mittwoch, Löbau am Donnerstag den Betrieb. SZ hat sich auf dem Löbauer Altmarkt umgeschaut. Und: Ausgerechnet eine "vulnerable Gruppe" scheint sich vor dem Coronavirus nicht sonderlich zu fürchten. Die Besucher des Marktes gehören ganz überwiegend der Generation "60 plus" an.

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Geschrumpfter Wochenmarkt

In langen Schlangen stehen die Besucher vor den wenigen Verkaufsständen und -wagen. Lang vor allem deshalb, weil alle ordentlich Abstand voneinander halten - das alles unter den wachsamen Augen des Ordnungsamtes, dessen Mitarbeiter aus einem Feuerwehrwagen heraus das Markttreiben beobachten. Nur eine Handvoll Händler bieten derzeit ihre Waren an. Es gibt Fisch, sowie Fleisch- und Wurstwaren sowie ein paar Gemüsehändler. Der Wochenmarkt ist in diesen Zeiten eine Rumpf-Veranstaltung.

"Um die aktuell gebotenen Hygienestandards einhalten zu können, werden die Verkaufsstände der Händler mit dem maximal möglichen Abstand zueinander auf dem Altmarkt platziert" heißt es dazu auf der Internetseite der Stadt. Gäste würden zum eigenen Schutz und dem ihrer Mitbürger gebeten, einen Mindestabstand von zwei Metern zu Dritten einzuhalten und genauestens auf Hygiene zu achten.

Franziska Rapp freut sich, den ersten Spargel aus Preschen zu verkaufen.
Franziska Rapp freut sich, den ersten Spargel aus Preschen zu verkaufen. ©  Matthias Weber

Kunden und Händler sind glücklich

Die Besucher des Marktes nehmen die Wiedereröffnung dankbar an. "Ich kaufe mein Fleisch und meine Wurst viel lieber hier frisch auf dem Wochenmarkt als abgepackt im Supermarkt", sagt ein Mann. Und auf Hilfe in Corona-Zeiten fühlt sich eine Seniorin kein bisschen angewiesen. "Solange ich meinen kleinen Einkauf alleine erledigen kann, warum soll das jemand anderes machen", sagt sie und: "Ich halte ja ordentlich Abstand. Da habe ich keine Angst."

Glücklich über die Marktgenehmigung ist auch Franziska Rapp. Sie verkauft aus ihrem Wagen den ersten Spargel aus Preschen im Lausitzer Seenland. "Die Gastronomie ist uns als Abnehmer ja total weggebrochen. Da machen die Wochenmärkte einen erheblichen Teil des Umsatzes aus", sagt sie. An ein goldenes Spargel-Jahr glaubt sie wegen der Corona-Krise und fehlender Erntehelfer aber nicht mehr.

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Auch in Zittau fand erstmals wieder ein Wochenmarkt statt. Dort bieten die Biogärtner Peggy und Michael Schostek Obst und Gemüse an - der einzige Wochenmarkt, den sie beschicken: "Es war eine ganz tolle Stimmung, die Kunden waren froh, dass sie wieder frisches Obst und Gemüse kaufen konnten", sagt Peggy Schostek. Alle Kunden hätten auch vorbildlich Abstand gehalten. Die Gärtnerin ist froh, dass der Wochenmarkt nur eine Woche ausgefallen ist. "In dieser Zeit ist unser Umsatz um zwei Drittel eingebrochen", sagt sie. Dafür brummte das Geschäft gleich am ersten Markttag: Normalerweise stehen die Schosteks bis etwa 13 Uhr auf dem Markt. Jetzt war aber schon zur Mittagsstunde alles ausverkauft.

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