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Cossebauder kämpfen weiter um Tempo-30-Zone

Anwohner und eine Bürgerinitiative fordern mehr Sicherheit auf der Bundesstraße 6. Die Stadt vertröstet sie nach wie vor.

Die Cossebauder wollen nicht länger vom Rathaus hingehalten werden. Die Forderung der Bürgerinitiative (BI) Lebensqualität im linkselbischen Raum und Anwohnern der B6 lautet, den Verkehr im Ortskern zu mindern. Sie fürchten zudem eine rapide Verkehrszunahme beim Anschluss der Niederwarthaer Brücke. Doch die Stadt sieht keinen Grund für eine Tempo-30-Zone oder einen Fahrradschutzstreifen. Lediglich eine Ampelanlage wird bis Ende 2011gebaut.

„Ich habe diese halbherzigen Kompromisse der Stadt satt“, sagt Birgit Bretschneider. Die 62-jährige Cossebauderin habe als Radfahrerin schon viele gefährliche Situationen auf der B6 erlebt. Sie verlangt im Ort eine Temporeduzierung und einen Radschutzstreifen auf der Fahrbahn, um nicht von den Lkws erfasst zu werden. Das sieht auch Anwohner Maik Raimund so: „Auf meinem täglichen Arbeitsweg mit dem Rad stört mich zudem der viele Lärm und Feinstaub.“

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Die Lärmzunahme und Gefahr für Fußgänger und Radfahrer werde sich noch verschärfen, wenn die Niederwarthaer Brücke im Herbst an die B6 angeschlossen wird, erklärt Helmke Stamm von der BI. Momentan passieren etwa 10000Fahrzeuge täglich den Ort, erklärt Holger Wohsmann, Chef des Straßenbauamts Meißen-Dresden. Nach Anschluss ist mit 4000 weiteren zu rechnen. Die BI fordert deshalb eine Gewichtsbegrenzung für Lkw, eine Temporeduzierung und Fußgängerquerungen.

„Es ist eine Frage des Geldes und deshalb nicht alles realisierbar“, sagt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Er will bis Ende 2011 eine Ampel an der Dresdner Straße Ecke Gohliser Weg aufstellen lassen. Das Straßen- und Tiefbauamt lässt zudem ein Lärmschutzgutachten erstellen, um eine Temporeduzierung zu prüfen. Eine echte Entlastung bringe aber erst die für 2020 geplante B6-Umgehung, sagt Helmke.Bernhard Schulz