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Dresden: Ist das die Corona-Trendwende?

Deutlich weniger Neuinfektionen meldet das Gesundheitsamt am Wochenende. Das sind die neuesten Zahlen für Dresden im Überblick.

Auf Dresdens Intensivstationen werden aktuell 55 Corona-Patienten behandelt. Der Großteil muss auch künstlich beatmet werden.
Auf Dresdens Intensivstationen werden aktuell 55 Corona-Patienten behandelt. Der Großteil muss auch künstlich beatmet werden. © dpa/Robert Michael

Dresden. Den zweiten Tag in Folge hat das Dresdner Gesundheitsamt am Sonntag niedrigere Infektionszahlen gemeldet als in den Tagen zuvor. Genau 91 neue Fälle gab die Behörde bekannt. Schlagen die Corona-Maßnahmen, die seit Anfang November gelten, endlich an? Oder ist das nur der Wochenend-Effekt?

Für gewöhnlich werden an den Wochenenden niedrigere Zahlen gemeldet als an den restlichen Tagen. Daher lohnt sich ein Blick auf die vergangenen Samstage und Sonntage. Wurden an diesem Sonnabend 127 Neuinfektionen gemeldet, so waren es am Samstag letzter Woche 85 Neuinfektionen und am Samstag davor 57.

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An diesem Sonntag gab das Gesundheitsamt 91 neue Fälle bekannt. Letzten Sonntag waren es 50 neue Fälle und am Sonntag davor 32. Legt man diese Entwicklung zugrunde, so kann man keinesfalls von einer Trendwende sprechen. Im Gegenteil, die Zahlen steigen weiter.

Infizierte und Genesene

Zusammen mit den 91 neuen Infektionen vom Sonntag ist das Virus nun bei 6.182 Dresdnern nachgewiesen worden.

Genau 4.000 Menschen haben die Infektion bereits überstanden, zumindest nach behördlicher Einschätzung. Die Zahl der Genesenen beruht auf einer anerkannten Schätzmethode. Ihr zufolge ist das Virus abzüglich der 55 Sterbefälle derzeit bei 2.127 Menschen aktiv.

Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion, so das Gesundheitsamt. Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen noch Beschwerden spüren, ist dabei irrelevant. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich um eine Schätzung handelt.

Die Corona-Ampel

Die Corona-Ampel zeigt, dass es in den vergangenen Tagen rund 190 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab. Liegt der Wert fünf Tage hintereinander über 200, so muss Dresden schärfere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergreifen, unter anderem Ausgangsbeschränkungen. Bislang wurde der Grenzwert aber nur an einem Tag überschritten, und zwar am vergangenen Freitag.

Infektionen in Schulen, Kitas und Pflegeheimen

Mit Stand vom Sonntagmorgen befinden sich 1.894 Menschen aus Gemeinschaftseinrichtungen in Quarantäne. Den Großteil machen Schüler und Lehrer aus. Genau 1.585 von ihnen müssen zu Hause bleiben. Hinzu kommen 278 Kinder und Erzieher aus Kitas. Allerdings sind diese Zahlen nicht sehr aussagekräftig, um ein Bild davon zu erhalten, wie eingeschränkt der Betrieb an den Dresdner Schulen und Kitas aktuell ist. Denn bei etwa der Hälfte der derzeit 101 betroffenen Schulen und Kitas ermittelt das Gesundheitsamt derzeit noch die Kontakte. Für diese Einrichtungen hat die Behörde bislang keine Angaben gemacht, wie viele Menschen dort zu Hause bleiben müssen.

Außerdem gelten Quarantäne-Anordnungen für 30 Personen in drei Pflegeheimen. Nur noch eine Person ist in einer Asylunterkunft in Quarantäne.

Stationäre Fälle und Krankenhaus-Kapazitäten

Das Gesundheitsamt hat am Sonntag zwei weitere Krankenhaus-Einweisungen gemeldet. Bislang benötigten somit 304 Covid-19-Patienten eine stationäre Versorgung.

Laut Intensivregister mussten am Sonntagmittag 55 Corona-Patienten auf einer Intensivstation behandelt werden - einer mehr als am Samstagmittag. Bei den dort Versorgten kann es sich auch um Patienten handeln, die von außerhalb kommen und in der Landeshauptstadt medizinisch versorgt werden. 39 von ihnen wurden beatmet.

Todesfälle

Bei bislang 55 Dresdnern wird der Tod auf das neuartige Virus zurückgeführt. Die letzten Todesfälle meldete die Stadt am Freitag. Bei den sechs Verstorbenen handelt es sich laut Angaben des Robert-Koch-Instituts um Männer und Frauen im Alter von über 60 Jahren.

Alle bisher bekannten Todesopfer waren mindestens 60 Jahre alt. Die meisten davon waren Männer. Mindestens zehn litten an Vorerkrankungen, unter anderem an Herzschäden, Diabetes oder entzündlichen Erkrankungen. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich bei allen Verstorbenen um Menschen handelte, die das neuartige Coronavirus in sich trugen und Covid-19 die entscheidende Todesursache war.

Insgesamt sind bisher rund 0,9 Prozent aller Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. In der Gruppe der über 80-Jährigen liegt die Fallsterblichkeit in Dresden bei 6,8 Prozent. Von den nachweislich Infizierten im Alter von 60 bis 79 Jahren starben bislang 1,9 Prozent.

Für ganz Sachsen und Deutschland liegt die Gesamt-Fallsterblichkeit über alle Altersgruppen hinweg bei rund eineinhalb Prozent.

Altersgruppen und Geschlecht

Das Robert-Koch-Institut hat bisher 6.086 Fälle nach Altersgruppen und Geschlecht ausgewertet. Die bekannten Fälle verteilen sich wie folgt:

In der als besonders gefährdet geltenden Gruppe der über 60-Jährigen ist das Virus bis jetzt bei 1.450 Menschen nachgewiesen worden. Darunter sind 585 bei den über 80-Jährigen.

Der Großteil der Fälle verteilt sich allerdings auf die Dresdner jüngeren und mittleren Alters. So gibt es 1.991 Fälle in der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren, 2.296 Fälle sind es in der Gruppe der 35- bis 59-Jährigen. Es gibt dort insgesamt mehr infizierte Frauen als Männer.

Außerdem haben sich bisher 349 Kinder und Teenager nachweislich infiziert.

Dresden im Vergleich

Wie viele Fälle pro 100.000 Einwohner sind in Deutschlands Landkreisen und kreisfreien Städten in den vergangenen sieben Tagen gezählt worden? Alle gelben bis dunkelroten Kommunen in der Grafik gelten als Risikogebiet.

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Die Polizeibehörde der Stadt wird auch die verschärfte Maskenpflicht genau kontrollieren. Bisher gab es bereits mehr als 3.000 Verstöße in Dresden.

Aufgrund der Meldewege können sich die hier angezeigten Daten für Dresden von denen des Gesundheitsamtes unterscheiden.

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