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Coswig plant ein randalefreies Stadtfest im Juni

Keine Biergläser, keine Flaschen und Polizei, die man möglichst nicht so sieht. Das sind die wesentlichen Punkte, auf die sich die Organisatoren des Stadtfestes vom 12. bis 14. Juni geeinigt haben. Zum...

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Keine Biergläser, keine Flaschen und Polizei, die man möglichst nicht so sieht. Das sind die wesentlichen Punkte, auf die sich die Organisatoren des Stadtfestes vom 12. bis 14. Juni geeinigt haben. Zum ersten Mal schauen die Coswiger nicht nur auf die Wetterentwicklung, wenn es um das Stadtfest geht. Im letzten Jahr tobte eine regelrechte Schlacht entlang der Straßenbahn und endete mit fünf verletzten Polizisten und zahlreichen Anzeigen wegen Landfriedensbruch.

Die „Nachbereitung“ des Stadtfestes 2008 findet erst in diesen Tagen ihren Abschluss, wenn sich unter Regie von OB Frank Neupold Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit Beamten des Coswiger Reviers zu einer Aussprache treffen. Denn bei ihren Videoauswertungen der Randale vom Vorjahr mussten die Beamten erkennen, dass auch Jugendliche aus der Coswiger Feuerwehr Steine auf die Polizei warfen.

Polizei zeigt Entgegenkommen

Die Polizei zeigt in dieser Sache Entgegenkommen, wie anlässlich der Polizeibilanz 2008 in dieser Woche im Revier gesagt wurde. Man werde mit den Jugendlichen reden und von einer strafrechtlichen Verfolgung absehen, so Polizeipräsident Günter Liebenow. Der Fall werde jetzt auf disziplinarischer Ebene des Oberbürgermeisters geklärt. Im Rathaus geht der Blick nach vorn. Allerdings nicht mehr so unbefangen wie früher.

„Wir haben uns darauf geeinigt, dass es diesmal keine Biergläser im Ausschank geben wird“, so Thomas Kretschmer, der als Börsenvize die Organisation unter sich hat.

„Wir setzen jetzt voll auf passive Sicherheit“, sagt er. Das beziehe sich nicht nur auf den Ausschank. Man wolle in Abstimmung mit einer noch zu wählenden Sicherheitsfirma auch durchsetzen, dass keine Flaschen und Gläser mit auf das Festgelände gebracht werden.

Lehren wurden auch daraus gezogen, was die Präsenz der Polizei angeht. Im vergangenen Jahr habe auch das martialische Auftreten der Bereitschaftspolizei die Stimmung zusätzlich angeheizt, einfach weil die Beamten im Kampfanzug dastanden. Diesmal wolle man möglichen Provokateuren keinerlei Anreiz bieten, den ersten Stein zu werfen und damit eine Gruppendynamik auszulösen, die im vergangenen Jahr in regelrechten Schlachten eskalierte.

Bei Bedarf schnell vor Ort

„Wir werden die Polizei am Bahnhof oder am Megadrome stationieren“, so Kretschmer. Da das Stadtfest von der Dresdner Straße bis zum Kreisverkehr stattfinde, sei die Szenerie gut einsehbar. Im Bedarfsfall sei die Polizei dann auch schnell vor Ort. Man hoffe jedoch, dass man sie gar nicht brauche. Schon beim Weinfest in Weinböhla, im vergangenen Herbst, sei vorher das Gerücht aufgekommen, es gäbe „Rache für Coswig“. Aber dann blieb alles ruhig. „So soll es auch in Coswig sein“, hofft Börsenvize Thomas Kretschmer.

Torsten Oelsner