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Dresden

Corona: Dresdner Kliniken rüsten sich

Die Verantwortlichen müssen mit bestätigten Infektionen rechnen. Deshalb bereiten sich die Krankenhäuser vor. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Dresden kann jedes Krankenhaus Patienten mit Infektionskrankheiten isolieren. Ob ein Patient tatsächlich an Corona erkrankt ist, lässt sich durch einen Abstrich feststellen.
In Dresden kann jedes Krankenhaus Patienten mit Infektionskrankheiten isolieren. Ob ein Patient tatsächlich an Corona erkrankt ist, lässt sich durch einen Abstrich feststellen. © Symbolbild: Bernd Thissen/dpa

Dresden. Sie kamen von einer Kreuzfahrt in Asien wieder und mussten danach sofort mit Verdacht auf das Coronavirus isoliert werden: zwei Menschen aus Dresden. Die beiden sind weiterhin symptomfrei und werden nach Ende der häuslichen Isolation wieder getestet, so Theresa Schmotz, Sprecherin des sächsischen Gesundheitsministeriums auf SZ-Anfrage. Diese ende an diesem Wochenende. Weitere Verdachtsfälle gebe es aktuell in Dresden nicht.

Die Isolation wird aber nicht im Sinne einer Streife vor der Tür kontrolliert. Die Menschen mussten eine Aufforderung unterschreiben, daheim zu bleiben. Kein Schritt vor die Tür ist erlaubt, auch einkaufen dürfen sie nicht gehen. Das müssen Familie oder Freunde erledigen. Angaben zum Geschlecht oder Alter der Personen will das Ministerium aus Datenschutzgründen nicht machen. Auch nicht dazu, ob die beiden Dresdner zusammen gehören. „Sie müssen täglich Fieber messen und sich beim Auftreten von Symptomen sofort melden“, so Sprecher Andreas Friedrich.

Wie gut sind die Dresdner Krankenhäuser vorbereitet?

Laut Ministerium stehen die Dresdner Kliniken in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt der Stadt. Jedes Krankenhaus kann Patienten mit Infektionskrankheiten isolieren. Die Uniklinik verfügt über eine spezielle Station dafür.

Das Städtische Klinikum hat eine eigene Kommunikationsgruppe zum Thema Coronavirus gegründet, bestätigt Sprecherin Viviane Piffczyk. Diese bestehe aus Ärzten der Intensivmedizin, Krankenhaushygiene und Infektiologie. Diese treffe sich regelmäßig, um bestimmte Szenarien durchzusprechen und vorbereitet zu sein. Als Krisenstab will die Sprecherin das aber noch nicht bezeichnen. 

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Am Neustädter Standort steht eine infektiologische Station mit insgesamt 20 Betten unter fachärztlicher Leitung zur Verfügung. Patienten mit möglichen übertragbaren Krankheiten werden dort isoliert versorgt. „Das bedeutet, die Zimmer sind mit einem eigenen Sanitärbereich und einer Hygieneschleuse ausgestattet. Das Pflege- und Ärzteteam ist darin seit Jahren geschult und erfahren.“ Zudem können sie eine entsprechende Schutzausrüstung tragen. Strengste Hygienemaßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern. Das Klinikum ist Teil des Pandemieplans des Freistaates und steht ebenfalls in engem Austausch mit Gesundheitsamt und anderen Behörden.

Das Uniklinikum hat Maßnahmen ergriffen, um Verdachtsfälle umgehend isolieren und diagnostizieren zu können. Das Städtische Klinikum ist ohnehin ständig auf die Behandlung infektiöser Patienten vorbereitet, weil das Fachgebiet Infektiologie und Tropenmedizin Teil des Krankenhausplans ist, so Sprecherin Piffczyk. Es ist somit die erste Anlaufstelle, sollte ein Verdacht auf eine Coronaviren-Infektion bestehen. Auch am Diakonissenkrankenhaus können Patienten in einzelnen Zimmern isoliert versorgt werden. Es hat keine eigene Isolierstation.

Wer das Coronavirus haben könnte, soll die Räume nicht betreten, steht auf diesem Schild an einer Arztpraxis auf der Commeniusstraße.
Wer das Coronavirus haben könnte, soll die Räume nicht betreten, steht auf diesem Schild an einer Arztpraxis auf der Commeniusstraße. © Marion Doering

Gab es bisher weitere Verdachtsfälle in Dresden?

Ja, aber alle bislang am Uniklinikum vorgestellten Verdachtsfälle waren negativ. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass weitere Verdachtsfälle auftreten, so ein Sprecher. Das gelte vor allem für Patienten, die aus dem Gebiet von Wuhan, Provinz Hubei (China), einreisen sowie für deren Kontaktpersonen.

An der TU Dresden gibt es derzeit keinen Corona-Verdachtsfall, sagt Sprecherin Kim-Astrid Magister.

Was bedeutet die Virusausbreitung für den Tourismus?

Nachdem bereits Corinne Miseer, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH, von ersten Stornierungen sprach, bestätigen jetzt auch die Hoteliers, dass es Absagen gab. „Wir hatten erste Stornierungen von Einzelpersonen aus China und als Branche rechnen wir noch mit weiteren Absagen, die die Dresdner Hoteliers empfindlich treffen werden“, so Thomas Gaier, Chef im Schloss Eckberg und der Dresdner Hotelallianz. Absagen von zwei chinesischen Reisegruppen hatte bereits das Park Plaza Hotel auf der Königsbrücker Straße.

Was sagen in Dresden lebende Chinesen?

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„Die chinesischen Studenten, Fachkräfte und Wissenschaftler machen sich große Sorgen um ihre Familien in China“, so Hongfeng Yang vom Chinesisch-Deutschen Zentrum in Dresden. Viele hätten die Flüge in ihre Heimat abgesagt. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern hätte sie aus Dresden aber noch von keinem Fall von Diskriminierung oder Anfeindungen gegen einen Chinesen aus Angst vor dem Virus gehört.

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