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Erhält Zittau weiteren Wohnmobil-Platz?

Corona könnte Reiseziele im eigenen Land beliebter machen. Und der Tourismus dem Handel und der Gastronomie helfen.

Bisher gibt es nur den Stellplatz für Wohnmobile und Caravans an der Brückenstraße in Zittau.
Bisher gibt es nur den Stellplatz für Wohnmobile und Caravans an der Brückenstraße in Zittau. © Matthias Weber (Archiv)

Der Stellplatz an der Brückenstraße in Zittau ist noch der einzige für Wohnmobile und Caravans in der Stadt. Doch das könnte sich bald ändern. Zumindest nach den Vorstellungen der Stadtrats-Fraktion aus Freie Unabhängige Wähler, Freie Wähler Zittau und Freie Demokratische Partei (FFF).  

Sie haben für die nächste Ratssitzung eine Beschlussvorlage eingebracht, um die Parkfläche auf dem Martin-Wehnert-Platz für Wohnmobile zu öffnen. Dafür müsste nur die Beschilderung geändert werden. Kosten: 100 Euro. Und anschließend sollte die neue Übernachtungsmöglichkeit natürlich beworben werden.  Die Fläche erscheint der Fraktion als sehr gut geeignet, weil sich die Bus-Haltestelle und Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfes in der unmittelbaren Nähe befinden. Das Stadtzentrum ist in etwa zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Außerdem liegt hier die Haltestelle der Schmalspurbahn, mit der die Touristen in das Zittauer Gebirge fahren können.

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Mehr Zulassungen als im Vorjahr

Hintergrund für den Vorschlag: Der Tourismus mit Reisemobilen nimmt an Fahrt auf. Laut Kraftfahrtbundesamt sind aktuell in Deutschland mehr als eine halbe Million zugelassen. Der deutsche Caravaning-Industrie-Verband (CIVD) meldet für den Zeitraum Januar bis März 2020 bereits 15.162 neu zugelassene Reisemobile - ein Zuwachs von fast 25 Prozent zum Vorjahr. Zudem sei davon auszugehen, dass aufgrund der aktuellen Lage in naher Zukunft verstärkt Reiseziele in Deutschland nachgefragt werden, so die Fraktion. Deshalb sei bereits jetzt zu planen, wie während der Hauptreisezeit die Tourismusbranche den zu erwartenden Ansturm auffangen könne. Gerade Reisemobile würden entgegen anderen Reiseformen durch Wohn-, Koch-, Sanitär- und Schlafmöglichkeiten im Fahrzeug eine große Autarkie bieten. Und so dafür sorgen, dass der Kontakt zu anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt sei. "Die aktuell geltenden Hygienebestimmungen können ohne Probleme eingehalten werden." 

Durch Wohnmobil-Reisende profitieren auch Gastronomie und Einzelhandel. Studien des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) belegen, dass sie pro Person und Tag zwischen 45 und 50 Euro am jeweiligen Standort ausgeben. "Sie könnten vielleicht einen Teil der durch die Corona-Krise erlittenen Einkommensverluste ausgleichen", so die Fraktion. 

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Bei erhöhtem Bedarf könnte der Stellplatz an der Brückenstraße an seine Kapazitätsgrenze kommen, meint sie. Zur Konkurrenz soll der neue aber nicht werden. Dieser sei nur für einen Kurzaufenthalt vorgesehen, denn er verfügt über keine Medienver- und Entsorgung, erklärt die Fraktion. 

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